03. Dezember 2008

Das Internet löst Fernsehen als Leitmedium ab

Holger Schmidt schreibt Das Internet löst Fernsehen als Leitmedium ab und auch wenn es “nur” ein FAZ-Blog ist, steht es in der FAZ und ist damit wahr:

Nach einer Umfrage des europäischen Online-Werbeverbandes EIAA unter 1000 Deutschen nutzt diese Altersgruppe das Internet im Durchschnitt 14,4 Stunden in der Woche, ein Viertel länger als im vergangenen Jahr. Das Fernsehen kommt in Deutschland auf eine durchschnittliche Nutzungszeit von 14,7 Stunden in der Woche, stagniert aber und wird immer stärker zum Begleitmedium, das im Hintergrund läuft, hat die Repräsentativumfrage ergeben. 60 Prozent dieser Altersgruppe sind inzwischen täglich online, nachdem es 2006 erst 38 Prozent waren.

Diese Studie wollte ich schon letzte Woche kommentieren, aber ich wollte meine Blog-Umzugsbeauftragten nicht noch mit zusätzlichen Postings durcheinanderbringen.

Die Zahlen sind interessant, aber am eindrucksvollsten finde ich den Hinweis, dass das Fernsehen zum Begleitmedium wird. Das sehe ich schon länger, und bei uns zuhause ist es nicht anders, aber nun wird dieser Trend durch aktuellen Zahlen bestätigt. Die Auswirkungen für die Werbebranche werden massiv sein, auch wenn das sicherheitshalber Ende 2008 noch niemand wahrhaben will und die Finanzkrise nun ersteinmal zur Begründung du jour avanciert ist. Aber die Werbe-Budgets für TV werden wegbrechen, genauso wie sie bei Print weggebrochen sind. Und natürlich werden diese Budgets künftig online zu finden sein, wenn auch eher nicht in der von TV bekannten Größenordnung. Aus Sicht der Werbe-Agenturen ist jetzt allerhöchste Zeit zum Handeln und nein, Bannerkampagnen sind nicht die Lösung. Die Zielgruppen sind online anders anzusprechen als man es von TV und Print gewohnt ist. Diese Erkenntnis ist für manche Vertreter der Branche schmerzlich, aber es muß auch klar sein, daß Besitzstandswahrer von diesem massiven Umwälzungsprozess in der Medien-Nutzung weggespühlt werden.

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Ich mag ungern den Besserwisserschlumpf spielen, aber das Fernsehen wird mindestens schon seit 2004 als Leitmedium abgelu00c3u00b6st.

Das schrieb ich damals zumindest fu00c3u00bcr ein kleines Medienblog im britischen Guardian ab: http://www.medienrauschen.de/archiv/fernsehen-auf-...

zum schluu00c3u009fsatz: denkst du zB an die ADC veranstaltung wu00c3u00a4hrend der berlin web week? wirklich u00c3u00a4rgerlich, dass das internet nicht einfach ein "neuer" kanal ist - zu dumm aber auch ;-)

Internet ist in sofern vllt besser, um an Informationen zu kommen, wenn man gezielter sucht. man kann filtern und mehr selber beeinflussen, was man sieht bzw welche Informationen man bekommt und kann diese fals nu00c3u00b6tig auch nachpru00c3u00bcfen. Auu00c3u009ferdem ist es mit dem Fernseher nicht mu00c3u00b6glich Kontakt mit Autoren etc. aufzunehmen. Das allerdings bietet das Netz ebenfalls Kontakte...

Dazu mag ich nur sagen, dass ich unseren Fernseher gestern auf den Boden geschleppt habe...

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