Seit einiger Zeit beobachte ich wohlwollend das Berliner Unternehmen plista, die sich dem das Themengebiet Relevanz und Empfehlung verschrieben haben und einige innovative Ideen umsetzen wollen. Wenn allerdings eine Pressemeldung mit dem Titel Offene Application Platform kommt für StudiVZ – Facebooks Erfolgskonzept jetzt auch für alle StudiVZ-Nutzer verfügbar rauskommt und Sites wie horizont.net bereits darüber berichten, dann lese ich noch einmal genauer nach. In der Meldung steht dann weiter:
Nach dem Vorbild der offenen Application Platform von Facebook rüstet das Berliner Unternehmen plista GmbH die verbreiteten sozialen Netzwerke StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ mit einer eigenen, offenen Applikations-Plattform aus. Externe Entwickler erhalten so endlich die Möglichkeit, eigene Applikationen in alle drei Netzwerke zu integrieren. Mit einem Ableger der beliebten SuperPoke Applikation für Facebook stellt plista mit PowerPoke die erste Applikation für die VZ-Familie online. Nutzer können Ihre Freunde mit über 50 Aktionen “zum Kaffee” einladen oder “in die Nase zwicken”. Für die nahe Zukunft kündigt plista weitere Anwendungen an. Besonders hervorzuheben ist, dass die Plattform auch externen Entwicklern offen steht, die so eigene Anwendungen kreieren und in die Netzwerke einbinden können.
Abgesehen davon, daß Superpoke und andere eher nerivge Apps mir persönlich durchaus egal sind, wundere ich mich dann schon ein wenig, warum Plista für die VZs eine Applikations-Plattform entwickeln sollte. Aber es wird noch besser:
Technisch läuft die Applikations-Plattform über eine API, auf welche mittels einer Browser-Erweiterung für Firefox zugegriffen werden kann. Die verfügbaren Applikationen werden dann Client-seitig in die entsprechenden Seiten integriert.
Ach so. Also können künftig die paar Leute, die das entsprechende Browser-Plugin für Firefox installiert haben, sinnlose Applikationen nutzen, die dann mit den VZs verknüpft werden? Das ist etwas komplett anderes als eine Applikations-Plattform auf StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ. Das ist ein aufgepfropfter Dienst, der durchaus ohne jegliches Zutun der VZs implementiert werden kann. Von den Millionen Usern der VZs wird sicherlich nur eine kleine Handvoll jemals in den Genuß dieses Plista-Plugins für Firefox kommen. Ein Browser-Plugin ist sicherlich interessant, aber es eben kein genuiner Dienst, den die Plattformen anbieten, sondern hier offeriert ein Fremdanbieter eine Erweiterung, die man sich zusätzlich installieren muß.
Also ehrlich gesagt ist das eine extrem reisserische Pressemeldung für ein interessantes Plugin, wobei allerdings der eher unbedarfte Leser durchaus in die Irre geführt wird und sich denken soll “boah, watt sind die Plista-Jungs für coole Typen, daß die die Applikations-Plattform für StudiVZ bauen!” – Plista hat das typische Henne/Ei-Problem eines Startups mit einer coolen Idee, die nicht auf Anhieb jeder versteht. Plista braucht Aufmerksamkeit, aber mit dieser Meldung und dem dahinterstehenden Feature schiessen die Jungs weit über das Ziel hinaus.
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