08. November 2009

Facebook Chat und Jabber/XMPP

Laut Mickaël Rémond wird Facebook Chat XMPP unterstützen:

Facebook is preparing the launch of their XMPP connection interface. It means that users will be able to use Facebook with any type of XMPP clients, ranging from desktop to mobile clients.

This is a huge news for XMPP because it consolidates the protocol as the de facto open standard for Instant Messaging and Presence. Facebook adds about 300 million potential users that can now use XMPP for chatting. This adds to large Google Talk figures and the many other large deployments around the world, like Yandex and Live Journal. XMPP could become the most largely used instant messaging protocol in the coming months!

Warum das relevant ist? Jabber/XMPP ist der IETF Standard für Instant Messaging und nachdem Google sich schon vor Jahren mit Google Talk auf diesen Standard gesetzt hat, zieht nun Facebook nach. Damit dürfte allen Beteiligten klar sein, daß proprietäre Instant Messaging Netzwerke wie AIM, ICQ, MSN Messenger und Yahoo! Messenger zukünftig ordentlich an Bedeutung verlieren werden. Facebook Chat kann basierend auf XMPP weit mehr Informationen transportieren, als mit den anderen IM Netzwerken möglich ist. Dadurch kann der Austausch der User unter einander noch weiter verbessert werden, ohne daß die User zwingend im Web bei Facebook eingeloggt sein müssen. Virtual Gifts? Messages? Chat? Status Updates? Collaboration? Alles das ist möglich mit XMPP, warum sollte man dann noch ein anderes IM Netzwerk nutzen, wo doch Facebook der Ort ist, wo man seine Kontakte pflegt? Durch die Flexibilität von XMPP sollte es möglich sein, den Activity Stream von Facebook einzubetten, so daß nicht zu befürchten ist, daß eine veränderte Nutzung Chat ausserhalb der Web-Präsenz von Facebook dazu führen wird, daß “nichts mehr los ist” bei Facebook, ganz im Gegenteil.

Ich hoffe stark, daß Facebook auch S2S erlauben wird, also die sogenannte Server-to-Server Federation, damit man als username@facebook.com auch mit username@gtalk.com kommunizieren kann, denn dann kann man sich als User das Netzwerk seiner Wahl aussuchen und dennoch mit allen Chatten.

Man könnte sogar noch eine Runde weiterspekulieren und über eine Verknüpfung von Facebook und Google Wave nachdenken, was aufgrund der Basis XMPP durchaus denkbar wäre.

Da ich XMPP in letzter Zeit wieder häufiger aufpoppen sehe, ärgere ich mich schon, daß wir damals unsere technische Kompetenz mit Mabber nicht in ein ansatzweise funktionierendes Businessmodell umsetzen konnten, denn ich hatte damals ein Team, das mehr als nur cutting edge war. Ich werde auch nie vergessen, als ich 2006 meinte “ach, Status Updates liest doch kein Mensch, wir bauen das nicht ein”, aber das nur am Rande.

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"Da ich XMPP in letzter Zeit wieder hu00c3u00a4ufiger aufpoppen sehe, u00c3u00a4rgere ich mich schon, dau00c3u009f wir damals unsere technische Kompetenz mit Mabber nicht in ein ansatzweise funktionierendes Businessmodell umsetzen konnten, ... "

Kann dem nur zustimmen, ich u00c3u00a4rgere mich auch, ich hatte ca. 2003 einen Flash basierten Support-Client den man in Websiten einbauen kann und habs irgendwie nicht auf die Reihe gebracht des Teil zu vermarkten.

Das hatte ich schon mal vor einigen Monaten gelesen, das man daru00c3u00bcber nachdenken wu00c3u00bcrde. Schu00c3u00b6n ist das man sich entschlossen hat das wirklich zu tun.

Wenn jetzt noch Plugins fu00c3u00bcr eigene Jabber-Server kommen um sich mit Facebook zu verbinden wu00c3u00a4re ich dahingehend glu00c3u00bccklich. :)

Fu00c3u00bcr mich eigentlich keine u00c3u009cberraschung, dass man sich auf XMPP einschiesst, eben genau weil Google mit seinem Engagement diesbezu00c3u00bcglich zum einen deutliche Zeichen gesetzt (und daru00c3u00bcberhinaus Tatsachen geschaffen) hat, die sich nicht so einfach ignorieren lassen.

Vielleicht ist das jetzt sogar der Impuls fu00c3u00bcr Twitter, seine ausgesetzte IM-Anbindung weiterzuentwickeln...