Nein, ich halte Ursula von der Leyen nicht für geeignet, als Bundespräsidentin unser Land zu repräsentieren. Und ich finde es gut, wenn diese Ablehnung auch artikuliert wird. Dafür haben wir Blogs, Twitter, Facebook und Co. – auch wenn natürlich netzbasierte Kommunikation nicht alles ist.
Allerdings vermisse ich, mal wieder, eine konstruktive Auseinandersetzung im Netz zu politischen Themen. Wenn wir es schaffen, daß über 100.000 Leute eine Petition unterschreiben, warum bekommen wir es dann nicht hin, daß 100.000 Leute mittels netzbasierter Tools innerhalb von einigen Tagen auf Basis von Crowdsourcing eine tolle Auswahl möglicher Kandidaten zusammenstellen?
Es muss doch machbar sein, dieses Netz konstruktiv zu nutzen. Die Weisheit der Vielen würde ich gerne mal in Aktion sehen, um etwas Neues zu entwickeln und ein Ziel zu formulieren. Wo ist das Wiki, auf dem die möglichen Kandidaten gesammelt und diskutiert werden? Wo werden Möglichkeiten diskutiert, wie trotz Bundesversammlung mehr Menschen ihren Input geben können? Wo sind all diejenigen, die sonst immer so viel erzählen über Crowdsourcing, über kollaboratives Arbeiten?
Warum können wir nur negativ?
Und “mach doch!” ist jetzt nicht die Antwort, die ich erwarte. Wenn wir Automatismen gegen etwas haben, dann können wir auch Automatismen für etwas entwickeln.
Das Signal an Frau Merkel sollte nicht sein “wir finden Ursula von der Leyen ungeeignet”, sondern “100.000 Menschen haben sich nach intensiven Beratungen für Person XY ausgesprochen, aus folgenden Gründen…” – damit entwickelt man ein öffentliches Durckpotential. Und das gilt übrigens für alle Debatten, die wir online führen.
Dafür ist das neue dagegen.
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