Grassierende Followergeilheit

Nico —  11.07.2011

Damals, als Google+ noch neu war, was war das Beste daran? Eben, es gab keine Überflutung mit Freundschaftsanfragen und man konnte in aller Ruhe seine Leute einsortieren in Kreise. Aber die unschuldige Phase, in der es nicht um das Sammeln von Kontakten anging, währte nur kurz. Mittlerweile ist das fröhliche Adden wieder allegegenwärtig, wie man es von Friendster noch kennt.

Ich glaube, wir machen einen Fehler, wenn wir immer allen überall und zu jeder Zeit folgen. Ich halte es für viel wichtiger, den richtigen Leuten zu folgen, um die für mich richtigen Inhalte zu bekommen.

Glaubt ihr, Tools wie Google+ Statistics und Google Plus Counter sagen irgendetwas aus? Ist nicht die Anzahl von +1, Shares und Kommentaren viel wichtiger? Wenn wir eh alle im Netzwerk sind, dann werden gute Inhalte doch sowieso distribuiert, indem sie von den Menschen aus den jeweiligen Google+ Circles aufgegriffen werden, oder?

Ich werde das Gefühl nicht los, daß Google+ hier einen Designfehler hat, der nicht hätte sein müssen. Ich hätte die Abbildung der Follower- und Freundeszahlen für alle einfach weggelassen, um den Wettstreit zu unterbinden.

Es sind die Kreise, nicht das Sammeln von Leuten.

27 responses to Grassierende Followergeilheit

  1. Ja, dieser ganze Zahlenhype nervt jetzt schon. Falle aber selber auch schon drauf rein, beim Anblick des eigenen Rangs zu denken, och so weit hinten :-( Dabei ist´s doch wesentlich wichtiger mit wem man in Kontakt ist, nicht mit wie vielen…

  2. Weltenweiser 11.07.2011 at 11:42

    Warte bis Lady Gaga in Google+ ihre Zelte aufschlägt. Es wird nicht besser werden.

    Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, die vorgeschlagenen Leute für immer aus der Vorschlagsliste zu verbannen, ohne sie in einen Circle wie geblockt oder dergleichen zu packen?

    Ich will nicht ständig Marc Zuckerberg etc. vorgeschlagen bekommen.

    Ich hab auch schon die erste unbekannte Sammlerin geblockt, die zunächst mich in einen Kreis packte und anschließend durch meine Freunde wilderte.

  3. Anna-LenaKoenig 11.07.2011 at 11:46

    Das Ausblenden von Follower-Zahlen etc. wäre generell eine ganz angenehme Sache. Manchmal gilt jemand ja schon direkt uninteressant, weil er/sie nicht so wahnsinnig viele Follower hat.

  4. @Anna-LenaKoenig ja, ich glaube wirklich, wir laufen da den falschen Metriken hinterher.

  5. Anna-LenaKoenig 11.07.2011 at 11:56

    Interessant ist auch, dass diese Tatsache Leute daran hindert oder sie abschreckt, sich bei twitter oder jetzt google+ anzumelden. „Da geht es doch nur wieder darum, viele Follower zu haben und wer weniger Follower hat als er selbst Leuten folgt ist uncool. Da habe ich keine Lust drauf.“

  6. @ @NicoLumma, re: „Glaubt ihr, Tools wie Google+ Statistics und Google Plus Counter sagen irgendetwas aus?“

    Auf jeden Fall! Wenn ich sehe, dass jemand bei Google+, Facebook oder Twitter 5000 Leuten „folgt“, ist das für mich ein Indiz dafür, dass es dieser Person eher um Eigen-PR als um echten Austausch geht (was ich nicht notwendigerweise wertend meine).

    „Ich hätte die Abbildung der Follower- und Freundeszahlen für alle einfach weggelassen, um den Wettstreit zu unterbinden.“

    Lass doch die Sammler sammeln, wenn es ihnen Spaß macht! Sie stören mich nicht.

  7. @Anna-LenaKoenig Ist doch gut, wenn Leute abgeschreckt werden, die sich eher von Zahlen als von Inhalten beeindrucken lassen.

  8. markus.breuer 11.07.2011 at 12:04

    ich glaube, dass ist – für die Mehrzahl der Anwender – in Kürze nur noch ein „gefühltes Problem“. Für mich als Privatmensch ist es doch Wurst, wieviel Leute mich in ihren Circles haben – solange meine Freunde dabei sind. Und selbst für die, die immer den Längsten haben müssen … eine Chance, in irgendwelchen Hitlisten aufzutauchen, haben doch wirklich nur einige wenige Promis.

    Für Unternehmen – die auf G+ allerdings noch kaum aktiv sind – ist das anders. Die sind immer auf der Suche nach Metriken, KPIs oder Whatchamacallits. Denen beizubringen, das „in möglichst vielen Circles sein“ kein guter KPI is, wird schwieriger. Es soll ja auch immer noch „Online-Verantwortliche“ geben, die sich über viele Visits freuen, auch, wenn sie keinerlei Idee haben, wie sie die in irgendeiner Form konvertieren können … Da sind aber auch Agenturen und sonstiger Dienstleister gefragt: Wenn sie eine Metrik für doof halten, müssen sie halt – gemeinsam mit dem Kunden – eine bessere entwickeln.

  9. @Anna-LenaKoenig Da muß man sich dann auch fragen, wie interessant so jemand für einen selbst ist, der einen primär nach Followerzahlen beurteilt. Da ist man dann auch selbst schuld, wenn man sich um solches Mengendenken schert.

  10. Was @markusbreuer sagt. Verstehe ehrlich gesagt die Diskussion nicht. Auf Twitter folgt man doch auch nicht jedem zurück, sondern nur wenn er einen „Mehrwert“ für einem selbst bietet. Mit den Circles lassen sich noch besser als auf Twitter Themen statt Leute abonnieren und das finde ich klasse. Einer meiner Circle ist für die „schwachen Verbindungen“, die je nach Begebenheit auch eine Berechtigung haben.

  11. @Anna-LenaKoenig Auf Leser, die nur Inhalte von Autoren mit einer bestimmten Mindestzahl von „Followern“ ernstnehmen, kann ich verzichten. ;-)

  12. @Anna-LenaKoenig Ich kann mich nicht davon freisprechen, ein Profil auch nach seine Follower/Following Ration zu beurteilen. Falls jemand wenigen Leuten folgt, aber von sehr vielen gelesen wird, dann stellt das für mich zunächst mal ein Qualitätsmerkmal dar. Bei Profilen in denen jemand nur geringfügig mehr Follower hat als er selbst folgt und sich das im Tausenderbereich abspielt, ist meist eine Software im Spiel die automatisch folgt und entfolgt. Auch das ist für mich ein Merkmal anhand dessen ich entscheide – nur anders :)

  13. ammann.flo 11.07.2011 at 12:34

    sagt es und integriert den „Add to circles“ Button :)

  14. @AngieDor Das schreit ja geradezu nach einem Browser-Script, mit dem diejenigen, die Statistiken als lästigen Hype empfinden, die Zahlen ausblenden können. ;-)

  15. Also ich selber folge bei Google+ nun auch erstmal recht vielen Leuten, einfach um diese „kennen zu lernen“ und zu schauen ob sich da ein Mehrwert entwickelt, zahlen sind mir da echt egal, sehe das nicht als Penisverlängerung wenn mir nun bei Twitter 800 oder 8000 folgen.

  16. Nicht Zahlenhype sondern Inhalte, Kontakte und Sozial Network sollte zählen. Zumindst gehe ich mit diesen Ansätzen beim „Zirkeln“ heran. Danke für den Artikel.

  17. MikeSchnoor 11.07.2011 at 15:04

    Ich sortiere am Wochenende meine Kreise durch, habe auch nicht so viele Kontakte hinzugefügt. Wer mich lesen möchte, darf das gerne bei Google+ tun – ich versuche auch möglichst andere Themen zu setzen als via Twitter. :)

  18. @pjebsen dann könnte ich zwar diese zahlen nicht mehr sehen, aber andere schielen ja trotzdem danach und der von @NicoLumma so korrekt beschriebene Wettlauf ginge ja weiter.

  19. MarcoRipanti 11.07.2011 at 18:52

    ich habe neulich in einem Vortrag gesagt, dass wenn es bei Facebook nicht die Anzahl der Fans auf einer Page gäbe, man nie eine Diskussion über den Wert eines solchen bzw. den Erfolg einer Kampagne gegen würde.

    Sobald Zahlen im Spiel sind, beginnt der virtuelle Schwanzvergleich. Nicht ohne Grund suchen wir nicht die Person die viel empfiehlt, sondern eben die Jungs und Mädels die es auch interessiert was einer zu sagen hat.

  20. FriedrichB 11.07.2011 at 18:53

    Angesichts der vielen Kreise kann ich nur mit Archimedes antworten:

    Μή μου τοὺς κύκλους τάραττε.

    oder anders gefragt:

    seit wann schlägt Quantität in Qualität um ??

  21. Haha … für mich habe ich das Thema damit gelöst, einfach meine Kreise unsichtbar zu schaltet. Sehr praktisch, keiner sieht mehr in wie vielen Kreisen ich bin oder wie viele Menschen in meinen Kreisen sind.

  22. @AngieDor Interessant, kann man noch erfahren, wie und wo das genau geht? Wo wir doch alle noch weitgehend besch°^Wunwissend in Sachen Google+ sind. Daaanke

  23. @pittibln Profil bearbeiten, da auf die Kreise klicken und entscheiden welche sichtbar sein sollen… so einfach, dass sogar ich es auf Anhieb verstanden habe ;o}

  24. @AngieDor Ja, aber ich bin 1. blöd und 2. faul (zu suchen) – also blöd und faul, schlicht ein Assi <g> – Vielen Dank. In neuen Wohnungen wie Google+ braucht man schlicht erstmal Anfangshinweise wie diesen und möchte man an die Hand genommen werden. Von allein wär ich da nicht drauf gekommen. Zum Beispiel muß ich jetzt auch erstmal die Nummer im „Profil bearbeiten“ suchen. Dank bis auf weiteres.

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