Der DFB und die Kommunikationsherrschaft

Dem DFB passt es nicht, dass Theo Zwanziger von einem Journalisten in einem Kommentar auf einem Weblog als „unglaublicher Demagoge“ bezeichnet wurde. Zwar wurde ein Vorgehen des DFB vor Gericht abgeschmettert, aber dennoch meint der DFB jetzt per Newsletter an Journalisten nachtreten zu müssen. Dort steht so einiges, aber der Kern der Auseinandersetzung zwischen dem DFB und dem Journalisten Jens Weinreich wird verschwiegen:

Vor allem verschweigen die DFB-Mitteilungen Entscheidendes: zwei gerichtliche Beschlüsse zu meinen Gunsten – den Beschluss des Landgerichts Berlin vom 9. September 2008 (der anschließenden Beschwerde des DFB wurde ebenfalls nicht stattgegeben) und den Beschluss des 9. Zivilsenats des Kammergerichts Berlin vom 10. Oktober 2008, das die Beschwerde ebenfalls zurückgewiesen hat. In anderen Worten: Mit der Wahrheit belästigt der DFB weder per Email noch per Pressemitteilung.

Nun könnte man geneigt sein, die Auseinandersetzung zwischen dem DFB und einem Sportjournalisten einfach als Petitesse anzusehen, aber wenn man dann in dem Newsletter des DFB weiterliest, steht dort:

Festgehalten ist, dass wir es auch nicht in – mehr oder weniger anonymen – Internetblogs hinnehmen können, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens grundlos diffamiert werden. Betroffen im konkreten Fall war unser DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, morgen aber kann dies schon wieder jemand anderes sein.

Das muß man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Der DFB kommt vor Gericht nicht durch, redet hier weiterhin von Diffamierung des Theo Zwanziger und holt im Gegenzug die grosse mediale Keule heraus und versucht den betreffenden Journalisten und noch dazu gleich jeden, der Blogs nutzt, pauschal zu diskreditieren.

Das Zitat von Theo Zwanziger „Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.“ wird hiermit versucht, zur Anwendung zu bringen. Das Problem für den DFB ist allerdings: die Medienlandschaft hat sich geändert und die vom DFB angepriesene Kommunikationsherrschaft gibt es nicht. Glaubt der DFB wirklich, mit einer derartigen Kampagne durchkommen zu können? Der DFB muss lernen, auch mit drastisch formulierten anderen Meinungen umgehen zu können. Aber das dürfte dem Funktionärs-Apparat des DFB schwer fallen, war es doch offensichtlich in der Vergangenheit immer zu schön einfach, die Standpunkte des DFB als herrschende Meinung zu vermitteln. Siehe auch dazu Befreit Theo Zwanziger! | allesaussersport und die Lüge des DFB | direkter-freistoss.de.

Eine Antwort auf „Der DFB und die Kommunikationsherrschaft“

  1. Ich wette einen Zwanziger mit Ihnen, dass ein Exempel statuiert werden soll, um Journalisten gefügig(er) zu machen.

    Der DFB kommt mir vor wie die SED. Wer anderer Meinung ist, wird fertig gemacht, an seiner Berufsausübung gehindert, etc. Wir erleben jede Woche die Gesinnung dieses selbstherrlichen Funktionärs-Apparats.

    Hier 3 Negativ-Beispiele:

    1. Bundesligatrainer werden behandelt wie die DDR-Dissidenten. Verlässt der Trainer seine „Zone“, berichtet IM Schiri und dann hagelt es Geld- und Spielstrafen. Bei x Wiederholungen wird der Trainer vermutlich abgeschossen und ihm die Lizenz entzogen.

    2. Typisch ist auch, dass man den Videobeweis ablehnt und so grobfahrlässig Fehlentscheidungen und Manipulation ermöglicht. Wahrheit ist, was der DFB sagt, nicht das, was jeder Zuschauer im Volksverdummungs-TV sehen kann.

    3. Wenn man in einer TV-Übertragung ein Foul entdeckt, das nicht geahndet wurde, wird der Foul-Spieler vom DFB nachträglich bestraft. Ein noch so eindeutiges Abseitstor, das gegeben wurde, wird hingegen nicht korrigiert.

    Es wird Zeit, dass sich die Zeiten ändern.

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