Nicht wundern, bloggen!

Und ihr wundert Euch, dass es euch schlecht geht? schreibt Don Alphonso und ich stelle wieder einmal fest, warum ich Twitter so gerne nutze. Als Norddeutscher neige ich eh zu Maulfaulheit, auch beim Schreiben und Lesen.

Dennoch, um ein wenig auf den Artikel einzugehen: Krise, welche Krise? Das ist doch alles individuell, den gemeinen Blogger an sich gibt es eh nicht. Ich finde es beruhigend, dass 2007 Blogs in der Normalität angekommen sind und man völlig unaufgeregt feststellen kann, dass Blogs eine Spielart des User-generated Content darstellen und jeder User nur maximal 24 Stunden Zeit für die eher lieblos Content-Generierung genannte Befüllung unterschiedlicher Internet-basierter Formate mit Inhalten.

Aber, Don hat völlig recht, dass Schreiben nicht vorbei ist, vielmehr ist überhaupt nicht vorbei, dass User sich eine Möglichkeit suchen, um sich mittels des Internet auszudrücken, egal ob nun per Text, Bild, Ton, Video oder irgendwie gemischt. Eine reine Lehre gibt es nicht mehr, Konvergenz macht sich ziemlich breit. Das bedeutet aber auch, dass die Perzeptionsmuster Veränderungen unterliegen und wir unsere Zeit vielleicht mehr damit verbringen, Inhalte in Social Networks zu lesen oder auf Websites, die Inhalte ihrer User zu einem bestimmten Thema zusammenstellen.

Für mich stellt sich das mit dem Bloggen so dar: wenn ich Zeit und Lust habe, und noch dazu auch halbwegs die richtigen Worte finde, dann blogge ich. Ansonsten kommt ein lakonischer Kommentar bei Twitter oder ein kurzer Link bei Facebook. Würde ich nur auf meine Pageviews achten, dann ginge dieser Approach nicht, aber ich mache dieses Blog ja auch nicht, um Reichweitenkönig zu werden. Ganz egoistisch mache ich dieses Blog vor allem, weil ich daran Spass habe. Eitel bin ich zwar auch durchaus und checke auch des öfteren, ob bei Technorati jemand auf mich verlinkt, aber Weltranglisten, auf denen ich nicht führe, sind mir herzlich egal und nicht die Motivation für mein Geblogge.

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5 Antworten auf „Nicht wundern, bloggen!“

  1. Ich stelle mal die kühle These in den Raum, dass es nicht unbedingt der Verlust an Reichweite ist, der zahlreiche A- und B-Lister hat aufgeben lassen. Vielleicht ist es eher der Tonfall untereinander.

    Wer mag schon von Bekannten vorgehalten bekommen seine Zeit in einem Soziopathenstadl zu verbringen?

    Punkt 2: Wer heute tatsächlich Reichweite will, muss dahin gehen, wo es schmutzig wird. Schnell, laut und meinungsstark muss gebloggt werden. Und Links, Links, Links!

    Das ist nicht unbedingt, was sich die Schöngeister der vergangenen Tage vorgestellt haben. Für manche nicht einmal ein angenehmes Umfeld, siehe oben.

  2. okay, das mit dem Tonfall ist echt so eine Sache, das stimmt schon. Generell gehen Diskussionen gerne ins Persönliche und driften von Sachthemen weg. Das nervt auf Dauer.

  3. Das ist aber nichts neues, das war in Mailboxen zu seliger Modemzeit so, im Fidonetz und all seinen Ablegern, im Usenet, das ist offensichtlich der normale Weg der elektronsichen Kommunikation. Warum sollten Blogs da eine Ausnahme sein? Foren geht es doch genauso.

  4. Wenn man Leuten, die zu großen Teilen für den eher anstrengenden Ton in der deutschen Blogwelt verantwortlich sind, immer wieder die Aufmerksamkeit gibt, nach der sie gieren, wird das natürlich auch nie besser.

    Soziopathenstadl ist ein schönes Wort. Trifft es sehr gut.

  5. Das ganze Bloggen geht mir auch auf den Keks. Meine baldige Familie steht im Vordergrund. Da kann mir jeder Wortfechter kommen wie er will, ich blogge bei mir nur wenn ich bloggen will und Bock drauf habe. Alles andere ist dämlich und kotzt mich an. Basta.

    Das musste mal gesagt werden. :)

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