25 Jahre c’t – und jetzt?

Nico —  3.11.2008

Am Wochenende wurde in vielen Blogs das Jubiläum der c’t gefeiert. 25 Jahre sind eine stolze Zahl und ich habe sicherlich so um die 10 Jahre davon als Leser begleitet.

Seit einiger Zeit allerdings wurde die c’t für mich immer weniger lesenswert. Nach zwei Jahren, in denen die c’t nicht mehr mit Wissensdurst sofort durchgelesen, sondern nur noch gelangweilt auf dem Klo durchgeblättert wurde, lese ich nun seit mindestens einem halben Jahr die c’t gar nicht mehr. Und ehrlich gesagt vermisse ich sie auch nicht.

Für mich ist die c’t nicht wirklich im Web-Zeitalter angekommen, was sich natürlich an dem Web-Auftritt manifestiert. Irgendwie habe ich immer das Gefühl gehabt, bei c’t schreiben überwiegend Leute, für die Lynx das Maß aller Ding darstellt und dieses bunte Zeugs im Web vor allem neue Sicherheitslücken darstellt. Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr auf Vista-Installationstipps, Kühlschrankinhaltsortierungsroboter im Selbstbau oder News-Häppchen, die seit Wochen schon im Netz zu lesen waren. Test-Berichte brauche ich sowieso nur dann, wenn ein Kauf ansteht, in der Zwischenzeit interessieren mich Tintenstrahldrucker, 30″-Displays, Beamer und Digitalkameras irgendwie eher nicht. All die guten Artikel, die die Zeitschrift lesenswert machten, waren leider immer zu kurz, bzw. zu selten vorhanden, als dass die Anschaffung des Altpapiers noch Sinn machte.

Ich glaube, dass Zeitschriften über Technik und Computer es unglaublich schwer haben werden, wenn so viele Inhalte bereits im Web verfügbar sind. Daher sollte eine moderne Zeitschrift eben auch und vor allem online publizieren, anstatt nachwievor nur Auszüge online zu stellen. So lange dies nicht passiert und aus der c’t ein wirkliches Online-Informationsangebot wird, freue ich mich über die erreichten 25 Jahre, habe aber wenig Hoffnung auf die nächsten 25 Jahre.

5 responses to 25 Jahre c’t – und jetzt?

  1. Interessante Gedanken. Deckt sich ziemlich 1:1 mit meinen Gründen die C't vor ca. einem Jahr zu kündigen. Leider hat es bisher kein Printmagazin geschafft den Sprung ins neue Medienzeitalter zu wuppen.

  2. Ich kann mich da nur voll und ganz anschließen. Ich habe mein ct-Abo vor Kurzem mit der gleichen Begründung gekündigt. Ich könnte zwar jetzt dazu noch Romane schreiben, aber die würden es wohl auch nicht besser als dieser Blogpost zusammenfassen.

  3. Klar mich interessieren Tintenstrahldrucker, 30″-Displays, Beamer und Digitalkameras auch selten, wohl aber ein fachliches Papier (!) und sei es als Klolektüre.
    Und überhaupt: Selbst Du kommst dort nicht ohne Papier aus.

  4. nee, vor allem nicht nach der Klolektüre :)

  5. So pessimistisch sehe ich das gar nicht.

    Die CT hat einen ungeheuren Vertrauenvorschuss von mir gerade was Testberichte angeht. Sie ist das unkäuflichste Computermagazin das ich kenne. Kein Blog, kein Online-Technikmagazin kommt auch nur annähernd an die Glaubwürdigkeit der CT ran. Für Unabhängigkeit fehlt denen einfach das Budget.

    Deshalb kriegen sie ja auch keine Computer von Aldi vor die Tür gestellt, wie so manch bildende Zeitung.

    Die allermeisten Anwender sind nicht im Web-Zeitalter angekommen. Genausowenoig wie ich. Nene, meine lokal installaierten Anwendungen lasse ich mir nicht nehmen.

    Web 2.0 Anwendungen sind oft eine Ansammlung von Sicherheitslücken. Darüber nicht zu berichten, wäre fahrlässig.

    Und sie ist was für Leute, die sich für die Technik hinter den bunten Oberflächen und für die Auswirkungen von Technik jenseits von Vermarktungsmöglichkeiten interessieren. Vielleicht bist du einfach nicht mehr die Zielgruppe?