Geißler zur fehlenden intellektuellen Kraft der Parteien

Heiner Geißler genießt schon länger meinen Respekt, weil er mit zunehmenden Alter immer anstrengender und kritischer wird. Ich halte zwar nichts von Attac, aber finde sein Zeichensetzen mit dem kürzlich erfolgten Eintritt sehr interessant, da man von einem CDU-Mitglied und noch dazu einem ehemaligen Generalsekretär eher nicht davon ausgehen kann, dass große Sympathien für Attac vorherrschen. Im Interview mit der Welt geht er ein wenig darauf ein:

Die politischen Parteien ? die SPD sogar noch mehr als die CDU ? zeichnen sich durch Teilnahmslosigkeit und Ahnungslosigkeit hinsichtlich der elementaren Probleme der Weltwirtschaft aus. Sie glauben immer noch, das jetzige Wirtschaftssystem sei das richtige. Deshalb besitzen sie nicht die intellektuelle Kraft, eine neue Konzeption zu entwickeln, wie das vor 60 Jahren mit der sozialen Marktwirtschaft gelungen ist.

Zack. Das passt. Die Politik ist gezwungen, in immer kurzfristigeren Zyklen zu denken und zu handeln, da bleiben intellektuelle Kräfte in der Tat eher unberührt.

Heiner Geißler ist auch jemand, von dem ich mir wünsche, er würde bloggen.

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4 Antworten auf „Geißler zur fehlenden intellektuellen Kraft der Parteien“

  1. Stimmt. Manche werden selbstgefällige Laberköpfe im Alter, manche werden immer klüger.

    (Neues von der Wohnungsfront?)

  2. … und wieder andere mutieren zu Herz-Jesu-Sozialisten. Das Statement gestern von Heiner Geissler über den Sozialrevolutionär Jesu Christus war an Naivität nicht mehr zu übertreffen.

  3. Was wir in Deutschland bräuchten wäre eine Art Huffington Post. Ein politisches Blog, in dem prominente Persönlichkeiten sich als Gastautoren zu den Themen äussern können.
    Das wäre für Leute wie Geißler genau das Richtige.

  4. Richtig! Aber äussern allein würde nicht reichen. Die müssten sich dann auch zu den Kommentaren der Leser äussern. Und es müssten fachkompetente Leser kommentieren und nicht nur Gesinnungsgenossen. Auf die Erklärungsnotstände von Heiner Geissler zu seinen befreiungstheologischen Ansichten würde ich mich freuen.

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