Usability-Anregung für die Bahn

Nico —  15.12.2008

Ich habe mal ein wenig recherchiert und mir auch mal ein paar Cases angesehen, die mich zu folgender Schlussfolgerung kommen lassen:

Die meisten Kunden der Bahn gelangen über die Rolltreppen oder die Treppen auf den Bahnsteig, vorhandene Fahrstühle werden auch genutzt. Aber Rolltreppen und Treppen sind wirklich die präferierte Methode, um auf den Bahnsteig zu gelangen.

Das lässt mich zu folgender Frage kommen:

Warum verdammt noch mal sind die Wagenstandsanzeiger grundsätzlich in der Mitte eines ewig langen Bahnsteiges, aber nie am Ende der Rolltreppen? Was soll der Unsinn? In den seltensten Fällen bringt es den Kunden Spaß, mal eben paar Hundert Meter zu latschen, um dann wieder umzukehren und zum Ausgangspunkt zurück zu gehen. Echt nicht. Mich nervt das insbesondere am Berliner Hauptbahnhof jedes Mal.

Irgendwie glaube ich, daß man das sinnvoller lösen könnte, beispielsweise auch durch einen Aufdruck auf der Reservierung. Ja, ich weiß, wir sind ja hier nicht im Wunschkonzert…

13 responses to Usability-Anregung für die Bahn

  1. Weil das Ende einer Treppe ein denkbar ungünstiger Punkt ist, um Menschenaufläufe zu generieren? Da möchte man als verantwortungsbewußter Planer einfach keine Menschen rumstehen haben. Ganz im Gegenteil, man tut alles, um sie dort schnell weg zu bekommen. Am Ende einer Treppe (oder im Endbereich einer Treppe) steht man, wenn man steht, fast immer im Weg. Bei Unfällen, Hektik oder gar einer Panik wird's gar richtig problematisch.

    So eine Hinweistafel kann man wirklich überall aufstellen. Nur bitte nicht in der Nähe einer Treppe.

    • naja, am Ende der Treppe paar Meter weiter gibt es Hinweistafeln für alles Mögliche, nur eben nicht den Wagenstandsanzeiger.

      • Vielleicht weil der Wagenstandsanzeiger die unwichtigste Information von allen ist. Die wichtigste Information ist, "dies ist nicht der richtige Bahnsteig, sondern der links gegenüber – und dies auch nur noch für eine Minute". Für diese Information ist mancher bereit sonstwasgemeineszutun, und davor will man die Wagenstandsanzeigerleser bewahren.
        Wenn man Zeit hat, wandert man zum Wagenstandsanzeiger. Wenn nicht, steigt man ein wo man is und wandert durch den Zug.

        • ja, super, die leute, die mit all ihrem kram durch den zug latschen und jeden anrempeln, mit ihren rücksäcken gegen mein laptop ditschen und und und.

          die bahn hat genau dort, wo ich den wagenstandsanzeiger gerne hätte irgendwelche fahrpläne hängen. mein ja nur.

          • Die Rucksackträger haben keine Zeit mehr, den Wagenstandsanzeiger zu lessen, weil die nach dem Zug auf dem Bahnsteig ankommen. Und gerade Rucksackträger gehören nicht ans Ende der Treppe.

            Und was soll das ganze mit dem Wagenstandsanzeiger. Sei froh, wenn der Wagenteil mit der Reservierung überhaupt dabei ist.

          • ja, ich bin auch froh, wenn die wagenreihung stimmt. aber man darf
            doch noch tru006den, oder?

          • Ach … das Problem hast Du auch bei mit den Leuten, die zwar in den richtigen Wagen steigen, aber nicht darauf achten, das da draussen auch ein Sitznummernbereich steht … führt in der Mitte des Waggons immer zum Deadlock …

  2. Das wäre doch mal etwas für eine wunderbare iPhone-Applikation. Zug eingeben, Bahnhof an Hand von GPS feststellen, und schon die Wagenstandsanzeige bekommen. Wer machts?

    • Kaum möglich, mit GPS hast du überwiegend kein bist schlechten empfang in geschlossenen Räumen, die meisten Bahnhöfe fallen in diese Kategorie.

  3. Ich reise nahezu täglich mit Fernzügen. Wagenstandsanzeiger empfinde ich als eine wichtige Informationsquelle, damit die Masse von Reisenden rasch einsteigen können. Von daher sollten diese gleich an -mehreren- Stellen zu finden sein. Ideallerweise in elektronischer Ausführung, um umgekehrte Wagenfolgen rasch anzeigen zu können. Die besten Lagen dafür hängen wohl von der Bauart der Bahnhöfe ab (Sackbahnhof versus Durchgangbahnhof) und auch davon, ob viele Leute auf diesen Bahnsteigen umsteigen und quasi in den Zug "am selben Bahnsteig gegenüber" müssen. Bei Rolltreppen/Stufen sollte man die Leute natürlich nicht "stauen", allerdings wäre es vielleicht gar nicht mal so schlecht, dass man sich zum Beispiel auf einen (Über Kopf) Wagenstandsanzeiger die Position des Wagens ansehen kann, während man auf der Rolltreppe zum Bahnsteig 'ruckelt'. Das der Reisende lernen muss, sich vorher die Wagennummer zu merken und jetzt nicht auf der Rolltreppe in der Tasche zu kramen beginnen sollte, ist natürlich eine andere Geschichte. Aber wo viele Menschen zusammen kommen wird man auch viele Dinge erleben…

  4. Also als Dauerbahnfahrer kann ich dir nur sagen, das es nichs schlimmeres gibt, als die Leute, die stumpf am Ende einer Treppe stehen bleiben und sich erstmal orientieren muessen. Da es fuer die meisten Leute unmoeglich ist, sich in unter einer Minute auf dem Plan zu orientieren, wird die Schlange erheblich. Steht diese dann direkt am Ende der Rolltreppe gibt es dort ein interessantes Gedrängel. Dies ist nicht nur nervig, sondern gefährlich, weil da ja auch irgendwie Zuege einfahren, die aus fallenden Gaesten sehr unschöne Reste macht.

    Mich nervt viel eher, das die Bahn nicht in der Lage ist, den relevanten Teil der Wagenstandsanzeige auf die Fahrkarte zu drucken. Das waere sehr viel praktischer und wuerde den Wagenstandsanzeiger ueberfluessig machen. Da die Anzeiger ja nicht handgemalt werden, muessen die ja auch irgendwo in digitaler Form vorliegen.

    BTW: Um dem allgemeinen Aussteigeeinsteigefrust zu entgehen, der normalerweise eintritt, wenn sich wieder Leute vom Ausgang aufstellen, haette ich gerne diese Aufkleber, die ich sich an den Stationen der Flughafen bahn in Chicago O´hare befinden: http://www.twitpic.com/o7mt

    Die IDee mit wagenstandsanzeiger im Bahnsteigboden ist vielleicht nicht mal so bloed … kann man ja auch Werbung drauf einblenden …

  5. Wagenstandsanzeiger in den Bahnsteigboden einlassen? Übertechnisierte Lösungen…