07. Juni 2010

Verleger fordern trotzig Geld von Facebook

Diesen Tweet von Wolfgang Blau musste ich zweimal lesen, so absurd klang das Geschriebene. Laut einem Artikel in der FTD will der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ künftig von Facebook an deren Werbeeinnahmen beteiligt werden. Schon jetzt kommt 5% des Traffics der Verlage von Facebook, nach einer Studie soll sich dies bis Ende 2012 verdreifachen.

Die Verleger fordern also dafür, daß sie bei Facebook Inhalte einstellen, ihre Userbindung verbessern und über die Empfehlungen der User Zugriffe auf ihre Inhalte generieren können, einen Anteil an den Werbeeinnahmen von Facebook. Sie bekommen einen Platz im Ökosystem, der ihnen Aufmerksamkeit für ihre Inhalte ermöglicht und dafür wollen sie Geld.

Ich sehe da einen logischen Bruch in der Argumentationskette.

Erst Google, jetzt Facebook, dieses Web ist kein Spaß für die Verleger. Vor allem kann der VDZ so viel fordern wie er will, der Kampf um die Aufmerksamkeit der User kann er nur begrenzt beeinflussen. Die Dominanz von Facebook könnte auch dazu führen, daß nicht nur die Verleger nicht an den Werbeeinahmen beteiligt werden, sondern Facebook für den entstandenen Traffic entlohnen müssen. Das Kräfteverhältnis ist ein anderes, als es der VDZ suggeriert.

Aber man kann es ja mal versuchen und trotzig Geld dafür fordern, daß Facebook für Leser der Inhalte sorgt.

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Find ich gut. Wu00c3u00a4re ich Produkthersteller, wu00c3u00bcrde ich von Zeitungen und Zeitschriften schlieu00c3u009flich auch Geld dafu00c3u00bcr fordern, dass sie meine Produkte in ihren Printprodukten abbilden.

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