18. Oktober 2009

Jack Wolfskin, die Meute und die AGB

Ralf Schwartz hat gerade auf Werbeblogger.de einen Artikel zum Thema Jack Wolfskin eröffnet den Abmahnherbst veröffentlicht und nun geht das beliebte Blogger-Spiel “einfach mal eine Sau durchs Dorf treiben und jeder darf einmal draufhauen” los. Es ist nicht unüblich, daß Markenrechte durchgesetzt werden, wie z.B. eine Suche nach “markenrecht ebay” zeigt.

Jack Wolfskin hat die Markenrechte an der Tatze und natürlich müssen diese Markenrechte geschützt werden. Offenbar fehlt hier das Augenmaß, denn es wurde nicht nur der Betreiber eines Marktplatzes aufgefordert, entsprechende Produkte aus dem Angebot zu entfernen, sondern es wurden zusätzlich die jeweiligen Anbieter abgemahnt.

Das hätte ich anders gemacht.

Aber. Auch wenn es sich bei Dawanda sicherlich überwiegend um Produkte handelt, die nicht von professionellen Anbietern verkauft werden, so kann man dennoch den Anbietern ein kommerzielles Interesse unterstellen. Als Anbieter eines Produktes muß man gewährleisten, daß mit diesem Produkt keine Rechte Dritter verletzt werden.

Insofern kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn Anwälte hier agieren, auch wenn ich mir in diesen Fällen gewünscht hätte, daß nur die entsprechenden Produkte aus dem Angebot entfernt werden und die Anbieter gebeten werden, in Zukunft bitte nicht die Tatze zu verwenden.

Es ist allerdings nicht die Aufgabe von Dawanda, hier den Kopf für die User hinzuhalten, wie Mike Schnoor fordert:

Ach, das Portal Dawanda werde ich auch nicht nutzen oder empfehlen – einfach so, weil man seine Nutzer, die im Grunde blauäugige Schäfchen sind und einer Plattform vertrauen, leider durchaus im Regen stehen lässt und das Problem abwälzt, dass man sich fragt, warum man sich einen Marktplatz schafft, auf dem sich ein Anbieter nicht sicher fühlen kann.

Jede Plattform, die mit User Generated Content arbeitet, hat entsprechende AGB, die ausschliessen, daß die Plattformen für die von Usern eingestellten Inhalte haftbar gemacht werden. Die Verantwortung für die Inhalte trägt der Nutzer. So gibt es z.B. auch bei Sevenload, wo Mike Schnoor Unternehmenssprecher ist, einen Passus in den Nutzungsbedingungen mit folgendem Wortlaut:

Daher ist der Nutzer allein für die von ihm auf die sevenload Plattform eingestellten multimedialen Inhalte verantwortlich. Der Nutzer stellt insoweit sicher, dass diese Inhalte nicht gegen geltendes Gesetz und Rechtsvorschriften, die guten Sitten und insbesondere gegen die Rechte Dritter (Namens-, Persönlichkeits-, Urheber-, Datenschutzrechte, usw.) verstoßen.

Wie soll es auch anders gehen? Die User akzeptieren die Nutzungsbedingungen und sollten sich auch daran halten, als Betreiber einer Plattform muß man sich derart absichern, sonst bekommt man im schlimmsten Fall kübelweise Anwaltspost und kann den Laden dichtmachen. Die Anwälte von Jack Wolfskin hätten Augenmaß beweisen und freundlich auf die Markenrecht verweisen sollen, allerdings ist bei unterschiedlichen Meinungen natürlich der Rechtsweg der einzig verbleibende. Ich bin mir sehr sicher, daß der aktuelle Fall von Jack Wolfskin ein ziemlich üblicher Vorgang ist, der auch auf anderen Plattformen passiert. Ein einfaches Entfernen der zu beanstandenen Inhalte hätte es natürlich auch getan, aber das ist für Anwälte eben nicht so lukrativ.

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Weitere Infos zu den Abmahnungen der Firma Jack Wolfskin durch die Kanzlei Harmsen Utescher findet ihr auch hier:

http://www.ratgeberrecht.eu/abmahnung/abmahnung-de...

JW soll sich lieber um die richtigen Markenpiraten ku00c3u00bcmmern. Mir scheint es, dass die Rechtsanwu00c3u00a4lte doch nicht so gut sind...

Wolfstatze != Katzentatze

Zudem sind Abmahnungen ein beliebtes Mittel um schnelles Geld zu machen.

Dinge die in der Natur vorkommen sollten sowieso nicht geschu00c3u00bctzt werden du00c3u00bcrfen. Zumindest nich ohne klare Erweiterung wie zb. ein Schriftzug.

Aber das das hier zu Unrecht geschehen ist sieht eigentlich jeder Blinde.....eigentlich...

Es ist ja eigentlich egal, ob der ganze Aufruhr das Web 2.0 verlu00c3u00a4sst oder nicht. Wenn ein Haufen Blogger die Produkte nicht mehr kauft, hat J.W. im Endeffekt schon Verlust gemacht. Ein paat tausend Euro weniger Umsatz. Es ist nicht der grou00c3u009fe PR-GAU, aber unterm Strich zu00c3u00a4hlen die rote Zahlen.

Ich bin ja mal gespannt, wann Crysler oder Mercedes alle Hobby-Bastler zur Verantwortung zieht, weil sie Vorlagen fu00c3u00bcr Weihnachts-Sterne im Internet haben.... Wie krank ist das denn? Ich bin auch der Meinung, Markenrecht sollte beachtet werden. Aber auf Privatleute finanziell einzuschlagen, nur weil mans kann, obwohl erstens keinerlei Bedrohung fu00c3u00bcr das Unternehmen JW besteht, und zweitens die u00c3u0084hnlichkeiten doch SEHR begrenzt sind, zeugt fu00c3u00bcr mich von einer Barbarei ungekannten Ausmau00c3u009fes. Der Punkt ist nicht, dass sie es versuchen, sondern dass es geht, weil man kaum eine realistische Handhabe dagegen hat. Aussitzen wird das sicher keiner der betroffenen, weil die auch alle keinen Geldscheiu00c3u009fer haben, und dann lieber die 900 Euro blechen, statt evtl. noch weit mehr, wegen eines vernichtenden Gerichts-Urteils. Unglaublich...

@ Konrad: Die Welle ist bei den Tierbesitzern schon angekommen. Vielleicht nicht in so heftig in Blogs aber in den Foren.

gibt es eigentlich irgendwo eine seite im netz wo solche fu00c3u00a4lle von abmahnung gesammelt werden - so eine art schwarzbuch? ... da sollten auch die anwu00c3u00a4lte genannt werden, die bei solchen vorgu00c3u00a4ngen den ton bestimmen und mitkassieren. wikipedia taugt auch nicht weil sich die - siehe die abmahnungen von jako - ja mehr als werbe- und aushu00c3u00a4ngeschild der firma verstehen.

Es wird immer genu00c3u00bcgend Ku00c3u00a4ufer fu00c3u00bcr eine Marke wie JW geben. Aber eines ist sicher: Der Glanz der Marke, die Mainstream und Alternativ gleichermau00c3u009fen anzieht, der Glanz ist weg, Lack ab. Interessant, dass JW auch die taz schon vorgefu00c3u00bchrt hatte. Habe ich damals nicht mitbekommen. Meine JW Jacke und die meiner ganzen Familie bleiben jedenfalls im Laden.

in anderen Lu00c3u00a4ndern werden Markenrechte auch geschu00c3u00bctzt und ku00c3u00b6nnen auch durchgesetzt werden.
Allerdings gibts in Deutschland eine derart einfache Mu00c3u00b6glichkeit (Abmahnung), dass jeder Beistrich erfolgreich in ein paar hundert Euro umgemu00c3u00bcnzt werden kann.
Das ist grober Unfug und sollte sofort vom Gesetzgeber geu00c3u00a4ndert werden.

@Mark: Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, sollte so gut wie jedem hier klar sein. Dass ein Unternehmen seine Marke schu00c3u00bctzen will ist auch sehr verstu00c3u00a4ndlich. In meinen Augen haben die DaWanda-Bastler aber keine Markenrechte verletzt. Die verwendeten Tatzen unterscheiden sich von dem JW Signet deutlich und die Produkte auf denen sie angebracht sind lassen eigentlich keine Verwechslung mit Jack Wolfskin zu. Das ist natu00c3u00bcrlich nur meine Meinung, die Anwu00c3u00a4lte des Outdoorkonzerns sehen das sicher anders. Ein Gericht ku00c3u00b6nnte das klu00c3u00a4ren. Dazu wird es aber nicht kommen, denn auf den mu00c3u00b6glicherweise ruinu00c3u00b6sen Gerichtsstreit wird sich wohl keine der Abgemahnten einlassen.
Wie Andreas in Kommentar 32 schon gesagt hat, ist der Abmahner "Anklu00c3u00a4ger, Richter und Vollstrecker in einer Person." (Viel rechtsferner geht es kaum) Die Abgemahnten bleiben also auf den ca. 900u00e2u0082u00ac Strafe sitzen.
(Das "Sau durchs Dorf treiben" sehe ich als Ausgleich und mit der schwindenden Hoffnung, dass das Unternehmen noch zur spu00c3u00a4ten Einsicht kommt.)

So sehr ich das Verhalten von JW auch daneben finde, aber ich denke auch, dass wir alle uns daran gewu00c3u00b6hnen mu00c3u00bcssen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum. Da kann man viel schreiben und sich austauschen, aber es gibt einfach Dinge die sind verboten oder widersprechen irgendeinem Gesetz, sinnvoll oder nicht lasse ich mal dagingestellt. Wenn man zu schnell fu00c3u00a4hrt oder u00c3u00bcber eine rote Ampel geht und eine Strafe bekommt, u00c3u00a4rgert man sich, aber u00c3u00bcberraschend ist es nicht. Nur sind diese Gesetze klar und deutlich, im Internet ist so gar nichts klar und deutlich. Zum einen brauchen wir klar definierte Verbote & Gesetze, zum anderen mu00c3u00bcssen wir sie kennen und uns an sie gewu00c3u00b6hnen.
Ich bin u00c3u00bcberhaupt kein Freund von Abmahnungen! Wie schon gesagt wurde, besteht da eine u00c3u009cbermacht derjenigen, die Geld haben. Und man kann damit reltaiv unkompliziert mehr Geld machen - ist fu00c3u00bcr mich eine Art Selbstjustiz.
Trotzdem darf man auch im Internet nicht vergessen, dass man als Unternehmer auftritt, egal wie klein man ist und sich als solcher auch entsprechend informiern und Verantwortung u00c3u00bcbernehmen muss. Viele verstehen Internet noch viel zu sehr als Hobby und Spau00c3u009f, wenn man aber Geld mit etwas machen will, ist der Spau00c3u009f ganz schnell zu Ende. Wie im richtigen Leben eben auch.

Jack Wolfskin hat nicht bedacht, dass viele der Pfotenbastler auf Dawanda Tierfreunde sind oder mit Tieren arbeiten und somit zur Stammkundschaft von Jack Wolfskin gehu00c3u00b6ren (wie z.B. Tieru00c3u00a4rzte, Pferdetrainer usw.). Zudem sind heutzutage Tierheime, Zu00c3u00bcchter etc. sehr gut u00c3u00bcbers Internet verknu00c3u00bcpft und vernetzt (einschlu00c3u00a4gige Foren, Facebook usw.). Momentan breitet sich das Jack Wolfskin Debakel in diesen Kreisen - die auch oft selbst Produkte mit Pfoten an Tierheimbasars und Hundeschauen etc. verkaufen - wie ein Lauffeuer aus.

Hallo Nico,
weiter oben las ich einen Beitrag von Dir, der besagte, dass die Gerichte entscheiden.
Ich kann Dir sagen: Bei einem von JW erwu00c3u00bcrfelten Streitwert von u00c3u00bcber 500.000 entscheidet allein mein Portemonaie und kein Gericht. Bei dem Streitwert kann ich mir nichtmal den Parkschein beim Landgericht leisten. Die packen im "Namen des Rechts" die KO-Keule aus und versu00c3u00a4gen alles in Reichweite, weil sie es ku00c3u00b6nnen. Und das ist kein Stil - oder Recht in Anwendung - das ist Wegelagerertum und in der Summe vu00c3u00b6llig peinlich fu00c3u00bcr ein solches Unternehmen.
(Meinen Markeneintrag hat das Patenamt u00c3u00bcbrigens nicht beanstandet - das haben dann die Anwu00c3u00a4lte Harmsen Utescher von JW gemacht.)

Leider ist es wie so oft.
Recht haben und Recht bekommen ist nicht das selbe.
Recht bekommen tun nur die Leute oder Firmen die Geld haben.
Es ist eine Frechheit das jemand etwas schu00c3u00bctzen kann, das nachweislich ein anderer schon vorher erfunden hat.
FRECHHEIT!

Zumindest die (Jagd-)Hundefu00c3u00bchrer, die ihre Hunde nicht auf dem Sofa parken sondern artgerecht beschu00c3u00a4ftigen und somit bei jedem Wetter mehrere Stunden outdoor verbringen, du00c3u00bcrften u.a. durchaus zur JW-Zielgruppe gehu00c3u00b6rt haben.

In den Retriever-Foren besteht Null Verstu00c3u00a4ndnis dafu00c3u00bcr, dau00c3u009f JW sich die Pfoten der eigenen Lieblinge "unter den Nagel reiu00c3u009fen" will.

JW wird unter Retriever-Fu00c3u00bchrern zum no go.

@Konrad
Es sieht eher so aus, als dass die Kernzielgruppe und ggf. bisherige Markenfans von JW -allesamt direkte! und wichtige Multiplikatoren- aus den einschlu00c3u00a4gigen Outdoor-Foren sehr irritiert sind. Es sind nicht die Blogger. Die kaufen ggf. noch nicht mal die Kleidung. Das Thema zieht in die Kernzielgruppen von Wolfskin ein. Das ist sehr kontraproduktiv.

Ich seh den von vielen beschworenen PR-GAU fu00c3u00bcr JW noch nicht.
Dazu mu00c3u00bcsste die Sau das Dorf verlassen und in die weite Welt hinaus rennen.
Und dort wu00c3u00bcrde wahrscheinlich vieles vereinfacht, damit es mu00c3u00b6glichst viele (und damit auch viele JW-Kunden) verstehen. Da stu00c3u00bcnde dann vielleicht:
"JW geht gegen andere Anbieter von Textilien mit einem Tatzen-Logo vor."

Und das liest sich lu00c3u00a4ngst nicht mehr so bu00c3u00b6se wie es viele Blogger und Kommentatoren des Web 2.0 gerne hu00c3u00a4tten.

Und wenn ein Dutzend Blogger sich von JW abkehren und ihre Jacke und Rucksu00c3u00a4cke jetzt woanders kaufen, schert das keinen.

Die meisten verkennen m. E. den springenden Punkt der ganzen Sache. Eine Abmahnung ist doch letztlich nichts anderes, als die Behauptung, es seien Rechte verletzt worden.

Der Beweis dafu00c3u00bcr fehlt, weil den Abgemahnten i. d. R. sowohl Geld als auch Nerven fu00c3u00bcr eine gerichtliche Klu00c3u00a4rung fehlen.

Und so kann ein Unternehmen eben alle Pfotenabdru00c3u00bccke dieser Welt fu00c3u00bcr sich beanspruchen, denn gleichwertige Unternehmen mahnt man ja lieber nicht ab, da ku00c3u00b6nnte es ja zu einem Prozeu00c3u009f mit unliebsamem Ergebnis kommen.

Ein solches Verhalten ist perfide und sollte von den Konsumenten konsequent mit Boykott quittiert werden.

@Nico, #17

Ja, der Ton macht die Musik - und eine Abmahnung ist da immer schon ein ziemlich bu00c3u00b6sartiger Tonfall, oder? Ein Anruf reicht aus, ein hu00c3u00b6flicher Hinweis - erledigt.

Und halten wir doch mal fest: eine Abmahnung ist KEINE gerichtliche Auseinandersetzung. Ich stelle fest, der macht was falsch oder ich habe ein Markenrecht oder ein Urheberrecht. Was mache ich? Ich schreibe eine Abmahnung - ich setze den Streitwert fest, ich schreibe (bzw. Anwalt) eine Kostennote. Hier ist kein Gericht im Spiel - damit drohe ich ja nur. Eine Abmahnung ist eine - in meinen Augen - vu00c3u00b6llig einseitige Anklage, Verurteilung, Bestrafung. Als solche wird sie jedenfalls immer mehr von den Anwu00c3u00a4lten (und teilweise Firmen) instrumentalisiert. Der Abmahner ist Anklu00c3u00a4ger, Richter und Vollstrecker in einer Person. Erst wenn eine erste Abmahnung kostenfrei ist und als Hinweis gilt - u00c3u00a4ndere das - erst dann bekommen wir das ganze Problem wieder in den Griff.

Es ist, wieder einmal, ein Auswuchs des Abmahnwesens. Ein vu00c3u00b6llig unsensibles Unternehmen, eine mehr als zweifelhafte Sachlage, kein Fu00c3u00bcnkchen Willen zur direkten Kommunikation - aber am wichtigsten: fu00c3u00bcr mich als Konsument (der noch nicht einmal fu00c3u00bcr die Brandrede im Internet die obligatorische "JW-tragende Grou00c3u009ffamilie und den wandernden Freundeskreis" erfinden muss; es geht hier nur um mich) steht fest: kein Jack Wolfskin mehr. So simpel.

Das ist fu00c3u00bcr mich die wichtigste Lehre der ganzen Geschichte: ein Stu00c3u00bcckchen Entscheidungshilfe beim ku00c3u00bcnftigen Konsumverhalten. Unternehmen werfen sich bei mir da ganz schnell aus dem Rennen.

Ich mache mir keine Illusionen von der Macht der Masse, auch Web-Proteste haben Abnutzungserscheinungen. Mir geht es nur um eine simple Sachlage: JW hat sich mies verhalten, JW wird nicht mehr gekauft. Es ist meine Zeit.

@Nico

"Jack Wolfskin hat die Markenrechte an der Tatze [u00e2u0080u00a6]"

Nein, haben sie nicht.

Jack Wolfskin hat nur die Markenrechte an ihrem eigenen Logo. Einem stilisierter Wolfstatzenabdruck.

Dadurch haben sie nicht automatisch Markenrechte an stilisierten Frosch-, Katzen-, Pferde-, Hunde- oder Hamsterabdru00c3u00bccken.

Und ihn diesem Fall geht es um einen Katzenabdruck. Eine Katze ist kein Wolf. Sie sind nicht mal nah verwand.

Ein Gericht mu00c3u00bcsste erst entscheiden ob die Inkompetenz der gemeinen Bevu00c3u00b6lkerung (und des Gerichts) die Beiden Tiere auseinanderzuhalten bemitleidenswert grou00c3u009f genug ist um Wolfskin Markenrechte an dem Katzenpfotenabdruck zuzusprechen.

@Paul Neuhaus: Hier greift der Unterschied zwischen Marken- und Urheberrecht: Die taz hat es versu00c3u00a4umt, sich das Tazze-Logo als Marke zu sichern. Ein Urheberrecht an dem Tatzen-Symbol besteht nicht, weil es sich nur um die naturgetreue Abbildung einer Tierspur handelt.

Daher konnte JW mit der spu00c3u00a4ter angemeldeten Marke die Verwendung der Tatzen-Logos (im geschu00c3u00a4ftlichen Verkehr) fu00c3u00bcr T-Shirts verbieten.

Fakt ist: so eine Negativ-PR hu00c3u00a4tte man nicht mit diesen Kostennoten bekommen.

Die grou00c3u009fe Keule kann man immer noch schwingen, wen der Aufgeforderte der Aufforderung nicht nach kommt.

@caschy naja, erst mal gucken, wie weit die negativ-pr wirklich reicht. eine zu00c3u00bcgige kurskorrektur morgen ku00c3u00b6nnte das schlimmste verhindern. ausserdem bedeutet aufregung in den blogs noch lange nicht aufregung in ganz deutschland. :)

Wenn einer von den Abgemahnten bei Dawanda tatsu00c3u00a4chlich eine Tatze wie die von JW benutzt hu00c3u00a4tte , wu00c3u00a4re das Geschrei nicht so laut. Problem bzw. Tatsache ist, das Mitglieder abgemahnt bzw. in einem Schreiben an Dawanda aufgezu00c3u00a4hlt wurden, deren Pfoten /Tatzen in keinsterweise der Tatze von JW u00c3u00a4hnelt. Es ist als wenn Disney auf die Idee ku00c3u00a4me alle abzumahnen, die eine Maus gezeichnet haben. Im gleichen Zusammenhang ku00c3u00b6nnte man die Seite Lummaland abmahnen, da der WortLAUT der Seite der gleiche ist wie bei der Insel von Jim Knopf! Da hu00c3u00a4tten Sie glaub ich auch was dagegen.

@heike oh, da hu00c3u00a4tte ich extrem was dagegen. ich habe ja auch deutlich gemacht, dau00c3u009f ich die abmahnungen nicht gut finde.

Was mich irritiert ist der Vergleich mit der "Tazze". Die "Tazze" und das Signet von JW fungieren als Markenlogos und nicht als im Grunde beliebige Gestaltungselemente.

Ein solches Gestaltungselement, das als Tatze im Sinne eines Pfotenabdrucks identifizierbar ist und als solches eingesetzt wird, muu00c3u009f nicht zwingend notwendig bestehende Markenrechte verletzen.

Die Problematik ergibt sich da nicht allein aus dem berechtigten Ansinnen des Bekleidungsherstellers, seine eigenen Produkte nicht mit denen anderer verwechselt zu sehen, wodurch JW Schaden nehmen und der andere Anbieter Vorteile erlangen ku00c3u00b6nnte.

Abmahnungen Privatpersonen gegenu00c3u00bcber erfu00c3u00bcllen ja aufgrund der angesetzten Schadenssumme und der sich daraus ergebenden anwaltlichen Gebu00c3u00bchren nicht nur die intendierte Information des Abgemahnten u00c3u00bcber die Anspru00c3u00bcche des Abmahners, sondern "bestrafen" faktisch durch die Kostennote den Abgemahnten ohne jegliche unabhu00c3u00a4ngige rechtliche Pru00c3u00bcfung und setzen aus einer Position der Stu00c3u00a4rke heraus diese juristisch wohl zumeist unerfahrenen Privatpersonen unter Druck.

Ich lege meine Hand nicht dafu00c3u00bcr ins Feuer, ob die Abmahnung bei einer negativen Feststellungsklage seitens des Abgemahnten im Einzelfall sich nicht vielleicht als unbegru00c3u00bcndet herausstellt. Nur muu00c3u009f man sich zu dieser teuren gerichtlichen Auseinandersetzung auch durchringen.

Viele Menschen fu00c3u00bcgen sich, zahlen und dann gibt es die nu00c3u00a4chsten Monate erstmal nur noch kalte Milchsuppe.

Hi Nico,
Probleme mit der Tatze hatten wir (ich) auch einmal als ich noch bei deiner Agentur war.

Damals ging es um eine Garten-Phase, welche einen kleinen Shop-in-Shop hatte welcher Tierprodukte verkaufen sollte.
Ich erinnere noch gut den Aufrur, Mittwoch fru00c3u00bch gestartet, Mittwoch-Abends muss die Info an den Kunden gegangen sein, Donnerstag fru00c3u00bch kam es bei uns an und Donnerstag Mittag bereits wurden in ca. 900 Filialen in ganz Deutschland nach 1 1/2 Tagen Laufzeit su00c3u00a4mtliche POS-Werbemau00c3u009fnahmen aus den Fenstern, von den Regalen und was weiu00c3u009f ich nicht wo gerissen.

Freitags haben dann die Anwu00c3u00a4lte festgestellt, dass JW in dem Bereich gar kein exklusives Anrecht auf die Tatze hat!

Da war schon alles dahin.

Das war allerdings zu Zeiten als im Web noch nicht soviel soziale Kommunikation u00c3u00bcber Blogs & Co. lief, daher war der PR-Gau zumindest fu00c3u00bcr JW verschwindend gering!

ja, der ton macht die musik.

aber, die feststellung, ob jemand im recht ist, erfolgt hierzulande immer noch per gerichtlicher auseinandersetzung und nicht, weil irgendwelche leute am lautesten rufen.

auch wenn man das oftmals gerne andersrum hu00c3u00a4tte. :)

@Nico Unbestritten. Genauso, wie es auch von Zensursula-Kritikern unbestritten ist, dass das Web kein rechtsfreier Raum sein darf. - Weil er es nicht ist.
Marken du00c3u00bcrfen, sollen und mu00c3u00bcssen ihre Marken schu00c3u00bctzen. Der ganze Buzz entsteht ausschlieu00c3u009flich u00c3u00bcber das "wie", die Art und Weise also. Um ein plattgetretenes Sprichwort zu nehmen: Der Ton macht die (Marken)-Musik.

oha, die grosse obama-keule. :)

nochmal: ich finde das vorgehen auch u00c3u00bcberzogen, aber sehe eben durchaus auch, dass jack wolfskin sein marke schu00c3u00bctzen ku00c3u00b6nnen darf.

u00e2u0080u009cWe must ask, not just is it profitable [or possible], but is it right.u00e2u0080u009d
-Barack Obama (18.12.08)

P.S. Gewerbliche Rechtsschutzversicherungen zahlen su00c3u00a4mtliche wettbewerbsrechtlichen Themen NICHT. Eine Absicherung gegen Abmahnung gibt es nicht fuer Gewerbetreibende.

P.S. 2: Abgemahnt wurden u.a. Artikel, in denen Michael Miller-Stoffe verwendet wurden. Die schriftliche Genehmigung zur gewerblichen Nutzung lag vor.

Wenn ich nicht einmal mehr STOFFE nutzen kann, ohne irgendwo eine Abmahnung zu fu00c3u00bcrchten, womit soll ich denn dann arbeiten? Und ich durchforste natu00c3u00bcrlich die Register soweit wie mu00c3u00b6glich und vermeide jedwede Markenrechtsverletzung. Aber allein auf den Gedanken, dass Pfoten aller Art auf Textilien verboten sind... da wu00c3u00a4re ich auch nie drauf gekommen.

Neben der Rechtsschutz u00c3u00bcberlege ich mir derzeit, auch im Hu00c3u00a4ndlerbund einzutreten. Die Meinungen gehen auseinander - aber vielleicht, vielleicht nu00c3u00bctzen die einem eben doch etwas im Ernstfall. Denn auch ich stecke mitten in der Gru00c3u00bcndung, werde mit Kunsthandwerk irgendwann mein Geld verdienen... und mu00c3u00b6chte meine Zeit vor allem mit der Herstellung und nicht mit Gerichtsurteilen verbringen.

Ich wu00c3u00bcrde JW sofort recht geben, wenn inhaltlich eine Verwechslungsgefahr besteht. Die ist imho in den abgemahnten Fu00c3u00a4llen zum Grou00c3u009fteil nicht gegeben. Es handelte sich u.a. um Schminkspiegel mit lizensiertem Michael Miller-Stoff (und vielen kleinen Pfoten) und um glitzernde Pfotenabdru00c3u00bccke, die u00c3u00bcber ein Tshirt mit Katze wanderten.

JW hat nun - zu Recht - einen PR Gau. Zum einen wegen dem angeblichen Markenschutz ALLER irgendwie gearteten Pfoten auf allen Textilien (und Waschmittel.) Zum anderen wegen den Rechnungen u00c3u00bcber knapp 1000 Euro, die den Kunsthandwerkern - trotz Entfernung der Artikel durch Dawanda - ins Haus flatterten.

Dawanda mag rechtlich richtig gehandelt haben. Auch bei einer Abmahnwelle von Wickie, Hello Kitty & Disney haette ich kein Problem mit dem Verhalten.

Aber hier geht es um rechtlich nicht eindeutige Markenrechtsverletzungen (denn ich bezweifel, dass diese vor Gericht geltend gemacht werden ku00c3u00b6nnen), die die eigenen Mitglieder erbost. Und Solidaritu00c3u00a4t oder zumindest irgendwelche Kommunikation zu dem Thema ist das mindeste, was eben genau diese neue Netzgemeinde, von der Dawanda ja lebt, erwartet.

Und Firmen mu00c3u00bcssen lernen, dass sie erst die PR Abteilung einschalten und dann die Anwu00c3u00a4lte. Ein solcher Image-Schaden ist naemlich teuer - und hu00c3u00a4tte so leicht vermieden werden ku00c3u00b6nnen, wenn die Rechtsabteilung den gesunden Menschenverstand eingeschaltet hu00c3u00a4tte.

ja, gesunder menschenverstand rulez.

Ich mag da naiv sein, aber ich bin ja auch noch jung..

Die Tatze ist geschu00c3u00bctzt. Das gilt es zu akzeptiren. D.h. aber noch lange nicht, dass ich das richtig finde. Gerade bei dem verlinkten Beispiel mit der taz und dem damaligen Ablauf (die taz war eigentlich zuerst da.) zeigt sich fu00c3u00bcr mein Verstu00c3u00a4ndnis die Realitu00c3u00a4tsferne.

Das Markenrecht von Jack Wolfskin wurde verletzt. Aber was fu00c3u00bcr eine Verletzung ist das. Wo ist Jack Wolfskin verletzt. Welcher Schaden entsteht konkret dadurch.

Nicht die Sau, die durchs Dorf getrieben wird, macht hier ne grou00c3u009fe Welle, sondern Jack Wolfskin.

Nur weil ich Vorfahrt habe, muss ich mir diese Vorfahrt nicht auf Teufel komm raus nehmen. Sondern kann auch mal zuru00c3u00bcckhaltend auf die Kreuzung zufahren, um zu kucken, ob es nicht fu00c3u00bcr alle vorteilhafter ist, wenn ich das andere Auto zu erst in die Kreuzung fahren lasse.
Some call it gesunder Menschenverstand.

Ach Nico, tue uns doch allen einen Gefallen und vermische doch bitte nicht meine rein privaten Ansichten mit aktuellen Arbeitgeberverhu00c3u00a4ltnissen. Danke. :)

ach Mike, ich vermische gar nix, sondern zeige nur auf, dass a) die AGB gu00c3u00a4ngige Praxis sind und b) Du vom Fach bist und es eigentlich besser wissen mu00c3u00bcsstest.

beim lesen fu00c3u00a4llt mir gerade ein, dass mir noch das Markenrecht an "Bullshit" sichern wollte.

Ja, klar. Rechtlich gesehen wohl alles ocheeso. Aber gleich u00c3u00bcber Anwu00c3u00a4lte zu kommunizieren zeugt nicht gerade von gutem Stil. Und darum geht es bei dem Saudurchdiedorfjagen, um mehr wohl nicht.

ja, aber wir sind nun mal nicht in der idealen welt...

ich hatte als betreiber von blogg.de damals ein schreiben eines anwalts einer plattenfirma bekommen, nach einer rechtlichen pru00c3u00bcfung musste ich feststellen, dau00c3u009f er im recht war und ich entsprechende inhalte lu00c3u00b6schen musste. in der folge hat mir der anwalt bei u00c3u00a4hnlichen fu00c3u00a4llen einfach eine email geschickt und ich habe mich dann um die inhalte geku00c3u00bcmmert. das fand ich ein sehr praktisches vorgehen fu00c3u00bcr alle beteiligten, aber leider ist das eben nicht u00c3u00bcblich.

find ich auch ziemlich u00c3u00bcblich und normal. natu00c3u00bcrlich wirft es aber die frage auf: was kann man als einzelne person denn u00c3u00bcberhaupt herstellen und verkaufen, ob zum spau00c3u009f oder mit kommerziellem interesse, wenn man egal ob blu00c3u00bcmchen, bienchen, tu00c3u00a4tzchen, tiger-, toten- oder zylinderkopf niemals sicher sein kann, dass man irgendwann ne abmahnung bekommt, weil irgendwer irgendwo auf irgendwas ein markenrecht angemeldet hat. wolfskin ist ja wenigstens eine hinreichend bekannte marke, da ku00c3u00b6nnte man schon von alleine draufkommen - aber woher weiu00c3u009f ich ob jemand ein recht an dem tapirschu00c3u00a4del hat, den ich als keksform biegen und anbieten will? solange das markenrecht nicht erheblich einfacher und kostenfrei durchsuchbar ist, sollte zunu00c3u00a4chst irgendwie eine aus-versehen-vermutung gelten. sonst kann man u00c3u00b6ffentliches selbermachen nurnoch mit rechtschutzversicherung empfehlen (zahlen die sowas eigentlich?).

naja, wenn man einen marktplatz nutzt, muss man die regeln anerkennen, oder die konsequenzen in kauf nehmen. wenn ich mir eine decke stricke und dort ein tatzenlogo draufklu00c3u00b6ppel und diese decke meiner nichte schenken, dann interessiert das eben keine sau, sobald ich aber dieses produkt feilbiete, kann es sein, dau00c3u009f jemand darauf aufmerksam wird und einschreiten will. natu00c3u00bcrlich ist es eleganter ohne anwalt, aber mit anwalt geht es vermeintlich "einfacher".

"eben nicht so lukrativ"
Das ist das ganze Problem der Abmahnmechanik.

Die entscheidende Frage scheint hier fu00c3u00bcr mich zu sein: Ist eine Pfote schu00c3u00bctzenswert. Wurde durch die im Werbeblogger abgebildete Pfote das Markenrecht von Jack Wolfskin verletzt? Und allein, dass ich diese Frage schon stellen muss, ist fu00c3u00bcr mich ein Indiz eines verlorenen Augenmau00c3u009f.

Und ganz allgemein - ohne die Details in diesem Fall zu kennen - und deswegen mit Blick auf viele Abmahnfu00c3u00a4lle gerichtet: Auf jedem Schreibtisch, auf dem eine Abmahnung verfasst, bzw. in Auftrag gegeben wird, steht ein Telefon, mit dem man telefonieren kann. Damit lassen sich viele Probleme nicht nur im Vorfeld, sondern auch mit einem erheblich geringeren Aufwand lu00c3u00b6sen.

Vielleicht gibt es bei den Anbietern bei Dawanda auch kommerzielle Absichten, aber ich wage die ku00c3u00bchne Behauptung, dass keiner (abgesehen von den u00c3u00bcblichen Ausnahmen) gezielt Jack Wolskin instrumentalisieren wollte, um den einen oder anderen Euro mehr rauszuschlagen. Jeder, der etwas bei ebay verkauft, mu00c3u00b6chte damit Geld verdienen. Trotzdem ist der Grou00c3u009fteil der Verku00c3u00a4ufer, nicht nur nach den ebay-Richtlininen, sondern auch nach geltendem Recht, als Privatverku00c3u00a4ufer einzustufen. Die Abstufung 'kommerziell - nicht kommerziell' ist hier, und gerade in Zeiten von user-generated-content, nicht ausreichend. Es ist ein Unterschied, ob ich mich als Privatperson von Sachen inspieren lasse, um eigene Sachen im kleinen Rahmen unter die Leute zu bringen, oder ob ich professionell bestehende Marken nachempfinde und kopiere, um damit grou00c3u009fen Reibach zu machen.

"Das Recht ist nur das ethische MINIMUM" unserer Gesellschaft. Vor diesem Schritt gibt es genug andere Ebenen, auf denen sich Menschen begegnen und ihre Unstimmigkeiten beseitigen ku00c3u00b6nnen.
Erst recht im Netz.

naja, das die Tatze schu00c3u00bctzenswert ist, hat ein Gericht ja nun mal festgestellt: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_tageszeitung#Das_... (via: http://www.netzpolitik.org/2009/abwahnsinn-jack-wo...)

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  2. [...] ist, dass sich sehr viele Blogs anschliessen und gemeinsam zeigen, dass abmahnen nun wirklich die letzte Möglichkeit sein sollte. [...]

  3. [...] bei Ralf Schwartz unter Jack Wolfskin eröffnet Abmahnherbst Bei Nico Lumma über Jack Wolfskin die Meute und die AGB Mark793 auf der dunklen Seite Auf die Tatze gehauen Für Netzpolitik.org hat sich Jörg-Olaf [...]

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  5. [...] hat die Rechtsabteilung wohl nicht gerechnet. Allerdings gibt es auch Zuspruch für die Richtigkeit der Herangehensweise. Nun bleibt abzuwarten, wie Jack Wolfskin auf die ganze Geschichte [...]

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