Herrlich, wie zwei Meldungen von den deutschen Medien aufgegriffen werden. Zum einen schließt Google einen Deal mit Verizon, der die Tür öffnet zu einem Zwei-Klassen-Internet und einen Großangriff auf die Netzneutralität darstellt, zum anderen wird von Google verkündet, daß noch dieses Jahr Google Streetview in Deutschland gestartet werden soll. Schon stehen wieder alle parat, vom Hamburger Datenschutzkasper über die üblichen Verdächtigen, die von Bewegungsprofilen über sonstige Eingriffe in die Privatsphäre irgendwas befürchten, anstatt zu erkennen, daß Google lediglich einen Dienst bietet mit Streetview, der längst überfällig war und letztendlich nichts neues über die Nachbarschaften verraten wird.
Das ist so typisch. Weil es zu kompliziert erscheint, ein Thema wie Netzneutralität zu erklären, wird lieber auf Ressentiments gezielt und suggeriert, daß der Gartenzwerg in Gefahr sei, nur weil das Google-Auto vorbeifährt. Ohne Netzneutralität geht das Konstrukt des freien Internets den Bach runter, damit ist die Meinungsvielfalt gefährdet und die Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entfaltung werden zu Gunsten der Big Player wie Google limitiert. Wäre ich ein Einzelhandelsverbandsvertreter oder ähnliches, würde ich sagen, daß durch die Aufgabe der Netzneutralität jährliche Hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr seien. Aber so bleibt das Thema Netzneutralität weiterhin ein Techiethema, dem sich die herkömmlichen Medien höchstens in einer Fußnote nähern.
Streetview in den Hauptnachrichten, Netzneutralität bzw. Google/Verizon nur irgendwo in den Online-Medien. Und wir wundern uns, daß Deutschland bei Internet-Themen immer weiter ins Hintertreffen gerät.
Der Google/Verizon-Deal ist der Anfang vom Ende der Netzneutralität und wird das Internet massiv zu Ungunsten der User verändern.
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