Lieblingsort der Deutschen: Kölner Dom

Nico —  23.09.2006

Die Lieblingsorte der Deutschen wurden beim ZDF irgendwie ermittelt und wie Jürgen Rüttgers so treffend sagte „den Platz vorm Kölner Dom finde ich am schönsten“. Klar Jungs, eine riesige häßliche Betonplatte mit einer überdimensionierten Kirche mitsamt einer geschmacklosen Einkaufszone drumherum, so stellt man sich den Lieblingsort der Deutschen vor.

Bezeichnend, dass das ZDF überwiegend Nacht- oder Gegenlichtaufnahmen gemacht hat von diesem häßlichen Baum-losen Ensemble umringt von 50er-Jahre-Grusel-Architektur.

Wie sagte heute jemand zu mir im Büro: „ein Plebiszit willst Du nicht, Du willst nicht, dass alle abstimmen dürfen. Sei froh, dass nicht alle zur Wahl gehen.“ Solange die nur ZDF gucken, ist ja alles harmlos. Ich glaube allerdings nicht, dass wir demnächst unser Wochenende am Lieblingsort der Deutschen verbringen werden.

16 responses to Lieblingsort der Deutschen: Kölner Dom

  1. Ich würde über Dein Hamburg nie so reden…

  2. Genau das habe ich mir auch gedacht ;-)

  3. Hamburg hat natürlich auch unschöne Ecken, aber da würde niemand auf die Idee kommen die als Lieblingsort zu bezeichnen.
    Aber guckt man sich mal den Platz vor dem Dom an, der ist wirklich _nicht schön_. Der Dom mag ja nett sein, aber der Platz, neeee, geht gar nicht. Die Fußgängerzone ist in weiten Teilen auch nicht wirklich hübsch. Köln mag ja schöne Ecken haben die genannten schneiden aber im Vergleich zu den restlichen Plazierungen der Sendung nicht besonders gut ab.

  4. Ack!
    Ist mir schleierhaft, wie das der Lieblingsort sein kann und das hat jetzt ausnahmsweise mal nix mit meiner Antipathie gegen Kirchen zu tun, dem Dom kann ich nämlich durchaus etwas abgewinnen. Die Domplatte hingegen ist erbarmungslos hässlich.

  5. Ich hätte auf MediaMarkt als Lieblingsort der Deutschen getippt. Oder Aldi.

    In Ernst, mir ist aufgefallen dass die Lieblingsorte fast alle Bauwerke sind. Mein Lieblingort wäre bestimmt was im freien Natur.

  6. Der Vorplatz ist verbaut, die Fussgängerzone nicht wirklich schon, der Bahnhof viel zu nah und die Museen an den Dom stillos ‚herangeklatscht‘, aber geht es nicht um den Dom und nur um den Dom ? Es wurde ja nicht der Domvorplatz oder die anliegende Fussgängerzone gewählt, oder ?
    Das wissen die Kölner selber, dass da, nach dem zweiten Weltkrieg, als die Gegend um den Dom zu annähernd 100% zestört war, zu schnell und zu unüberlegt gehandelt, d.h. wieder aufgebaut wurde…

  7. Diese armen Rheinländer sind noch nie mit der U3 aus dem Tunnel vor den Landungsbrücken gefahren, haben noch nie nachts auf einem Bootssteg an der Alster gesessen und kennen den Rhododendronpfad im Stadtpark nicht. Dafür kann man sie nur bedauern.

  8. @Sannie – woher weißt Du weißt das ? Echt, war noch nie ein Rheinländer in HH ? Das ist wirklich schade, denn Hamburg ist eine wirklich tolle Stadt…aber der Dom in Kölle ist auch toll :-)

  9. was ist das, Sannie?
    Verächtliches Bedauern? Kenn ich gar nicht von dir :)
    Ich fand das, was ich bisher von Hamburg sehen konnte toll, aber trotzdem würde ich nicht tauschen wollen, alleine schon, weil die Hamburger ihren verkehr nicht im Griff haben. An noch keinem Tag, zu keiner Stunde, stand ich so lange auf einer Strasse Stadt auswärts im Stau, wie an dem Tag nach dem Konzert. Sowas kenne ich von hier nicht. Alles was als Knotenpunkt bekannt ist, wurde umgebaut, Stauungen gibt es, ja, aber nicht annähernd so schlimm wie dort.

  10. Ihr sollt euch alle freuen, in einen Land mit solche unterschiedliche Städte! Ich komme aus den mittel der USA, wo die Städte wie Minneapolis, Des Moines, Indianapolis, Omaha, und Kansas City nicht so richtig von einander zu unterscheiden sind.

    (Das gesagt, der Alster in Hamburg errinnert mich sehr an die Seeen mitten in Stadt in Minneapolis, wo ich studierte :-)

  11. Hm, also soweit ich weiß wurde nicht die Domplatte gewählt sondern der Dom. Und sowas hat tatsächlich keine andere deutsche Stadt. Dass ein dahergelaufener CDU-Ministerpräsi bisher nicht über die Platte hinausgekommen ist, kann man dem Dom ja nicht anlasten ;) Allerdings muss man dazu sagen, dass der Dom gegenüber einigen französischen Kirchen doch sehr abkackt – und die haben meistens auch noch schöne Plätze davor.

  12. Ich hab gerade nicht wirklich „Scharm“ geschrieben, oder? Schuld war nur das Glutamat, die Drogen und der Alkohol. Herr Lumma, korrigieren Sie das.

  13. Das Interessante ist ja, dass die meisten ernstzunehmenden Kölner (im Sinne von »in Köln Wohnenden«, ein anderen Stadtrecht gibt es einfach nicht), ebenso den Dom für furchtbar halten. Das Problem ist ja vor allem, dass er notwendige Entwicklungen in Köln verhindert. So fehlt dieser Stadt ja ohne Zweifel eine ernsthafte Skyline, die aber nicht einmal geplant werden kann, weil Onkelchen Schramma meint, man müsse diese größte Bahnhofskirche der Welt schon in Rehmagen sehen.

    Viel schöner als der zugige Vorplatz des Doms ist die Eisenbahnbrücke direkt von der Domplatte nach Deutz, die bei Nacht beleuchtet ist und durch rustikalen Industriescharm, viel Nieten, viel Metall, viel Taubenscheiße, glänzt.

  14. Lars, das tut nicht gut, das Glutamat und der andere Kram:

    Es ist mitnichten der Fritze Schramma, der die jeztige „Skyline“ erhalten will, sondern die Unesco, die bei einer „Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette“ den Status des Dom als Weltkulturerbe zurückziehen will.

    Im Gegenteil hat sich Schramma massiv mit der Unesco angelegt, als er im rechtsrheinischen Bürotürme genehmigen wollte. Er musste letztendlich aber den Schwanz einziehen, um den Status zu erhalten.
    Der Dom wäre ansonsten das erste Bauwerk gewesen, dem dieser Status nachträglich aberkannt worden wäre. Dieser Fettnapf war dann auch dem Fritze zu groß, der ansonsten keinen auslässt.

  15. Ah, so herum ist das Pferd zu aufzuzäumen.

  16. Stellt sich nur die Frage, warum Fritz die Türme bauen wollte? Klüngel? Oppenheim-Esch?
    @Lars: „Rehmagen“ dann noch ohne h.