Unklarheiten zu lebensmittelklarheit.de

Nico —  20.07.2011

Heute ist unter großem PR-Getöse von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner das Portal lebensmittelklarheit.de gestartet und der Server war mehr oder weniger down den ganzen Tag über.

Aber das was ich sehen konnte, ließ mich dann doch verwundert zurück.

Wer bitte kommt auf einen URL wie http://cdn.lebensmittelklarheit.de/cps/rde/xchg/lebensmittelklarheit/hs.xsl/index.htm ? Wir haben 2011, da muß man doch nicht derartige URL-Monster generieren. Und soll cdn für Content Delivery Network stehen? Und wenn ja, worauf wird das denn gehostet, auf einem Solartaschenrechner in einem dunklen Schrank?

Wenn ich das alles richtig verstehe, dann sollen Verbraucher auf dieser Plattform sich über Lebensmittel informieren und selber Produkte melden können, die ihnen zweifelhaft vorkommen. Wo ist denn bitte die mobile App mitsamt Barcode-Scanner? Als Verbraucher will ich mich doch im Geschäft informieren können vor dem Kauf und nicht erst nachher feststellen, dass ich das Produkt hätte kaufen können.

Was soll denn mit diesem Angebot bezweckt werden? Das sieht aus wie eine massive PR-Nummer von Frau Aigner unter Beteiligung des Bundesverband der Verbraucherzentralen, aber nicht wie eine nützliche Plattform, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert.

Wie geht es weiter mit lebensmittelklarheit.de? Wird es genutzt werden? Oder redet in einer Woche niemand mehr drüber und die Aufregung legt sich wieder?

[ Upate 21.7.2011, 8:15 ] Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf 750.000 €.

9 responses to Unklarheiten zu lebensmittelklarheit.de

  1. MartinRaißle 20.07.2011 at 23:34

    Nu, das kann ja alles noch werden. Das mit dem Barcodescanner ist in der Tat eine sympathische Idee, aber ich werde doch erstmal gucken wie sich das ganze entwickelt und nicht gleich „nutzlos!“ schreien.

    Das man es nicht schafft, ausreichend Serverkapazität bereitzustellen ist aber in der Tat enttäuschend.

  2. Lass es doch erstmal loslaufen. Ich finde die Idee gut, auch wenn Frau Aigner sie natürlich aus egoistischen Gründen lanciert. Immerhin rückt das ganze Thema Lebensmittelschwindel so in einen stärkeren Fokus. Und das kann ja nun wohl nicht schaden.

  3. FriedrichB 21.07.2011 at 6:20

    Wie sagt man in Ostfriesland:

    Abwarten und Tee trinken

    Wo ist denn bitte die mobile App mitsamt Barcode-Scanner?

    Wieviele Konsumenten nutzen bisher den Barcode Scanner??

  4. FriedrichB 21.07.2011 at 6:20

    Wie sagt man in Ostfriesland:

    Abwarten und Tee trinken

    Wo ist denn bitte die mobile App mitsamt Barcode-Scanner?

    Wieviele Konsumenten nutzen bisher den Barcode Scanner??

  5. FriedrichB 21.07.2011 at 10:40

    Abwaeren heißt im Fall der Lebensmittelunklarheit: Warten auf Godot :-)

    Wenn es denn wenigstens so ein Banner gegeben hätte:

    EXPERIMENTAL PROTOTYPE There may be errors, inconsistencies and inaccuracies.

  6. FriedrichB 21.07.2011 at 10:42

    aber da sind schon einmal drei Worte:

    hallo welt balance

    Mal sehn was noch kommt

  7. Sekundemal 21.07.2011 at 10:46

    Natürlich kann ein solches Projekt im Sande verlaufen. Aber die Idee ist durchaus sinnvoll und bei 750.000 € sollten auch nachträgliche Verbesserungen an der ursprünglichen Version drin sein, so z.B. ein Barcodescanner – klasse Idee! Martin http://sekundemal.blogspot.com/

  8. Wie kommt man an solche Aufträge?Ich finde es WAHNSINN, mit was für Mitteln man Aufträge der Bundesregierung umsetzen darf. Da muss richtig FETTE Marge drin sein.

  9. Da wird ein Portal geschaffen, welches doch vom Grundgedanken her vollkommen richtig ist und sofort wird es am ersten Tag verteufelt. Ins negative Licht gerückt mit Argumenten die sich auf die URL beziehen?!

    Wenn man nach ein paar Monaten sieht, ok, da wurden mal wieder 750.000€ in den Sand gesetzt, dann kann man sinnvolle Argumente sammeln die gegen das Portal sprechen, aber doch nicht so und auch noch am ersten Tag.

    Aber was ist bitte von vornherein falsch daran, das Bürger Produkte melden können und das Portal diese Kritik dann an die Hersteller weiterleitet und ihnen die Möglichkeit gibt innerhalb von rund sieben Tagen eine Stellungnahme abzugeben?!