21. Dezember 2008

That’s Life!

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Weihnachten vor 19 Jahren habe ich in Iowa verbracht und Teil der Weihnachtsvorbereitungen war die Anschaffung einer Flasche Whiskey für Granddad. Diese Flasche war nicht so die typische 750 ml Flasche, sondern ein Jug Whiskey mit Griff und sicherlich 3 l Fassungsvermögen. Das überraschte mich, kannte ich bis dahin Whiskey eher so als Getränk aus Filmen, nicht aber als etwas, was man zuhause trank.

Über die Weihnachtstage gab es dann eine oft wiederkehrende Szene. Granddad, damals Mitte 70, aufgewachsen auf einer Ranch in Montana, Fan von Western-Filmen mit John Wayne und ehemaliger Marketing-Verantwortlicher bei EastmanKodak, nahm sich eine Handvoll Eiswürfel, packte sie in sein Glas, goß Whiskey darüber, nahm das Glas, roch daran, nahm einen Schluck, strahlte und sagte im herrlich breiten amerikanischen Akzent “That’s Life!”, wobei das “a” ziemlich gedehnt war, um noch mehr zu betonen, wie sehr ihm dieser Moment behagte.

Für mich hatte Whiskey damals so viel Reiz wie eine Flasche Möbelpolitur, aber die, auch in den Jahren danach stets wiederkehrende, Szene mit dem sichtlich zufriedenen Granddad und dem Ausspruch “That’s Life!” hat sich in meinen Hirnwindungen unauslöschbar mit dem Thema Whiskey positiv verknüpft.

Diesen Sommer dann waren wir auf einer Mittelmeerkreuzfahrt mit meiner amerikanischen Gastfamilie auf einem amerikanischen Dampfer und als Aperitif oder auch nach dem Essen wurde Whiskey gereicht. Naja, subtile Peer Pressure und so, irgendwann habe ich dann auch mal einen Whiskey geordert. Nun ja, und seitdem bin ich auf den Geschmack gekommen, also mit meinen geringen geschmacklichen Ambitionen jedenfalls. Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub hatte ich auch endlich mal Verwendung für die Flasche Johnny Walker Black Label, die mir mein Gastvater vor Jahren aus dem Duty-Free Shop vom Flughafen mitgebracht hatte. Und da ich mittlerweile sehr gerne Mad Men gucke, wollte ich natürlich auch mal einen Rye probieren, also durfte eine Flasche Jim Beam Rye angeschafft werden (der Protagonist Don Draper trinkt bevorzugt Rye). Ich trinke natürlich nicht poserig irgendwelche sündhaft teuren Tropfen, sondern herkömmlichen Whiskey auf Eis, aber selbst das schmeckt mir ziemlich gut. Ehrlich gesagt bin ich über Johnny Walker Black Label, Jim Beam Rye, Jim Beam Black und Jim Beam Distillers Series Aged 7 Years bislang nicht hinausgekommen, aber das wird sicherlich noch.

Seitdem kann ich Granddad prima verstehen und bei jedem Glas Whiskey, das ich trinke, denke ich “That’s Life!” und an Granddad.

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Ueberhaupt kein Problem. ,) Du kannst ja ueber die anderen Serien sprechen, die ebenfalls Twitter-Accounts haben und die ich hier an dieser Stelle unerwaehnt lasse. ,)

Die Mad Men Charaktere gibts uebrigens alle auf Twitter: http://benkessler.com/2008/08/21/mad-men-on-twitt...- ist eine schoene Ergaenzung zu der Serie.

ach, damit kann ich um. :)

ja, ich weiss, das sollte eigentlich teil meines blogposts u00c3u00bcber mad men werden, aber jetzt hast du mir schu00c3u00b6ne pointe geklaut, vielen dank auch dafu00c3u00bcr :)

Ein wenig Insider-Gepose: Eis zerstu00c3u00b6rt einen guten Teil der im Whisky enthaltenen Geruchs- und Geschmacksstoffe (da sind wohl mehrere hundert drin).
Eis wird gerne verwendet, um einige der amerikanischen Sorten trinkbar zu machen - sorry dafu00c3u00bcr ;-)
Einfach mal ohne probieren und intensiv riechen und trinken, dann gegen die Eis-Version vergleichen. Nachdem ich mal darauf aufmerksam gemacht wurde, trinke ich bewusst nur noch ohne Eis...

das habe ich schon auf der Liste :)

Schau mal bei der Weinquelle (Lu00c3u00bcbecker Strasse) vorbei. Anders als der Name vermuten lu00c3u00a4u00c3u009ft, gibt es hier die beste Whisky-Auswahl der Stadt.

Dann schlage ich vor, ihr besorgt euch mal einen Babysitter und kommt zu einem Tasting vorbei. Einige Flaschen sind zwar schon etwas leer, aber von Ost-nach-West, von Speyside bis Islay ist alles da, (Protz).

Ich hu00c3u00a4tte hierhin schreiben ku00c3u00b6nnen "Your taste in whiskey is as bad as your taste in coffee!", aber das verkneife ich. :-)

Eine u00c3u00a4hnliche Erfahrung habe ich auch als Austauschschuler gemacht... mein Gastvater in Brasilien trank leidenschaftlich Whiskey mit Eiswu00c3u00bcrfleln und Wasser. Ich bin inzwischen auch auf den Geschmack gekommen, obwohl ich bevorzuge Irish statt Scotch.

Laphroaig auf Islay hat einen witzigen Online-Konzept... man "kauft" einen quadratmeter Moor, was Laphroaig dann von Dir "mietet". Das Zeug schmeckt etwas nach Rasenschnitt (Moor, halt), aber man gewu00c3u00b6hnt sich dran. :-)

dafu00c3u00bcr habe ich einen zu grou00c3u009fen schluck drauf, schu00c3u00a4tze ich :)

So einen schu00c3u00b6nen SingleMalt ... Legga. Mein Weihnachtsgeschenk reicht so Erfahrungsgemu00c3u00a4u00c3u009f immer bis mitte September (Geburtstag) ;-) ... leider gibts dann aber erst wieder zum Jahresende ne neue Flasche.