Aufbruch in den Wahlkampf 2009

Nach einer sehr langen Zeit ist nun endlich die nervige Hängepartie beendet worden. Frank-Walter Steinmeier wurde erwartungsgemäß zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 vorgeschlagen, was aufgrund seiner Popularitätswerte sowieso schon alle erwartet hatten. In völliger Unkenntnis der Berliner Verhältnisse hatte Beck stets auf den geeigneten Zeitpunkt für die Verkündung gewartet, der natürlich nie kam. Nun ist Beck auch noch zurückgetreten, wieder einmal als Opfer der Zustände, die er nie verstehen wollte und in einer Rolle, die er stets fand. Ich finde das schade, ist Beck doch ein verdienter Ministerpräsident, aber es scheint, dass er mit den Funktionsweisen des Berliner Politikbetriebs nie warm geworden ist. Letztendlich sind jetzt immerhin alle Fronten geklärt.

Nun also Steinmeier und Müntefering als Parteivorsitzender, von Frau Nahles und Herrn Steinbrück war heute aber so etwas von gar nicht die Rede, das mir das schon wieder seltsam vorkommt. Frau Nahles wird jetzt sicherlich alles dafür tun, dass ihr Einfluss beim nächsten Parteitag wiederum gesichert wird. Mit Müntefering hat die Partei aber demnächst einen Vorsitzenden, der eigentlich dafür sorgen könnte, dass der Laden wieder rund läuft, schließlich hat er schon fast alle Ämter durchgespielt und könnte in eine Rolle als Übervater der Partei schlüpfen und die Ränge unter sich ordnen, was der Partei durchaus gut stehen würde.

Mit Steinmeier und Müntefering vorneweg dürfte der Wahlkampf auch einiges an Spannung erfahren, schliesslich wird das Linksfront-Gerede seitens der CDU/CSU so ins Leere laufen, sind die beiden doch linkeren Tendenzen eher seltenst verdächtigt worden. Steinmeier und Müntefering stehen für die erfolgreichen Schröder-Jahre und natürlich die Agenda 2010 und zeigen insgesamt die Kontinuität auf von 10 Regierungsjahren der SPD, in denen seit Kohl einiges bewegt wurde. Der Wahlkampf 2009 hat nun aber wirklich angefangen und die SPD hat sich heute endlich freigemacht von einigem Ballast, kann jetzt also mit Kraft in die politischen Auseinandersetzungen der nächsten 12 Monate gehen.