jetzt neu: D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt

Im Mai 2010 war ich in Washington, D.C. zusammen mit Lars Kingbeil, MdB und netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und seinem Mitarbeiter Steffen Meyer. Die Reise wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert und sollte uns einen Eindruck verschaffen, wie in Washington, D.C. Netzpolitik gestaltet wird. Wir haben Think Tanks besucht, mit Kongress-Abgeordneten und deren Mitarbeitern gesprochen und zu meiner großen Freude auch einen Termin mit Stan Greenberg gehabt.

„The Geeks have invaded Washington, D.C.“ war ein Ausspruch von Garrett Graff, der bei mir hingenblieb, denn tatsächlich waren sehr viele Themen an der Tagesordnung, die in Deutschland eher zu den Themen gehören, die noch kaum jemand in der Politik für wichtig erachtet. Kurzum, wir hatten drei Tage Druckbetankung und wußten, daß wir irgendwas machen sollten, sobald wir wieder in Deutschland angekommen waren.

Bereits im Flieger zurück nach Deutschland haben wir angefangen, ein paar Ideen festzuhalten und kurz danach wussten wir, daß wir mehr haben wollen als nur eine Gesprächsrunde, sondern daß wir irgendwie Strukturen schaffen müssen, die eine starke inhaltliche Arbeit ermöglichen. Kaum 1 1/2 Jahre später sind wir dann schon so weit und haben auf dem Weg eine Fülle von Mitstreitern angesprochen, die unsere grundsätzliche Idee teilen und mit denen wir gemeinsam den digitalen Fortschritt vorantreiben wollen.

Ich persönlich bin genervt von diesen technokratischen Debatten der Netzpolitik, bei denen es immer nur um Risiken geht und die Potentiale für unsere Gesellschaft nicht genügend diskutiert werden. Ich habe unlängst in einem Debattenbeitrag für die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte einige Themen aufgezeigt, die dringend breiter diskutiert werden sollten.

D64 - Zentrum für digitalen FortschrittMit ziemlich viel Freude darf ich heute präsentieren: D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt

Bevor jemand fragt: na sicher, der Verein D64 ist SPD-nah. Aber D64 ist kein SPD-Verein, sondern eine Gruppe von Leuten, die sich dem Thema digitaler Fortschritt verschrieben haben, einige sind in der SPD, die meisten nicht. Hier ist das Mission Statement von D64, hier sind die Gründungsmitglieder und dies ist der Vorstand, zu dem ich auch gehöre. Alles weitere steht in den FAQ.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Wir freuen uns auf neue Mitglieder!

12 Antworten auf „jetzt neu: D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt“

  1. Es ist schon aufschlußreich, dass der trickle down effect in einer Partei wie der SPD trotz netzpolitischer Sprecher Reisen in die US nicht zu funktionieren scheint. Eure Reise war sicherlich nicht die erste siehe auch Hubertus Heil und seine Teilnahme am US Wahlkampf:

    http://netzpolitik.org/2008/vergleich-obama-kampagne-und-deutscher-internetwahlkampf/

    D64 ist daher zu begrüßen.

    1.Die Frage stellt sich für mich nur, ob sich außer den (Partei)-Nerds auch andere dem Verein beitreten?

    2. Frage: Wie und mit welchen Methoden will man/frau eine größere Affinität zum Netz erzeugen?

    In dem Zusammenhang hier ein Beitrag von Sascha Lobo:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,769717,00.html

  2. Sehr schön, endlich ein Verein der offen für Mitglieder und Beteiligung ist.

    Die politische Nähe zur SPD sehe ich nicht als Problem, solange die in der FAQs genannte Unabhängigkeit gewährleistet ist. Es gibt aber eine Richtung mit der man sich identifizieren kann oder auch nicht.

    Ich denke das die Netzgemeinde die Pflicht hat sich nerzpolitisch zu beteiligen. Wir habe das Wissen und die Erfahrung und müssen diese der gesamten Gesellschaft verständlich machen.

  3. Ein Netzverein ist ja schön und gut, aber was macht dieser Verein anders als der CCC, der AK Vorrat oder „Die digitale Gesellschaft“? Wäre es nicht sinnvoller hier gemeinsam an einem Strang zu ziehen, statt noch eine Gruppierung aufzumachen?

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