Das Attentat in Norwegen – und jetzt?

Nico —  24.07.2011

Nach dem grausamen Attentat in Norwegen sind meine Gedanken mit den vielen Familien, die ihre Kinder verloren haben. Ich war früher selber im Falken-Zeltlager auf Föhr und bin erschüttert, das ein Irrer in Norwegen einfach die Jugendlichen in einem Zeltlager niedermetzeln konnte.

Es gibt einige Aspekte an den Vorgängen in Norwegen, die ich für bemerkenswert halte:

1. Überall tippten „Terrorismus-Experten“ sofort auf Al-Quaida, das ist quasi der erste Reflex, sobald irgendwo eine Bombe hochgeht. Die „Terrorismus-Experten“ haben sich damit alle reihenweise selbst entlarvt als Schaumschläger, die auch keine Ahnung haben, aber während andere noch recherchieren bereits vor der Kamera stehen und Platitüden absondern. Dieses TV-Format hat sich überlebt, derartige „Terrorismus-Experten“ benötigt niemand.

2. Der Typ war ein durchgeknallter Einzeltäter, der ein völlig irres Manifest verfasst hat und die Tat wohl schon länger geplant hat. Ein blonder Attentäter, damit hatte niemand gerechnet. Erstaunlicherweise wird jetzt nicht von einer globalen Terrorverschwörung der Blonden ausgegangen, ganz im Gegenteil zu den Ereignissen nach 9/11, als ersteinmal Moslems weltweit in einen Generalverdacht geraten sind. Der Attentäter ist durch jedes Raster gefallen, weil keines der Raster jemals perfekt sein wird.

3. Die Reaktion von Premierminister Stoltenberg ist bemerkenswert: „Unsere Antwort muss mehr Demokratie und Offenheit sein, aber nicht mehr Naivität.“ Wenn sich die westlichen Demokratien in Überwachungsstaaten verwandeln aus Angst vor Terroranschlägen, dann haben die Terroristen schon gewonnen. Jens Stoltenberg ist der Gegenentwurf zu den hysterischen Reaktionen der überwachungsstaatsfanatischen Innenpolitiker hierzulande und natürlich insbesondere in den USA.

Eine offene und tolerante Gesellschaft – ein Ziel, für das es sich mehr denn je zu kämpfen lohnt!

5 responses to Das Attentat in Norwegen – und jetzt?

  1. FriedrichB 24.07.2011 at 10:22

    Eine offene und tolerante Gesellschaft – ein Ziel, für das es sich mehr denn je zu kämpfen lohnt!

  2. ClaudiaSommer 24.07.2011 at 11:18

    Kämpfen wir da nicht schon Jahrhunderte für? Es gibt Momente die empfinde ich einfach nur als frustrierend…

  3. @ClaudiaSommer der kampf wird leider nie gewonnen werden. dazu gibt es zu viele arschlöcher auf der welt. :(

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  1. Norwegen, Terrormärchen und auf dem rechten Auge blind… « weezerle - 24.07.2011

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