Kik – Messaging App geht steil viral

Nico —  9.11.2010

Vor 5 Jahren hatte ich die Idee zu Mabber, einem Startup, das Instant Messaging einfacher machen und vor allem vom Desktop befreien sollte. Neben einer sehr umfangreichen Web-App hatten wir auch eine schnieke mobile App, die für damalige Verhältnisse extrem viel konnte. Aber das Thema war zu früh und wir haben sehr viel Zeit mit technischen Grundlagen verbracht, um nur einige Gründe für den Mißerfolg des Startups zu nennen.

Mittlerweile sind wir weiter, über 150 Millionen User nutzen Facebook mobil und dabei eben auch die Chat-Funktion. Aber auch SMS wird immer noch genutzt.

Der Kik Messenger bietet jetzt kostenloses Realtime Texting für Blackberry, Android und iPhone an. Ein simples Interface erlaubt einfaches Hin- und Herschicken von Textnachrichten, gepaart mit visuellen Hinweisen, ob die Nachricht versendet, empfangen oder gelesen wurde.

Was aber richtig praktisch und vor allem spooky ist: Kik durchsucht das Adressbuch des Mobiltelefons nach Kontakten und fügt diese automatisch bei Kik hinzu, sobald sich ein bestehender Kontakt dort anmeldet. In 18 Tagen wurden so lumpige 1,5 Mio User für Kik gewonnen.

Kik hat eine ziemlich disruptive Seite, denn die gute alte SMS wird frontal angegriffen mit einem Tool, das Textnachrichten über die Datenverbindung an die Kontakte im Adressbuch verschickt. Ich vermute, daß Kik bald den Backlash der Telkos erfahren wird und wie im Fall Skype/VOIP die AGB entsprechend modifiziert werden dürften. Ach ja, und das Auslesen des Adressbuches und automatische Matching dürfte auch bald Geschichte sein: Speedy Messaging App Kik Goes Viral, But Is It Cool With Apple’s TOS?.

Kik dürfte eine interessante Phase vor sich haben.

3 responses to Kik – Messaging App geht steil viral

  1. StefanStrigler 10.11.2010 at 12:35

    So ‚beta‘ wie das noch ist, ist der Vergleich mit mabber in der Tat angebracht :D

  2. Wie TechCrunch auch schon schreibt, ist der einzige Unterschied zu den bereits bekannten PingChat und WhatsApps die Geschwindigkeit.
    Ich bin gepannt ob es sich durchsetzt.

  3. StefanStrigler 18.11.2010 at 9:30

    Jetzt wo twitter auch push kann …