Obama wirbt In-Game

Nico —  14.10.2008

Während hierzulande die Parteien nachwievor im Rundfunk-Paradigma gefangen sind und auch 2009 nicht verstehen werden, wie wenig Wähler sie mit den müden „Parteien zur Wahl“-Spots zum Urnengang motiviert bekommen, macht das Team von Barack Obama munter weiter mit seiner crossmedialen Kampagne. Neben dem Aufkauf von 30 Minuten Sendezeit bei CBS und NBC eine Woche vor der Wahl, werden auch Medien penetriert, von denen deutsche Parteien noch nie gehört haben, und wenn dann mit dem Hinweis „Jugendschutz! Müssen wir regulieren!“ – nämlich den Konsolenspielen.

Obama wirbt jetzt auf der Xbox 360 im Spiel Burnout Paradise. Damit ist er der erste Politiker, der In-Game-Advertising für seine Kampagne nutzt. Neben den Werbe-Effekten im Spiel ist sicherlich die Meta-Ebene dieser Maßnahme der Hauptgrund für das Plakat in Burnout Paradise. In-Game-Advertising für politische Kampagnen ist bislang nicht üblich, daher werden viele über Obama schreiben und es wird wiederum deutlich werden, dass Obama und sein Wahlkampf für jugendliche Frische stehen werden, ganz im Vergleich zu John McCain.

Mal sehen, ob 2009 jemand für sozialen Aufstieg innerhalb von Pennergame wirbt, thematisch passen würde es ja…

[ via: Confirmed: Obama Is Campaigning on Xbox 360! – GigaOM ]

4 responses to Obama wirbt In-Game

  1. gute Idee:
    – Die CDU kauft sich bei Spore ein (Genmanipulation ist harmlos und macht Spass)
    – Die Grünen kriegen Halflife (ein Plädoyer für die Technologiefolgenabschätzung)
    – die FDP sollte sich in ftp umbenennen und dann Monopoly buchen.
    – Die freien Wähler liegen mit SimCity richtig (jeder kann Bürgermeister werden)
    – Lafontaine freut sich über seinen Auftritt als Joker bei Anne Will und LEGO Batman
    – Der SPD empfehle ich Fussball Manager 08 („Führen Sie ihren Verein zum Erfolg“)

  2. EA unterstützt Obamas Wahlkampf auch sonst. Ist also nicht so verwunderlich – außer der Frage, ob sich das Spiel nicht eher an noch nicht wahlberechtigte Jugendliche wendet. Aber Obama und seine Freunde sind da ja bekanntlich nicht zimperlich.

    Und die Werbung bei CBS und NBC wird kauf auffallen; das Programm scheint manchmal schon jetzt wie eine Obama Dauerwerbesendung.

    Aber bei Obama ist ja sowieso die Verpackung wichtiger als der Inhalt.

  3. ich finde dieses Werbemedium sehr gut da auch junge Wähler angesprochen werden. Es geht zar nicht um Inhalt aber das Gesicht zählt. Mit plumpen Werbetischen und Luftballons kann man ja auch keinen mehr vorlocken. Liebe Grüße…

  4. Der Vorteil der „Parteien zur Wahl“ ist das niedrige Budget.

    In-Game-Advertising für politische Kampagnen kann, je nach Spiel, aber auch nach hinten losgehen. Wenn einen bösen Crash vor dem Plakat geben kann, werden ihn auch bald sehen.