Muttis strahlende Zukunft ist vorbei

Die Vorfälle der letzten Tage haben bei aller Trauer und Sorge um die Opfer und Überlebenden der Naturkatastrophe in Japan vor allem gezeigt, daß Atomkraft nicht beherrschbar ist. Bei allen Beteuerungen seitens der Energiekonzerne und der Atomlobby sollte nun nach dem GAU in Tchernobyl allen klar geworden sein, daß bei Atomkraft immer ein Risiko bestehen bleibt. Das, und der immer noch andauernde Zustand, daß niemand weiß, wohin man den Atommüll dauerhaft verbringen kann, sollte klar machen, wie wenig Perspektive diese sog. Brückentechnologie noch hat. Ich hoffe, daß in Japan die Sicherungssysteme halten und möglichst wenig passiert, aber ich würde diese Hoffnung nicht gleichsetzen mit der Gewißheit, daß bei Atomenergie nie etwas passieren kann.

Seit über 25 Jahren bin ich ein politisch denkender und interessierter Mensch und ebenso lange habe ich nicht verstehen können, warum wir uns das Risiko Atomkraft antun. Ich glaube daran, daß wir mit Technologie viele Lösungen liefern können, aber für mich ist Atomkraft ein Relikt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und gehört längst ins Museum der obsoleten Technologien.

Es war ein strategischer Fehler der schwarz-gelben Koalition, den zurückhaltenden Atomausstiegsbeschluß der rot-grünen Koalition wieder rückgängig zu machen, noch dazu mit einem Geheimvertrag mit den Energiekonzernen. Die Bürger dieses Landes haben sehr wohl verstanden, daß die Sicherheitsinteressen zu Gunsten des Profitstrebens einer Branche hintenanstehen mußten. Wenn der Umweltminister Röttgen jetzt davon redet, über Atomkraft neu nachdenken zu wollen, dann zeigt dies deutlich, wie sehr der Koalition mittlerweile klargeworden ist, daß sie die Interessen des Landes verkauft haben, indem sie den mühselig ausgehandelten Atomkompromiß aufgekündigt haben und jetzt das Votum des Wählers fürchten.

Eigentlich bin ich es leid, daß seit über 25 Jahren das Thema Atomkraft immer noch nicht geklärt ist, aber die Geschehnisse in Japan werden dazu führen, daß das Thema Atomkraft erneut sehr stark auf die Tagesordnung gedrückt werden wird. Anders als früher können wir nicht nur demonstrieren und „Atomkraft, nein danke!“-Buttons tragen, sondern auch den Stromanbieter nach Ökostromkriterien auswählen. Wir sind seit einigen Jahren bei der EWS Schönau, aber es gibt mittlerweile auch viele andere Anbieter ohne Atomstrom.

Angela Merkel hat ohne Not den Atomkompromiß aufgekündigt und wird nun sehen, wie sie vom wieder aktuellen Thema Atomausstieg überrollt werden wird.

6 Antworten auf „Muttis strahlende Zukunft ist vorbei“

  1. „Nein,das ist kein Meinungsumschwung…“schon das erste Kommentar sagt sehr viel über seine bzw. die Verlogenheit der großen Koalition aus…desweiteren hat er gleich im Anschluss Argumente als neue,als seine Argumente hingestellt,dabei werden diese Argumente schon seit Jahren und Jahrzehnten von Atomkraftgegnern gebraucht..aber plötzlich gebraucht er genau diese,um die „Atomkraft neu einzuschätzen“…das ist so scheinheilig und verlogen,dass ich garnicht soviel kotzen kann,wie ich kotzen will !

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