von der Leyen und die Ewiggestrigen in der CDU/CSU

Wow, das muss man Anfang des 21. Jahrhunderts erst einmal sacken lassen:

Berlin (Reuters) – Trotz der Rückendeckung der CDU-Spitze stößt Familienministerin Ursula von der Leyen mit ihren Plänen zum Ausbau der Kleinkinderbetreuung in der Union auf wachsende Kritik.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder warnte am Mittwoch davor, das Familienmodell mit berufstätiger Mutter in den Mittelpunkt zu stellen. “Das halte ich für falsch”, sagte er der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Außerdem dürfe der Bund für die Einrichtung Hunderttausender neuer Kita-Plätze nicht zur Kasse gebeten werden, wie es von der Leyen vorgeschlagen hatte. Dies sei Ländersache. Thüringens CDU-Generalsekretär Mike Mohring warf der Ministerin vor, die klassischen Unions-Wähler zu verschrecken. Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Peter Ramsauer, erklärte, die Ministerin vertrete nicht das Familienbild von vielen Unionsmitgliedern.

Wir erfahren also seit ewigen Zeiten, dass Skandinavien Vorbild sei, Frankreich auch, das alle flexibler sein sollen, und so weiter und so fort und dann stellen sich Herr Kauder und Herr Ramsauer hin und weisen darauf hin, dass das mit den Vorstellungen der gemeinen Unions-Mitgliedern an sich nicht vereinbar wäre. Die sind also so rückschrittig, dass sie weiterhin an dem Familienbild der glücklichen 50er Jahre festhalten wollen. Herrlich. Das führt jetzt sogar dazu, dass ich plötzlich auf der Seite von Frau von der Leyen bin und bei dem Gedanken muss ich mich erstmal waschen gehen, so schmutzig fühle ich mich und von dem dauergrinsenden Bild in meinem Kopf bekomme ich Ausschlag.

Familienpolitik a la CDU ist also nichts mehr als Lippenbekenntnisse, die bloß nicht Realität werden sollen, da sonst der Verlust von Wählerstimmen befürchtet wird. Gut zu wissen, den Politikbereich können wir also auch für den Rest der Legislaturperiode getrost vergessen. Ist ja auch nicht so wichtig, das bisschen Zukunft und so.

[ via: Wachsende Kritik in Union an von der Leyens Familienbild | Reuters.de ]

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2 Antworten auf „von der Leyen und die Ewiggestrigen in der CDU/CSU“

  1. Zumal, es ist ja nicht so, als wenn das Familienbild der vielen Unionsmitglieder irgendwie relevant wäre. Wie viele von denen sind bitte noch im gebärfähigen Alter?

    15% ?

    5% ?

  2. ich wünschte mir, das man diese Entscheidung den Familien überlässt und endlich anfängt das zu unterstützen, was Familien wählen, ganz gleich ob Muddi zu Hause bleiben mag, weil sie es schön findet ihre Kinder zu erleben beim wachsen, oder ob Muddi lieber arbeitet, weil ihr die Decke auf den Kopf fällt. Wenn beides unterstützt würde (und finanziert Muttergeld und/ oder Kita) und auch Frau Schwarzer endlich anerkennt, das beides gut sein kann, dann sind wir vielleicht einen Schritt weiter…

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