Das Möchtegern-Leitmedium

Nico —  21.07.2008

DER SPIEGEL schreibt über „Die Beta-Blogger“, allein der Titel lässt schon darauf schliessen, worum es in dem Text geht. Ohne dass ich den Artikel gelesen habe, möchte ich nur eine Sache anmerken:

Ich lasse mir nicht eine Diskussion über Blogs in Deutschland aufschwatzen von einem Magazin, das ich vor Jahren aufgehört habe zu lesen.

14 responses to Das Möchtegern-Leitmedium

  1. Was war noch einmal gleich „Der Spiegel“?

  2. ich kenne das noch von früher. die waren mal wichtig, sagt unsere
    eltern-generation.

  3. Jetzt erinnere ich mich langsam. Spiegel – das waren doch diese sauber gebündelten Heftpakete, die man bei Wohnungsauflösungen immer auf den Dachböden von Oberstudienräten finden konnte, oder?

  4. Online ist der noch nicht, oder?

  5. Nein, das waren Pornoheftchen.

  6. Doch. Lohnt sich aber nicht. Niggemeier und der Bildblog sind toll, Don Alphonso machte sich jüngst lustvoll daran, die Dünkel der deutschen Blogger-Szene zu zerlegen und PI ist wirklich schlimm.

  7. So ganz kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Aber ich bin ja auch immer noch ein bekennender Papiernutzer.

    Der Artikel stellt doch die richtigen Fragen.

    Und die Reaktion der so genannten Blogossphäre bestätigt den Artikel doch: Hätten Blogs den von so vielen gewünschten Einfluss müsste man jetzt in der Schmollecke sitzen.

    Deutsche Blogs können bisher bestenfalls eine Ergänzung sein. Meins betrachte ich höchstens als eine Art digitaler Leserbrief.

    Auf Spiegel, FAZ, Freitag, Cicero und Konkret will ich jdenfalls nicht verzichten. Und ich meine die gedruckte Fassung.

    Wo ist denn das Blog, dass von sich aus Themen mal gründlich und kontinuierlich behandelt? Außer bei Themen, die das Netz betreffen, finde ich keine (ich meine z.B. netzpolitik.org).

  8. muss es _das_ Blog geben, das sich mit dem Thema Politik
    auseinandersetzt? Das wäre zwar nett, von wegen der Übersichtlichkeit,
    aber viel interessanter ist es doch, all die unterschiedlichen
    Meinungen auf Blogs zu bestimmten Themen zu sehen, wie es bspw. Rivva
    versucht darzustellen. Und ehrlich gesagt interessiert mich die
    Meinung auf Blogs, die ich lese, immer noch weit mehr als auf
    irgendwelchen selbsternannten Fachblogs.

  9. Dass ein Blog nicht umfassend alle Themen behandeln kann, ist mir schon klar. Einen Ersatz für eine Tageszeitung oder ein Wochenmagazin suche ich auch gar nicht bei den Blogs.

    Aber wo ist der Blogger, der fachkundig zur aktuellen Kreditkrise schreiben kann? Wo das Blog, das sich umfassend und faktenkundig mit den Problemen der Energieversorgung auseinandersetzt? Und so ein Blog müsste auch am Thema sein, bevor und nachdem ein Thema in der Öffentlichkeit heiß gehandelt wird.

    Meinung ist ja schön und gut und ich lese gerne Meinungsbeiträge, wenn sie gut begründet sind. Aber ich will auch Fakten. Und das finde ich in den Blogs eher selten, auch in mancher Tageszeitung nicht. Deshalb habe ich mein TAZ-Abo zum Beispiel gekündigt.

    Das macht keiner nebenher, das ist mir klar. Könnte ein Grund sein, warum es das nicht gibt. Man kann schließlich nicht davon leben.

    Aber Rivva als Beispiel dafür, wie gut die deutschen Blogs funktionieren? Nicht ernsthaft oder: Ich schaue jetzt (Dienstagmittag) gerade mal drauf. Was sind die wichtigsten Themen laut Rivva? Ganz oben der Spiegelartikel, um den es auch hier geht. Irgendwelche Applegeschichten, StudiVZ, Hackerparagraf. Und so oder ähnlich sind die Themen fast immer, wenn ich mal bei Rivva vorbeischaue.

    Ginge es nach Rivva, wären Energiekrise, Wirtschaftskrise, US-Präsidentschaftswahlkampf, China und die Olympischen Spiele oder auch der aktuell gerade laufende Prozess in Guantanamo kein Thema.

    Und eben deshalb spielen Blogs keine Rolle.

  10. Rivva ist ein Ansatz, wie man Diskussionen aufbereiten kann. Mehr ist
    es derzeit nicht. Mehr erwarte ich aber auch gar nicht.

    Bei mir steht das Thema Meinung im Vordergrund, Du willst lieber
    Fakten. Das ist schon okay, aber ich kann Dir ehrlich gesagt nicht
    sagen, wo Deine Themen so umfassend behandelt werden. Denn es gibt bei
    Blogs eben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Das Schöne ist ja: man muss Blogs nicht lesen. Es ist nur eine
    Erweiterung des Angebots, das mag man oder auch nicht.

  11. Dann sind wir uns ja eigentlich einig. Ich lese ja gerne Blogs, aber politisch sind die meistens nicht. Und darum ging es ja im Spiegelartikel.

    Dann bitte aber auch nicht so tun, als sei mit den Blogs alles andere überflüssig geworden. Denn offensichtlich können die alten Medien ja etwas, was Blogs dann nicht bieten.

    Der Mix macht es eben.

  12. aber ehrlich gesagt: mich würden blogs nerven, die monothematisch den
    ganzen tag nur politik rauf und runter behandeln, ich finde es wie
    gesagt viel spannender, wenn „ganz normale“ blogger auch mal politisch
    bloggen, weil sie ein konkreten anlass haben.

  13. Das sei dir gegönnt.

    Aber solche Mischmaschblogs (so würde ich meines auch mal bezeichnen) können doch kein Ersatz für eine umfangreiche Berichterstattung a la Spiegel, Deutschlandfunk usw. sein.

    Aber genau dieser Eindruck wurde hier erweckt und genau so treten viele Möchtegernleitblogger auf.

    Da müssten dann schon mal monothematische Blogs von echten „Auskennern“ ran. Und die gibt es eben nicht. Denn vielleicht interessiere ich mich ja für Energiepolitik, aber das Familienleben des „Auskenners“ interessiert mich gerade nicht so unbedingt.

    Den gewünschten Mix an Inhalten kann ich mir auch im Feedreader zusammenstellen.

  14. Da spricht mir einer aus dem Herzen.