seheichmichgezwungen.de

Neulich hat Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner eine enorme Drohgebärde in Richtung Facebook als offenen Brief abgeschickt, daraus ist jetzt seheichmichgezwungen.de entstanden, weil die Drohgebärde der Frau Aigner einfach zu absurd dämlich ist.

Drohgebärden für alle! Viel Spass damit.

Vielen Dank an Martin Szymanski für die schnelle Entwicklung der Website basierend auf meinen unausgegorenen Vorgaben.

Aktuelle Lieblings-App: Angry Birds

Angry Birds ist einfach ein tolles, wenn auch leicht brutales Spiel, bei dem man mit einem Katapult Vögel rauskatapultiert, um Schweine zu töten. Ja, das klingt jetzt seltsam, aber es bringt saumässig viel Spaß und unsere Kinder lieben es. Danke an Stephan für den Tipp! Mich erinnert das Spiel massiv an YetiSports, das die Älteren unter meinen Lesern sicherlich noch erinnern.

Download: Angry Birds

Ilse und das Osterloch

Als Beschützerin der Verbraucher wird sich Frau Aigner über Schlagzeilen wie Brief an Zuckerberg: Aigner zieht in den Kampf gegen Facebook freuen. Ihr offener Brief an Mark Zuckerberg enthält durchaus begründete Kritik, aber dennoch schießt Frau Aigner weit am Ziel vorbei.

1. Will niemand sich von der Verbraucherschutzministerin bevormunden lassen. Die User können selber entscheiden, ob sie Facebook nutzen wollen und wie sie die Datenschutzrichtlinien einschätzen.

2. Nach Google Streetview hat Frau Aigner jetzt Facebook im Visier, als nächstes kommen dann bestimmt Farmville, Layar, Foursquare oder Twitter. Eine Begründung wird dann irgendwas mit Datenschutz zu tun haben, vor allem aber wird es darum gehen, sich als Verbraucherschutzministerin mit Internet-Themen in die Öffentlichkeit zu bewegen.

3. Ilse Aigners Drohung, daß sie ihren Facebook-Account löschen will, kann Zuckerberg mit mehr als 400 mio Nutzern gelassen ignorieren. Zumal die Drohung nicht wirklich irgendeine Konsequenz für Facebook bedeutet.

Die Osterzeit war kurz, ich freue mich auf den Sommer, dann wird Frau Aigner sicherlich versuchen, mehrere Akzente im Sommerloch zu setzen, das Potential hat sie. Zumal es genügend Wähler gibt, die das Internet sowieso generell suspekt finden. Frau Aigner tritt munter in die Fußstapfen von Frau von der Leyen, indem sie versucht, Internet-Themen mit Symbol-Politik zu verknüpfen, um an der eigenen Profilierung zu arbeiten.

Darda Bahn – der Klassiker

Früher, in den 70ern, da war die Darda-Bahn ganz groß, jedenfalls für mich. Heute hat Söhnchen zum 4. Geburtstag seine erste Darda-Bahn geschenkt bekommen. Und, was soll ich sagen, die Darda-Bahn ist immer noch ganz groß, nicht nur für mich, sondern auch für Söhnchen. Jetzt gilt es, unbemerkt von der Finanzchefin noch weitere Sets zu erstehen, damit noch mehr gebaut und gefahren werden kann.

Ziel ist eine Bahn, wie in diesem Video hier.

Eventuell geht es aber auch mit ein paar weniger Schienen.

Das iPad als Heilsbringer für Verlage?

Wenn ich Jubelmeldungen wie Marktstart in Amerika: WELT-Gruppe bringt digitale Zeitungen auf das iPad lese, dann kommen mir starke Zweifel, ob die Branche überhaupt versteht, was gerade passiert:

Vom 3. April an wird es eine „iKiosk"-App im App-Store geben. Mit ihr können Nutzer die aktuellen Ausgaben von WELT, WELT KOMPAKT und WELT am SONNTAG KOMPAKT für das Apple-Gerät kaufen. Vorerst als monatliches Abonnement zu Preisen zwischen 7,99 bis 29,99 Euro. Das ist etwas günstiger als die gedruckten Ausgaben.

Die WELT, seit ich mich erinnern kann der defizitäre Titel aus dem Springer-Reich, der immer riesigen Anspruch hat, aber nie die Leserzahlen erreichen konnte, die zu diesem Anspruch gehören sollten, posaunt nun also frühlich in die Welt, daß künftig auch auf dem iPad die WELT verfügbar sein wird.

Tja. Mit der Einführung des iPads wird deutlich, was die Herausforderungen der Verlage derzeit sind.

1. wird aus einem weiteren Distributionskanal noch kein lesenswerter Inhalt.
2. haben die Verlage die letzten 10 Jahre so massiv gepennt und gehofft, daß das Internet wieder weggehen wird, aber nicht realisiert, daß sie zu Medien-Unternehmen werden müssen, die Technik verstehen und auch zielführend einsetzen.
3. hat Apple jetzt mit dem iPad ein Format geschaffen, an dem Apple die Regeln definiert und an den Erlösen mitverdient.
4. die Verlage können also zwischen Pest und Cholera entscheiden: User nicht mehr erreichen, oder Apples Position durch eine Erweiterung des Angebotsspektrums weiter zu stärken.
5. das iPad manifestiert das Ende des linearen Inhalte-Angebots. Damit werden die herkömmlichen Mechanismen der Anzeigen-Vermarktung auch immer weniger greifen und neue Werbeformate entwickelt werden müssen.

Das iPad wird ein tolles Produkt. Aber für die Verlage bedeutet es eine weitere Abhängigkeit, stärkere Konkurrenz auf der Plattform und weniger Relevanz für die Printerzeugnisse. In 5 Jahren werden die Ereignisse beim Jalag zur Normalität werden. Währenddessen verdient Apple als Inhalte-Distributor ganz wunderbar mit und ermöglicht zudem transaktions-basierte Werbemodelle, die andere Marktteilnehmer nicht bieten können. Die Verlage hingegen werden weiterhin die Kostenlos-Mentalität des Internets beklagen und darauf beharren, daß Tradition als Businessmodell ausreichend sein müsse.