Das ist sozialdemokratisch!

Nico —  6.06.2011

Unlängst hatte Sigmar Gabriel dazu aufgerufen, die Partei mehr zu öffnen und somit auch Bevölkerungsschichten zu erreichen, die die SPD derzeit vielleicht nicht so gut erreichen kann. Das ist ein längst überfälliger Schritt, denn die Partei ist mittlerweile nicht nur überaltert was die Mitgliederstruktur angeht, sondern findet aufgrund der mangelnden Erfahrungshorizonte der immer weniger werdenden Mitglieder immer weniger die Antworten auf die Fragen Zukunft.

Das ist sozialdemokratisch! – Deine Ideen und Erwartungen. von Mathias Richel mit Unterstützung von Dennis Morhardt, ja, immer wieder die beiden, nähert sich dem Thema Sozialdemokratie von einer anderen Perspektive. Es ist quasi der crowd-gestützte Versuch, gemeinsam zu definieren, wofür die SPD heutzutage steht oder stehen sollte. Diese Übung ersetzt kein Parteiprogramm und auch keine Ortsvereinsversammlung, sie kann aber wichtige Impulse für die Parteiarbeit liefern. Also macht bitte alle schön mit, es gibt auch ein Badge fürs Parteibuch.

24 responses to Das ist sozialdemokratisch!

  1. Und wieso weht die Flagge da auf Halbmast? So schlimm?

  2. Mir fiele dazu einiges ein. Aber das wollt ihr sicher gar nicht wissen ;).

  3. SaschaStoltenow 6.06.2011 at 10:45

    Immer wenn ich Sigi und Andrea sehe fällt mir so gar nichts mehr ein, vor allem nicht, wie eine Partei unter deren Führung auch nur die einfachste gute Idee umsetzen könnte. Schade.

  4. ok, aber noch mal inhaltlich (auch wenn mich das mit der Flagge nachhaltig irritiert) – ich finde das gut, sehr gut sogar. Nur die Idee des jungen Vorsitzenden verstehe ich nicht, weil ich mich noch an die späten 80er und frühen 90er erinnere, wo die SPD (damals war ich da drin) quasi dasselbe schon mal angekündigt und nicht gemacht hat. Deja-vu. Hab ich ja letzte Woche was zu gebloggt: http://www.haltungsturnen.de/2011/06/haben-sie-manchmal-deja-vus.html

  5. SaschaStoltenow 6.06.2011 at 11:05

    @luebue Ok, auch noch mal inhaltlich. Ich habe heute morgen in der Bahn einen Text aus der SZ vom Wochenende gelesen. Nicolas Born „Letzte Aufzeichnungen.“ Es ist sein letzter Text. Aufgenommen im April 1979 im Krankenhaus in Hamburg-Harburg. Die vollständige Fassung soll in der Zeitschrift Akzente 3/2011 erscheinen. Wirklich bewegend daran ist, dass dort einer schreibt, der schon vor mehr als 30 Jahren die Kosten der Atomenergie intellektuell und emotional durchdrungen hat. Dieses Wissen und Fühlen ist meines Erachtens die inhaltliche Basis dessen, was andere nun versuchen, als „Wutbürger“ zu diffamieren. Ich gehe so weit zu sagen, dass dieser Text ausreicht, um zu verstehen, warum die Grünen heute dort stehen, wo sie stehen. Und ich behaupte, dass es keinen SPD-nahen Intellektuellen gibt, der in der Lage wäre, etwas Vergleichbares aus einer sozialdemokratischen Perspektive zu formulieren. Die SPD versucht stattdessen, die Ängste und den Frust ihrer verbliebenen Klientel zu bereedern. Linke light, ohne Selbstverantwortung, getrieben allein durch einen romantischen Reflex, der über ein „Hach“ für Willy nicht hinauskommt, von den Momenten abgesehen, wenn jemand Helmut Schmidt auf eine Bühne schiebt. Agonie.

  6. @SaschaStoltenow @luebue Was Sascha sagt. Wenn die SPD heute überhaupt noch eine Rolle spielt, dann als Korrektiv für den Wirtschaftsflügel der CDU und die FDP. Ein Rolle, die die Linken aber ebenso gut ausfüllen könnten bzw. im Osten ausfüllen. Sozialdemokratie ist nur noch dort erfolgreich, wo sie ein großes Potential an Stammwählern hat, die sich um den Preis des sympathischeren Spitzenkandidaten CDU-Positionen als sozialdemokratisch verkaufen lassen. Wie in Hamburg.

  7. ChristianSoeder 6.06.2011 at 12:38

    @SaschaStoltenow @luebue

    Hermann Scheer sagt euch was? Nein? Tjo.

  8. @ChristianSoeder he, vereinnahme mich da nicht ;) Ich bin ja Herzenssozi. Nur leider ist die Zeit an den Retro-Sozis einfach vorbei gelaufen. Der Scheer wurde bei euch auch erst populär, als er tot war. (Sage ich als jemand, der schon auf einer Seite mit ihm stand, als er noch lebte)

  9. ChristianSoeder 6.06.2011 at 12:47

    @luebue Das stimmt doch einfach nicht. Hermann Scheer war der Vater des EEG, ganz unwichtig ist das ja nun nicht … Klar hatte er auch Gegner, aber das ist ja wohl normal .…

  10. ChristianSoeder 6.06.2011 at 12:48

    @luebue Herzenssozis gibt’s bei den Grünen ja eh viele. :-)

    Sigmar Gabriel wird hier allerdings unterschätzt. Das ist ein kluger Taktiker und Stratege.

  11. SaschaStoltenow 6.06.2011 at 13:00

    @ChristianSoeder @luebue Ok, und was soll mir diese Singularität aus dem SPD-Universum sagen? Und was, dass es ihm nicht gelungen ist Frau Ypsilanti daran zu hindern, den Wahlerfolg in Hessen zu vermasseln?

    Ich finde übrigens Braungart toll, und der ist sogar mit einer SPD-Frau verheiratet (was nichts heißt), aber dass Monika Griefahn keine größere Rolle in der SPD spielt, dann schon.

    Insgesamt: Ist ja schon ne tolle Bilanz für die Sozen. 2 tote Helden (Brandt, Scheer) und einer fast (Schmidt).

  12. @ChristianSoeder äh, also, das EEG, das von einem grünen Minister und einer grünen Staatssekretärin geschaffen wurde, wurde zwar von Scheer mitinspiriert, aber ja gerade trotz seiner Partei, nicht wegen. Menno.

  13. ChristianSoeder 6.06.2011 at 13:28

    @luebue @ChristianSoeder Stand im SPD-Wahlprogramm 1998, also bitte …

  14. @ChristianSoeder ok, lass uns so einigen: Toll, dass es nach C. Schmid und E. Eppler noch einen Denker bei den Sozis gab. Und das EEG ist so oder so das größte ordnungspolitische Werk der rot-grünen Bundesregierung.

  15. SaschaStoltenow 6.06.2011 at 13:37

    @luebue @ChristianSoeder Das Interessante daran: Wegweisende Ordnungspolitik scheint immer nur gegen die vermutete Mehrheitsmeinung, vor allem aber gegen die eigene Klientel durchgesetzt werden zu müssen.

  16. ChristianSoeder 6.06.2011 at 13:55

    @SaschaStoltenow @luebue Neue Ideen haben es natürlich schwer, sonst wären es ja keine neuen Ideen …

  17. @SaschaStoltenow @luebue @ChristianSoeder Was weiterhin nachdenklich stimmt. Warum diskutiert hier eigentlich nicht die SPD? Also mal abgesehen von Christian, der mir mit seinen Positionen aber ohnehin oft ein Bild der SPD malt, dass mich in meiner Abneigung nur bestätigt

  18. @SaschaStoltenow Jepp! Kosovo ging nur mit den Grünen, Hartz nur mit der SPD, Elterngeld und Atomausstieg nur mit der CDU. Merkwürdig, oder?

  19. SaschaStoltenow 6.06.2011 at 14:00

    @ChristianSoeder @luebue Es scheint mir aber, dass es neue Ideen in der SPD besonders schwer haben, und in der Linken ganz besonders schwer.

  20. ChristianSoeder 6.06.2011 at 14:08

    @SaschaStoltenow @luebue Ach, die Grünen sind abseits von Umwelt sehr schwach unterwegs. Zeigen ja alle Umfragen.

  21. ChristianSoeder 6.06.2011 at 14:13

    @50hz @SaschaStoltenow @luebue So ist das – können ja nicht alle meiner Meinung sein. ;-)

  22. frank_krings 7.06.2011 at 0:44

    „es gibt auch ein Badge fürs Parteibuch.“ Ist das schon Gamification? :)

  23. Faltenbalg 7.06.2011 at 15:26

    Ihr könnt Euch noch soviel überlegen, was die spd sein sollte.

    #Sarrazin seid Ihr und #HartzIV!

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  1. Verzeitlichung - 6.06.2011

    Was ist sozialdemokratisch?…

    Die Identitätsprobleme der Sozialdemokratie sollen nunmehr crowd-gestützt gelöst werden. Eine neue Projektplattform von Mathias Richel und Dennis Morhardt stellt nämlich die Frage “Wofür steht die SPD? Sag du es der Partei!” und die Headlin…