Die neue Alles-Inbox bei Facebook

Mit See the Messages that Matter kündigt Facebook seinen neuen Unified-Messaging-Dienst an. Moment, das Wort steht doch eigentlich für irgendwelche zusammengeflanschte Dienste, die nie wirklich gut zusammengepasst haben. Wieso sollte das bei Facebook besser sein?

Aus mehreren Gründen:
– Facebook hat 500 Mio User und ein stabiles, aber auch simples Messaging-System am Laufen, das durch Instant-Messaging ergänzt wird.
– XMPP im Backend erlaubt eben genau die Art der Konversationen, wie sie Facebook vorschwebt: unterschiedliche Übertragungswege, unterschiedliche Teilnehmer, eine Inbox.
– die Marktdominanz von Facebook wird dafür sorgen, daß sich dieses System durchsetzen wird, insbesondere, wenn es eben auch mit normaler Email funktioniert.

Die neue Email-Adresse username@facebook.com wird einen anderen Impact haben als Google Buzz oder Wave. Facebook-Nutzer sind auf der Plattform, um zu kommunizieren. Da ist eine nahtlose Integration eines Messagingdienstes nichts total ungewöhnlich, anders als es mit Buzz oder Wave bei Google der Fall ist. Über die Privacy-Implikationen sollte man sich allerdings schon ein paar Gedanken machen, schliesslich werden auch User ohne Facebook-Accounts jetzt Teil des Systems, allerdings waren auch bei Mails an Gmail-, Hotmail-, oder AOL-Accounts die Befürchtungen bei einigen Protagonisten groß und die Implikationen dann eher nicht meßbar. Nur im Fall von Facebook wird das anders sein und noch mehr für eine EInbeziehung eigentlich externer Daten in das System von Facebook sorgen. Thomas Hobbes allerdings müsste eigentlich seinem Leviathan ein neues Kapitel spendieren.

Aus Usability-Gesichtspunkten dürfte der neue Messaging-Dienst von Facebook allerdings sehr spannend werden und der guten alten Email einen neuen Twist in Richtung Instant Messaging geben und damit eher bei der Messaging-Realität der Nutzer ankommen.