Einmal Produkteinführung für 46.902,- Euro bitte

Nico —  16.01.2009

serverloft_20090116Da stutzt man dann schon ein wenig, wenn man erfährt, wer Roberts Blog ersteigert hat:Wir haben’s geschafft – serverloft ersteigert BasicThinking und auch der einleitende Satz

mein Name ist Thomas Strohe und ich bin Gründer von www.serverloft.de, einem der größten deutschen Anbieter für dedizierte Server

war für mich wenig erhellend. Ehrlichgesagt hatte ich von diesem Anbieter noch nie etwas gehört, was nicht viel heissen muß, da ich in letzter Zeit wenig Bedarf für irgendwelche Server hatte, aber dennoch machte mich stutzig, wieso hier ein Unternehmen aus lauter Gutmenschentum ein Blog ersteigern sollte. Am Ende des Interviews mit Alexander Becker auf Meedia erfährt man dann, dass serverloft die B2C-Marke der Intergenia AG ist. Und Intergenia ist seit 12 Jahren am Markt, eine bekannte und große Hosting-Firma aus Köln. Deren Marken Plusserver und Server4You waren mir bereits ein Begriff, servloft jedoch nicht. Zwar berichtet Heise über das neue Produkt der Intergenia am 27.9.2008, aber laut Technorati hat seitdem niemand über serverloft geschrieben. Bis gestern.

Nach Zahlung von läppischen 46.902,- Euro wurde jetzt das Produkt serverloft im deutschen Markt eingeführt, inklusive des Abgreifens von ordentlich Linkjuice. Martin Recke hat auf dem FIschmarkt eine ganz interessante Rechnung aufgestellt, wieviel das Blog wohl Wert gewesen wäre, die nun eher obsolet geworden ist, weil, wie er richtig bemerkt, aus Basicthinking jetzt ein Unternehmensblog wird. Die Kosten für den Betrieb kommen künftig aus dem PR-Topf der Firma und es würde mich wundern, wenn sich bei der Intergenia AG nicht einige Blogger finden lassen, die täglich irgendwelche Snippets aus der Geekwelt posten können.

Also, Gratulation an die Intergenia AG für die gelungene und preisgünstige Produkteinführung.

18 responses to Einmal Produkteinführung für 46.902,- Euro bitte

  1. „Gutmenschentum“ sagt eigentlich alles. Schade um das Blog, da wäre mir ein Pokeranbieter lieber gewesen. :)

  2. Trotz des wirklich sehr hohen Unterhaltungswertes des Verkaufs von Mr. Basics’s Blog haben wir gestern, glaube ich, einen schwarzen Donnerstag für die Deutschen Blogger erlebt. Eine langjährig aufgebaute und hoch populäre (Blog)Marke wird für 46K Euro „verramscht“ und dann sofort für eine entsprechende, artfremde Vermarktung eingesetzt. Ich vermute, alle die glaubten, Ihr Bloggen hätte einen finanziellen Wert, sind nun ernüchert. Ich hoffe trotzdem, das hält (uns) nicht vom Bloggen ab…

  3. Ja, 47.000 Euro für die Bigbang-Einführung einer neuen Marke sind durchaus günstig – klassische PR-Wege hätten da mehr gekostet. Ist also ein schöner Coup, da gebe ich Dir Recht :)

  4. > Ich vermute, alle die glaubten, Ihr Bloggen hätte einen finanziellen Wert, sind nun ernüchert.

    Ich glaube nicht. Die Klientel, die den Verkauft wirklich begleitet haben, weil sie feucht im Höschen wurden (also diese ganzen „Blogging for Adsense“-Dinger) sehen in den 47K eher einen Erfolg – das hat man prima bei twitter erkannt, wo viele gratuliert haben.
    Ich finde 47k auch eher wenig, und schön im Interview mit serverloft fand ich auch, dass sie bereitwillig mehr gegeben hätten – hätte der Basic mal direkt verkauft, statt über eBay.

  5. Oh, komm … ich nochmal:
    Der Preis bei eBay ist ja auch noch brutto – sprich neben den normalen Steuern geht da auch MwSt. ab. So gesehen bleibt da nicht mehr viel übrig. Und die 100.000 im Interview waren sicherlich eher netto gemeint.

  6. Ich würde mich nicht wundern, wenn viele die Nutzer dem Blog mit dem ersten neuen Beitrag das Vertrauen entziehen und „abschalten“. Aber für SEO reicht es immernoch ne Weile:)

  7. Köln, hm? Ich glaub da fahre ich dann heute nach Feierabend mal gucken, wie so ein Blog-Dings so aussieht. Wird ja schon geliefert sein, oder?

  8. Was wäre eigentlich so schlimm daran gewesen, wenn Plusserver das direkt gekauft hätten?

  9. @marco: Dann hätte die Company nicht die jetzigen (46902 Euro mal 10-15) an Medien- und PR-Wert kapitalisieren können. Über den einfachen Kauf hätte doch niemand geschrieben.

  10. „Serverloft“ ist ein ziemlich unkreativer Name, finde ich.

    Wieso sollte ich wollen, dass meine Server eine hippe Wohnung mit Fenstern bis zum Boden haben? Oder was soll ich hier als B2C-Kunde assoziieren?

  11. Chef vom Dienst 17.01.2009 at 13:44

    Ohne Robert ist die Reputation nicht mal mehr Basic.

  12. Manche zahlen eben gern viel Lehrgeld… ;-)

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