CeBIT 2007 – Nachbetrachtung

Heute morgen habe ich mich in einen gut vollen ICE gesetzt und bin gen Hannover gereist, wie so viele andere auch, die die CeBIT 2007 besuchen wollten. Wie z.B. der Herr mit Schnurrbart, gekleidet in einem grauen Buttondown-Shirt mit 1/2-Ärmeln und Schlips, das wären da eigentlich schon mal vier Absurditäten auf einmal und eigentlich schon alleine eine Erwähnung wert, aber besagter Herr, sicherlich Ingenieur, hat es geschafft, die gesamte Fahrtzeit von Bonn bis Hannover ohne Punkt und Komma auf seinen Mitfahrer einzureden, der sein Chef zu sein schien und den es zu beeindrucken galt. Themen waren u.a., und ich erhebe da keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, weil es auch sein kann, dass ich durchaus vom Schlaf übermannt wurde, die GUI von StarMoney, die nicht komplett Windows-konform sei, das Nicht-Intuitive an Produkten von Adobe, die ein sinnvolles Arbeiten quasi unmöglichen machen, im Gegensatz zu Corel Draw, mit dem man nicht zeichnen könne, obwohl das so hiesse, aber sonst sehr intuitiv sei, die Importprobleme von Word in Lotus Notes, was auch nicht intuitiv sei wie Windows, das unmögliche Unterfangen, Windows davon zu überzeugen, dass bei „Punktempehgeh-Dateien“ nicht der MediaPlayer, sondern ein anderes Produkt zu starten sei, bis hin zu, und es kann sein, dass ich da den Übergang verpennt habe, der Verknüpfung der Gegensprechanlage mit der häuslichen Telefonanlage, was nur ginge, wenn man *89# wählen würde, was man sich nicht merken könne und zwei Relais hätte er umfunktioniert, damit man das Garagentor bedienen kann. Da hörte ich zum ersten Mal seinen Chef etwas sagen: „wir gehen immer runter und machen die Tür auf.“ Na bitte, schon waren wir in Hannover.

Warum bekommt man eigentlich vor dem Skywalk auf dem Weg zur Messe immer diese ganzen kostenlosen Altpapier-Editionen wie VDI Nachrichten, ix-Sonderwerbespecial oder Messezeitung in die Hand gedrückt? Ich bin doch nicht auf dem Weg ins Café, und ausserdem steht da eh nur Schrott, äh, leicht umformulierte Pressemeldungen drin.

15032007(002)Kaum angekommen in den Messehallen, freut man sich ob des Platzes, der dieses Jahr herrscht. Sicher, Beutelratten mit übergroßen absurden Taschen sieht man immer noch, aber auch wunderbar viel Platz überall, so dass man dankbar ist, dass technik-lastige Aussteller wie die Tourismusvereinigung Harz mit einem naturgetreuen Nachbau eines Bächleins in Halle 2 aufwarten können.

Die Messe hat total den Fokus verloren, es scheint, als ob alles irgendwie zusammengewürfelt ist. Briefsortier- und Frankiermaschinen neben Plasmabildschirmen, dann Geldautomaten, Kabelkanäle und Navigationsgeräte. Wenig Triple Play, eher Kuddelmuddel. Große Aussteller fehlen, dafür ist ein Trend zu sehen: Handyladenketten mit riesigen Ständen. Überhaupt, aufgefallen ist auch das Überangebot an Handy-related Nippes wie Kettchen, Söckchen, Plastikschalen, Lederhalterungen, und so weiter, aber da sollte die CeBIT konsequent sein und im nächsten Jahr gleich eine ganze Halle für diesen Kram bereitstellen – den Handynippespavillion.

Ansonsten gab es nicht Spannendes, bzw. nichts, was nicht auch schon vor Tagen oder Wochen im Web zu lesen war. Drei gute Termine habe ich gehabt, dafür qualmen meine Füße und die Rückfahrt habe ich passenderweise im Raucherabteil verbracht.

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4 Antworten auf „CeBIT 2007 – Nachbetrachtung“

  1. Diese Dauerlaberer im Zug finde ich auch immer die absolute Pest. Meistens merken die gar nicht dass sie nonstop reden über Stunden und die Gegenseite hat sich in das Schicksal meist einfach ergeben. Man möchte rübergehen und… na ja. Eine schöne Szene dazu gabs übrigens in der letzten Folge von Grays Anatomy (wurde hier doch auch schonmal erwähnt?). Hat das noch jemand gesehen?

  2. so wichser fahren durchs ganze land. das land wundert sich und keiner wills gewesen sein.

    nächste mal hauste ihm einfach auf maul – ohne vorankündigung.

  3. ich wollte nur mal sagen, dass ich immer wieder begeistert bin, wie schön du schreibst.
    notiere ich jetzt nicht unter den anderen dingen, die mich amüsiert haben, aber da gehören sie auch hin!

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