Niemand spielt das Check-In Spiel?

Nico —  25.01.2011

Während Foursquare freudestrahlend 3400% Wachstum verkündet, motzt Sebastian wenigstens in der Headline Status Quo: In Deutschland nutzt keine Sau Foursquare! rum.

Da ist etwas dran. Das Erreichen unterschiedlichster Level bzw. Badges beim fröhlichen Check-In irgendwo macht ja durchaus ein klein bißchen Spaß, aber ich kann da keine dauerhaftes Amusement erkennen. Warum sollte man auch an irgendwelchen 08/15-Orten sich einchecken? Aus Sicht der Unternehmen, die Check-Ins anbieten, also z.B. Foursquare, Facebook, Friendticker oder Qype, ist es sehr spannend zu sehen, was die User so treiben und die Möglichkeit, über Location-based Advertising Umsatz zu treiben, ist sehr naheliegend. Aber aus User-Sicht gibt es neben den üblichen Social Status Themen wie pures Angeben, Oversharing oder Neugierde kaum Momente, die für eine wirklich langfristige Nutzung von Check-Ins sprechen.

Es sei denn, man sieht die aktuelle Version der Check-Ins als 1.0 an, quasi um die Grundlagen zu legen und Plätze auf die Karten zu bringen, die von Usern genutzt werden können.

Ich finde beispielsweise die Lösung von Instagram sehr nett, daß User dort ein Foto nicht nur schnell bei Twitter oder Facebook sharen können, sondern auch eine Location auswählen können, die zu dem Foto passt. Auf einmal haben die Foursquare Venues einen Kontext, in dem sie total Sinn machen. Das ist nur ein Beispiel, Couponing ist ein weiteres, und wenn man ein wenig nachdenken mag, fallen einem weitere Szenarien ein.

Check-Ins an sich werden nur durch den speziellen Kontext für die Freunde relevant. Foursquare wird also Teil der Web-Infrastruktur werden, oder einem größeren Facebook-Angebot weichen. Check-Ins an einer Tankstelle bleiben weiterhin egal. Nur wenn jemand mir den Titel des Mayor beim Starbucks Eppendorf streitig machen will, dann werde ich fuchsig.

11 responses to Niemand spielt das Check-In Spiel?

  1. Hi Nico,

    was für eine verpasste Chance. Anstatt sich schnell weiterzuentwickeln bleibt Foursquare auf der Stelle stehen. Facebook überholt mit mehr Usern, mehr Check-ins, Fotooptionen, besserem Überblick etc.Dabei steckt auch neben Facebook noch genügend Potential in dem Check-in Prinzip. Als Partner oder Teil von Groupon könnten ganz neue Funktionen entwickelt werden. Aber wie es aussieht, hat dieser tolle Dienst den Sprung zu kurz angesetzt.:-(

    Eins hast Du nicht bedacht: Das, was Dir am Starbucks so wichtig ist, ist jemand anders der Tiger im Tank. So durstig wie Du ist so mancher Schlitten schon lange. Und sag nicht, die Deutschen würden, nur weil sie plötzlich alle online sind, ihre Autos nicht mehr lieben. Also: Es leben die Mayors der Tankstellen, der Kinderspielplätze, der Fußballstadien, der Fernsehsendungen, der politischen Demonstrationen, der magischen Tümpel und der verliebten Bäume.;-)

    Gunnar

  2. smichaelis 26.01.2011 at 0:37

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass foursquare weiterhin damit Erfolg haben wird, auf Themen wie Social Status und Badges aufzubauen. Die Partnerschaft mir Runkeeper und den Badges, die man fürs Joggen bekommt, könnten vil. ein Beispiel sein, wo die Reise hingeht…. ob sich 4sq damit zu weit von seinem Kerngeschäft entfernt, ist ein anderes Thema. Ich glaube, foursquare wird weiterhin die Nase vorn haben.

  3. Ich denke auch, dass wir noch in der Zeit des Check-In 1.0 leben. Die nächste Generation wird dank NFC vor allem automatisch ablaufen und niemand wird noch sein Telefon aus der Tasche ziehen und manisch auf der Tastatur rumhacken müssen.

    Ich sehe 4sq jedoch nicht auf dem absteigenden Ast. Die Kooperation mit der Telekom dürfte mich schon bald viele Mayorships kosten…

  4. sebastiankeil 26.01.2011 at 11:15

    @Gunnar Facebook überholt Foursquare? Sicher hat FB das Potential dazu, allerdings sehe ich in meinem Newsfeed geschätzt 4 zu 1 Foursquare Check-ins im Verhältnis zu Facebook. Wie sehen die anderen Mitleser das?

  5. smichaelis 26.01.2011 at 11:32

    @sebastiankeil Sehe ich genau so. Grundsätzlich checkt mein Umfeld eher bei 4SQ ein, als auf FB. Das liegt vil. daran, dass FB Places stark in den Newsfeed integriert ist. Bei 4SQ hat man eine Übersicht, wo alle Freunde gerade sind, Mit einem Checkin auf 4SQ (wenn man ihn nicht gerade auf FB postet) drängt man sich nicht so auf, wie mit einem Checkin auf FB…

    • @smichaelis @sebastiankeil Wartet ab, wie sich das entwickelt, sobald Facebook Deals irgendwann mal an den Start geht. Meine These: Gib Leuten einen finanziellen Vorteil durch den Check-In, dann wird die Nutzung massiv steigen.

  6. Wer es schafft, Nico bis Ende Februar 2011 vom Mayorthron Starbucks Eppendorf zu stoßen, dem zahl ich 5 Euro, oder meinetwegen auch 5 Retweets. Vielleicht geht ja noch jemand mit und erhöht die Prämie?

  7. Die Verbindung von Fotos mit Foursquare-Orten gibt es aber doch schon längere Zeit. Selbst Foursquare selbst bietet die Möglichkeit. (Sogar TwitPic bietet die Möglichkeit Bilder mit Orten zu verbinden)
    Wieso sollte ich dann noch Instagram nutzen?

    http://twitter.com/stelten

    • @stelten instagram war nur ein beispiel der nutzung von geolocation ohne checkins, aber basierend auf der datenbasis von foursquare

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