Marcel macht das gut. Mit einer plakativen Headline werden Leser angelockt, dann gibt es noch eine Wette und der Sturm im Wasserglas der deutschen Blogosphäre ist perfekt, das Thema Friendfeed wird diskutiert. Marcels These:
Friendfeed ist das nächste große Ding. In den US-Blogs gibt es aktuell kaum ein anderes Thema mehr; außer der Instabilität von Twitter. In spätestens einem Jahr wird friendfeed auch in Deutschland einschlagen.
Meine Gegenthese:
Friendfeed ist nicht das nächste große Ding, jedenfalls nicht in Deutschland. Auch in einem Jahr nicht.
Friendfeed lebt von Diskussionen rund um aggregierte Items. Das interessiert den Mainstream eher weniger, der will nur gucken. Der Mainstream-User, vor allem in Deutschland, braucht auch keine Aggregation verschiedenster Dienste für seinen Lifestream, der nutzt eine Plattform und hat dort alles, oder das meiste, was er braucht. Die von Friendfeed eingezogene Ebene versteht “der User an sich” eher nicht. Hinzu kommt die Abkoppelung der Diskussion vom eigentlichen Item, denn sie findet nicht mehr nur auf Flickr, im Blog oder bei Last.fm statt, um nur einige Beispiele zu nennen, sondern auch bei Friendfeed. Ja, es gibt Möglichkeiten, die Diskussionen jedenfalls teilweise wieder zusammenzuführen, aber das wird nie komplett funktionieren, dafür ist das Web zu dezentral. Also bleibt Friendfeed zwar irgendwie nett, aber zeitaufwändig und auch ein Stück weit umständlich.
Für Early-Adopters ist Friendfeed sicherlich gerade die heisse Scheisse du Jour, aber nichts für den Mainstream. Auch in einem Jahr nicht, lieber Marcel. Erklär mal einem User von StudiVZ, Kwick oder Knuddels, warum er Friendfeed nutzen sollte. Eben.
[ via: netzwertig.com » Archiv » Warum friendfeed das nächste große Ding ist ]


