Vor 30 Jahren: Die Schneekatastrophe

Nico —  27.12.2008

Seit ich Kinder habe, kommt immer wieder die Frage nach Schnee auf, gerade wenn man die Weihnachtsbücher gelesen hat, wo zur Weihnachtszeit auch immer Schnee gehört. Dann erzähle ich von früher und von Schnee, aber wenn mich dann die Kinder ungläubig angucken, weil sie noch nicht wirklich Schnee zu Weihnachten erleben durften, dann erzähle ich von der Schneekatastrophe. Netterweise wurde ich heute im Abendblatt an Die Schneekatastrophe 1978/79 erinnert, denn das Abendblatt hat Zeitzeugen befragt und Bildmaterial von vor 30 Jahren ausgegraben.

Ich kann mich noch ziemlich gut an die Schneekatastrophe erinnern, als 6-Jähriger war das quasi das Schneeparadies. Wir hatten damals auch in Schleswig-Holstein zu Weihnachten noch Schnee, aber zum Jahreswechsel 1978/79 brach für einige Tage das öffentliche Leben total zusammen. Bei uns zuhause ragte der Schnee stellenweise bis zum Dach unseres einstöckigen Hauses, es musste ein Graben geschaufelt werden bis zur Straße. Unsere Sackgasse hatte nur einen Pfad zum Gehen, unten auf der Straße war eine dicke Schneedecke und außer Bussen, Taxen und Einsatzfahrzeugen war kein Straßenverkehr erlaubt. Also sind wir zu Fuß in die Stadt gegangen, was für mich bedeutete, dass ich auf dem Schlitten gezogen wurde, was ich ziemlich praktisch fand. Ob die Vorratslage angespannt war, weiß ich nicht mehr, ich kann mich nur an Schnee überall erinnern, an Schneemänner, Iglos, Schnee-Forts und viele Schneeballschlachten. Eigentlich war die Schneekatastrophe 1978/79 quasi der ideale Winter für mich, damals. Es war natürlich auch ein wenig spukig, wenn man morgens kaum aus dem Fenster gucken konnte, weil der Schnee so hoch lag, aber da niemand wirklich etwas an den Schneemassen ändern konnte, arrangierte man sich und grub die Wege frei, was natürlich zu herrlichen Schneehaufen führte, in denen man spielen konnte. In meiner Erinnerung an damals war ich quasi den ganzen Tag draussen und habe mit meinen Freunden im Schnee gespielt.

Jetzt könnte ich auf die Schneemassen gut verzichten, nur zu Weihnachten darf es mal wieder ordentlich schneien, der Kinder wegen.

Wie war Eure Schneekatastrophe so?

8 responses to Vor 30 Jahren: Die Schneekatastrophe

  1. Schnee, gab es da irgendwo Schnee?

    Hier in Mittel-Deutschland gab es weder 1978, da war ich schon etwas älter als 6 ;-) noch davor so viel Schnee, dass es heute Erwähnung finden müsste. An die Bilder im Norden, mit Autofahrern, die nächtelang in ihren Autos gefangen waren und von der Bundeswehr versorgt wurden, kann ich mich aber gut erinnern.

  2. kaum zu glauben, vor 30 Jahren war eine Schneekatastrophe in Norddeutschand: http://tinyurl.com/8xrs5s

  3. Ich erinner mich leider nicht, da ich genau da geboren wurde! gut, dass du mich dran erinnerst, dass ich mein geburtstagsfest vorbereiten muss!

  4. Hach, das war toll in Wesselburen in Dithmarschen. Ich war zwölf Jahre alt, wir sind über riesige Schneewehen auf die Dächer der Nachbarhäuser geklettert und haben dort gespielt, bis wir von Erwachsenen runtergescheucht wurden. Die hatten sich ja auch rund ums Haus rum Tunnel unter den Scheewehen gegraben, die man von oben durch die Schneedecke hindurch nicht sah. Ist zwar keiner von uns eingebrochen, aber Ärger gekriegt haben wir doch. Und irgendwie erinnere ich mich daran, dass wir mit Skiern zur Schule nach Büsum laufen wollten dann im Januar, weiß gar nicht mehr, warum wir das dann doch nicht gemacht haben. Hmmm. Ich glaub, ich muss heute mal bei meinen Eltern anrufen. Auf jeden Fall war der Schnee noch wochenlang hoch aufgetürmt an den Straßenrändern. Wenn wir da durch liefen, waren die Seitenwände aus Schnee so hoch, dass wir die Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht sehen konnten. Naja, und die Straße selbst erst recht nicht. Hach, war das schön. Habt ihr auch Teestunden gemacht in euren Iglus? Wir hatten auch so tolle Fackeln vor den Eingängen aufgestellt, und in einer Nacht sind meine Schwester und ich ausgebüchst und wollten im Iglu schlafen. Hat auch keiner gemerkt. Aber wir haben dann irgendwann Angst gekriegt und sind schnell wieder rein ins Haus und in unsere Bettchen gekrochen.

  5. Habe wohl nur Super-8-gestützte Erinnerungen an die Zeit, weil ich damals erst vier war. Wir wollten für drei Tage nach Föhr … daraus sind dann sieben Tage geworden. Wir Kinder hatten wohl unglaublich viel Spaß in den Schneemassen. Nach fünf Tagen wurden wohl die Vorräte in unserem Gasthaus etwas knapp. Das hat die Erwachsenen aber nicht gestört, weil die Biervorräte etwas großzügiger angelegt waren. Die Rückfahrt nach Hamburg hat dann einen ganzen Tag gedauert.

  6. Als gebürtiger Insulaner habe ich die Tage als 6-jähriger auch auf Föhr verbracht. Ich kann mich noch gut an das Bild erinnern, wie wir im Auto sassen und links und rechts türmte sich der Schnee meterhoch. Auch kann ich mich an die leichte Enttäuschung in den Folgejahren erinnern, als der Schnee im Winter nicht mehr ganz so hoch lag bzw. auch mal komplett ausblieb. Der Winter ist auch nicht mehr das, was er mal war… ;-)

  7. Vor kurzem gab es im NDR dazu einen 90-minütigen Bericht, der das Schneechaos sowohl in West als auch in Ost-Deutschland dokumentiert hat und auch ein paar Zeitzeugen zu Wort kommen liess.
    Damals hatte ich in West-Berlin gewohnt. Wie katastrophal das war, hatte ich gar nicht mehr im Kopf. Es ist aber auch gut möglich, dass wir in der Zeit bei meiner Oma in Bayern waren. Da gab es zwar auch schnee, aber moderat.
    Jedenfalls habe ich bis heute ein Bild meiner Mutter vor Augen, in dem sie das Ungetüm von Kinderwagen (in dem meine gerade mal ein halbes Jahr alte Schwester lag) durch ein völlig schneeverwehtes Charlottenburger Tor am Tiergarten entlang schob. Denn Schnee gab es auch nach dem Schneesturm eine Weile im Überfluss.

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