Archiv für Mai 2007

24. Mai 2007

Drei mit Kurt

Über die Neue SPD-Stellvertreter wurde in den letzten Tagen viel diskutiert und Anhänger des Regionalproporzes sehen Rheinland-Pfalz überrepräsentiert und den Osten unterrepräsentiert, ausserdem nur eine Frau und drei Männer, und und und.

Ich finde bislang nicht, dass Kurt Beck in seiner Zeit als SPD-Vorsitzender irgendwie auch nur den Hauch von Strahlkraft vorweisen konnte, geschweige denn Themen zu besetzen wusste, aber mit der Umgestaltung des SPD Parteivorstandes geht er in eine richtige Richtung. Eingebunden werden die beiden SPD-Aushängeschilder in der Bundesregierung, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier und die Wortführerin der SPD-Linken, Andrea Nahles, der ich nur ungefähr 2 Sekunden lauschen kann, bevor ich in die innere Emigration wandere, findet ebenfalls ein Platz im Parteivorstand. Und das macht jede Menge Sinn. Im alten Vorstand waren eine Menge Blassbacken, die niemand kannte und die nichts sagten und auch nichts zu sagen hatten. Steinbrück, Steinmeier und Nahles haben Gewicht, mischen sich ein und verstehen es, Themen zu besetzen.

Mit dem neuen SPD Parteivorstand kann die Partei wieder mehr Profil gewinnen, aber auch zeigen, wie unterschiedlich die Politikansätze innerhalb der Partei sein können. Das finde ich gut und richtig und bin daher endlich einmal von Kurt Beck durchaus angetan.

Jetzt muss die Partei nur noch anfangen, das Internet und die damit verbundenen Herausforderungen an die Gesellschaft im 21. Jahrhundert als Themenschwerpunkt zu setzen und in eine breite Diskussion darüber einsteigen, aber ich will nicht anfangen zu träumen, sondern freue mich über jeden kleinen Schritt, möge er noch so klein sein. Mehr Profil allerdings kann nicht schaden, und dafür wird der neue Parteivorstand sorgen.

24. Mai 2007

Keine Bubble 2007

Die Frequenz, mit der Twitter-Clones, Socialnetworks und Online-Stammbäume das Licht der Welt erblicken sollen, lässt einige Leute darauf schliessen, dass eine neue Bubble entsteht. Ich sehe das nicht so, da vor allem die bislang investierten Summen viel geringer sind als Ende der 90er, aber auch so richtig absurde Sachen komplett fehlen. Derzeit versuchen eben viele, mit bekannten Themen loszulaufen, und da bieten sich eben Social Networks an. Einige Perlen entstehen aber durchaus, was mich darin bestärkt, dass der Markt ordentlich wächst, aber nicht bubbelt.

Ein paar Zahlen von Startup Squad, die ich einfach mal ungeprüft übernehme, weil sie a) plausibel klingen und b) mein Argument unterstützen:

In year 2000 – $25.7 billion invested
In year 2001 – $8.7 billion invested
In first half of 2002 – $2.3 billion (the dark days)
In first half of 2003 – $1.7 billion (the real darky days)
In first half of 2006 – $2.2 billion (so called Web20 bubble days)

Viel besser wird aber der derzeitige Stand der Entwicklung durch dieses Foto von Frontrunner illustriert:

Wired und Red Herring im Vergleich zwischen 1999/2000 und 2007.

[ via: alarm:clock euro: Bubble 2007 Metrics ]

23. Mai 2007

Staatlicher Terroristentwitter?

Wieder mal verlesen.

Der Staat wittert Terroristen und zeigt mit dem Finger auf sie [...]

Hätte ja sein können, so wie die am Puls der Zeit sind, gerade in Sachen Internet und so.

[ via: Spreeblick » Benz brennt ]

23. Mai 2007

Wohnungssuchgenerve

So langsam nervt es. Wir suchen in Hamburg in Alsternähe eine Wohnung und entweder müssen wir uns mit Maklern rumärgern oder aber es scheitert an der Kombination Alleinverdiener, Ehefrau im Mutterschutz, zwei Kinder und zwei Katzen.

Wir suchen für einen ordentlichen Preis eine ansprechende 4-Zimmer Wohnung in Alsternähe, aber irgendwie scheint der Markt nur Wohnungen mit 3 oder 6 Zimmern zu kennen, mit den entsprechenden verbundenen Kosten. Den Hinweis “dann zieht doch nach Rahlstedt” oder “zieht doch ausserhalb von Hamburg in ein adrettes Neubaugebiet” kann ich nicht mehr hören. Dieses ganze “wachsende Stadt”-Gefasel geht mir auch ziemlich auf die Nüsse, da will man in die Stadt ziehen und es gibt absolut keinen ädequaten Wohnraum. Den bekommen Doppelverdiener ohne Kinder.

18. Mai 2007

Augenarmer Zwangsbrückentag

Meine Brille sieht dank zweier Kinder mittlerweile etwas mitgenommen aus und da hatte ich den brillianten Einfall, mich mal eines Augenarzt-Checkups zu unterziehen und mitsamt neuem Rezept eine neue Brille shoppen zu gehen. Nach den ersten Tests heute morgen kam dann die Ansage, dass meine Brille für meine Augen eher nur eine homöopathische Dosis darstelle und getropft werden müsse, um mal genauer zu gucken, was meine Äuglein so treiben.

Klasse Idee. Nur 13 Stunden später kann ich wieder einigermassen Buchstaben erkennen. Eigentlich wollte ich den Brückentag dazu nutzen, mal im Büro in aller Ruhe Papierkrams zu erledigen, aber das hatte so keinen Zweck. Stattdessen habe ich mal den fehlenden Schlaf der letzten Wochen nachgeholt, gucken konnte ich eh kaum. Schon erschreckend zu sehen, oder vielmehr nicht sehen, wie es ist, wenn man nicht ordentlich gucken kann.

Nächste Woche dann kommt das fröhliche Buchstabenratespiel und dann bekomme ich eine neue Brille mitsamt Hund.