Krippenplätze bis 2013 für jedes dritte Kleinkind

Nico —  3.04.2007

Wow. bis 2013 soll für jedes dritte Kleinkind ein Krippenplatz zur Verfügung stehen. Das sind ja nur 6 Jahre. Wenn wir jetzt Kind Nr. 3 ansetzen, geht es dann schon fast zur Grundschule.

Ich kann diese Diskussion überhaupt nicht mehr nachvollziehen und die Jubelmeldungen schon mal gar nicht. Frau von der Leyen ist stolz wie Bolle auf den Deal bis zum Jahr 2013, die SPD will zur Finanzierung am Liebsten das Kindergeld nicht erhöhen und CDU/CSU träumen weiterhin von der Frau am Herd mitsamt Schürze und braven Kindern mit Scheitel. Und da frage ich mich, ob die alle noch die Tassen im Schrank haben. Echt. Seit Jahren gibt es eine Diskussion über Kinder in Deutschland, über Kinder in Skandinavien und in Frankreich, über das Bildungssystem, über PISA und wasweissichnichtnochalles. Die Quintessenz ist schon lange: es muss sich schnell etwas tun. Sehr schnell. Dazu kommt noch die Komponente, dass für viele Eltern die Berufstätigkeit ohne Krippenplatz nicht so möglich ist, wie sie sein könnte. Wenn man will, dass die Geburtenrate wieder ordentlich steigt, dann muss man zügig Angebote schaffen, das fängt bei Krippenplätzen an und geht über Schulen bishin zum Universitätssystem. Deutschland bekleckert sich derzeit bei all diesen Feldern nicht mit Ruhm. Und dann wird eine Anhebung der Krippenplätze auf das angestrebte EU-Niveau in den nächsten 6 Jahren als Erfolg verkauft.

Irre. Das ist ja quasi sofort und alle Probleme sind gelöst. SPD-Familienexpertin und Bonner OB Bärbel Dieckmann sieht das ähnlich, und sie muss es ja wissen, schliesslich sorgt sie schon seit Jahren für die sensationell gute Situation in Bonn. An ihrer Stelle würde ich mich mal ganz bedeckt halten zu diesem Thema, das Wort Unglaubwürdig trifft es nur ansatzweise.

Familienpolitik ist toll, da gibt es noch richtige Erfolge zu feiern.

2 responses to Krippenplätze bis 2013 für jedes dritte Kleinkind

  1. Yo. Ich habe, als ich diese Jahreszahl gehört habe schnell noch mal auf den Kalender geguckt, aber der 1. April war doch schon rum. Schon toll, als Politiker kann man Dinge beschließen, an die man sich, wenn deren Umsetzung ansteht, schon gar nicht mehr erinnern kann.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie schnell man im Gegenzug Steuererhöhungen durchgesetzt bekommt und vor allem, wie schnell die dann umgesetzt werden (Um endgültig die Polemik aus dem Sack zu lassen) :)

  2. Klar, wenn man sich um Finanzierung und Umsetzung selber überhaupt keine Gedanken machen muss, kann man Fundamentalopposition machen und alles sofort einfordern.