Der deutsche Datenschutz als Bevormundung

Nico —  9.12.2011 — 90 Comments

Gestern hat der Düsseldorfer Kreis, der Zusammenschluß aller Datenschutzbehörden der Länder, folgendes zu den sog. Social Plugins beschlossen:

Das direkte Einbinden von Social Plugins, beispielsweise von Facebook, Google+ oder Twitter, in Websites deutscher Anbieter, wodurch eine Datenübertragung an den jeweiligen Anbieter des Social Plugins ausgelöst wird, ist ohne hinreichende Information der Internetnutzerinnen und -nutzer und ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, die Datenübertragung zu unterbinden, unzulässig.
[...]
In Deutschland ansässige Unternehmen, die durch das Einbinden von Social Plugins eines Netzwerkes auf sich aufmerksam machen wollen oder sich mit Fanpages in einem Netzwerk präsentieren, haben eine eigene Verantwortung hinsichtlich der Daten von Nutzerinnen und Nutzern ihres Angebots. Es müssen zuvor Erklärungen eingeholt werden, die eine Verarbeitung von Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer durch den Betreiber des sozialen Netzwerkes rechtfertigen können. Die Erklärungen sind nur dann rechtswirksam, wenn verlässliche Informationen über die dem Netzwerkbetreiber zur Verfügung gestellten Daten und den Zweck der Erhebung der Daten durch den Netzwerkbetreiber gegeben werden können.

Anbieter deutscher Websites, die in der Regel keine Erkenntnisse über die Datenverarbeitungsvorgänge haben können, die beispielsweise durch Social Plugins ausgelöst werden, sind regelmäßig nicht in der Lage, die für eine informierte Zustimmung ihrer Nutzerinnen und Nutzer notwendige Transparenz zu schaffen. Sie laufen Gefahr, selbst Rechtsverstöße zu begehen, wenn der Anbieter eines sozialen Netzwerkes Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer mittels Social Plugin erhebt. Wenn sie die über ein Plugin mögliche Datenverarbeitung nicht überblicken, dürfen sie daher solche Plugins nicht ohne weiteres in das eigene Angebot einbinden.

Das ist weltfremd und absurd.

Hier wird mit einem Denkschema der 80er Jahre versucht, das Internet zu regulieren – und das wird dann noch als Datenschutz ausgelegt! Ich profitiere dermaßen von den sog. Social Plugins, weil ich auf so viele Inhalte gestossen werde durch meine Freunde, Bekannten, Follower, oder wie auch immer die jeweiligen sozialen Netzwerke die Beziehungen untereinander nennen, daß es mir geradezu recht ist, daß eine soziale Plattform davon profitiert, indem sie weiß, was wer gerade interessant ist.

Wollen wir wirklich ein Web, das mit Warnhinweisen zugepflastert ist? Achtung, ein Plugin aus Amerika, nimm Dich in Acht, dort herrscht das Böse und es gibt keinen so tollen Datenschutz wie in Deutschland! Achtung, ein Cookie, geh in Deckung! Achtung, gib dem Unternehmen nicht Deine Email-Adresse, sonst schreiben die Dich an! Fasse Dich kurz, sonst kann das irgendwo protokolliert werden! Kommentiere nicht, Facebook liest die Kommentare mit! Keine Links posten, sonst weiß Google noch mehr! Mach den Rechner aus, spare Strom! Lies ein Buch, kauf eine Zeitung! Da bist Du sicher!

Es ist außerdem völlig absurd, diesen Kampf der Datenschützer gegen Windmühlen auf dem Rücken der Website-Betreiber austragen zu wollen, denn wenn überhaupt, dann sind die Browser-Entwickler in der Pflicht, hier fein granulierbare Einstellungen zu entwickeln, damit die Nutzer besser in die Lage versetzt werden, zu entscheiden, was sie wollen. Warum entwickelt der Düsseldorfer Kreis nicht einfach mal eine Extension für Chrome und Firefox? Ach stimmt, weil sie mit ihren (Rest-)Hirnen tief in den 80ern stecken und mit einer Wagenburg-Mentalität den deutschen Verbraucher gegen die anstürmenden, datenschutzfressenden amerikanischen Horden verteidigen. Es wird oft bemängelt, daß Deutschland bei Internet-Themen hinterher hinkt. Der Düsseldorfer Kreis hat gerade wieder deutlich gemacht, wie stark der Anteil der Datenschutz-Behörden daran ist. Der deutsche Datenschutz setzt auf Bevormundung, nicht auf den mündigen Web-Nutzer.

[ via WICHTIG: Beschluss der obersten Aufsichtsbehörden für Datenschutz – Direkte Einbindung von Social PlugIns grds. unzulässig! | Social Media Recht Blog ]

90 responses to Der deutsche Datenschutz als Bevormundung

  1. Hola, …

    so gut und richtig ich viele der Einträge hier finde, diesmal ist mir die Sache zu einseitig. Nur weil endlich mal jemand auf die Nachteile des ganzen Social Media-Hypes hinweist, ist er gleich “böse”, weltfremd oder “80er”? Stattdessen sind nur Leute “gut”, die alle ihre Daten ohne Unterschied und Nachdenken der ganzen Welt in den Rachen werfen?

    Der deutsche Datenschutz macht überhaupt erst einmal auf ein Gut aufmerksam, dass die meisten nicht schützenswert finden – oder schlicht und ergreifend nicht darüber nachdenken, es zu schützen: Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.

    Wer so aufgeklärt, interessiert und ggf. auch selbstdarstellerisch ist, dass er Social Media persönlich für wichtig und richtig hält, kann, darf und sollte aber auch akzeptieren, dass es Menschen mit anderer Meinung gibt. Solche die durchaus noch die Toilettentür hinter sich zumachen können wollen (um es mal in die reale Welt zu übertragen). Oder anders: Wer Social Media z. B. zu Selbstdarstellungszwecken nutzen will oder den dazugehörigen Segensversprechungen erliegen möchte (“… weil ich auf so viele Inhalte gestossen werde …”), der kann das doch gerne tun. Alle anderen, die das ggf. NICHT möchten, jedenfalls nicht in der heute angebotenen Form, muss auch das möglich sein und bleiben.

    Nur weil ein paar amerikanische Datenräuber das Web mit angebliche kostenlosen Buttons und Angeboten pflastern, ergibt sich daraus kein allgemein ableitbarer Zwang, dass plötzlich alle – gewollt oder ungewollt – mitmachen müssen. Das ist doch “Opt-Out” in Reinstkultur.

    Nur Opt-In – schon häufig diskutiert – kann der richtige Weg für diese ach so tollen Social Media-Dinge sein. Wer unbedingt mitmachen will, der darf sich gerne beteiligen. Doch bitte lasst doch alle anderen damit in Ruhe …

    Und Opt-In ist genau das, was die die deutschen Datenschützer aus meiner Sicht eigentlich fordern. Also: Lasst sie weiter ihre Arbeit machen. Mir gefällt das und ich will das auch.

    Gruß

    Th.

  2. Hola, …

    so gut und richtig ich viele der Einträge hier finde, diesmal ist mir die Sache zu einseitig. Nur weil endlich mal jemand auf die Nachteile des ganzen Social Media-Hypes hinweist, ist er gleich “böse”, weltfremd oder “80er”? Stattdessen sind nur Leute “gut”, die alle ihre Daten ohne Unterschied und Nachdenken der ganzen Welt in den Rachen werfen?

    Der deutsche Datenschutz macht überhaupt erst einmal auf ein Gut aufmerksam, dass die meisten nicht schützenswert finden – oder schlicht und ergreifend nicht darüber nachdenken, es zu schützen: Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.

    Wer so aufgeklärt, interessiert und ggf. auch selbstdarstellerisch ist, dass er Social Media persönlich für wichtig und richtig hält, kann, darf und sollte aber auch akzeptieren, dass es Menschen mit anderer Meinung gibt. Solche die durchaus noch die Toilettentür hinter sich zumachen können wollen (um es mal in die reale Welt zu übertragen). Oder anders: Wer Social Media z. B. zu Selbstdarstellungszwecken nutzen will oder den dazugehörigen Segensversprechungen erliegen möchte (“… weil ich auf so viele Inhalte gestossen werde …”), der kann das doch gerne tun. Alle anderen, die das ggf. NICHT möchten, jedenfalls nicht in der heute angebotenen Form, muss auch das möglich sein und bleiben.

    Nur weil ein paar amerikanische Datenräuber das Web mit angebliche kostenlosen Buttons und Angeboten pflastern, ergibt sich daraus kein allgemein ableitbarer Zwang, dass plötzlich alle – gewollt oder ungewollt – mitmachen müssen. Das ist doch “Opt-Out” in Reinstkultur.

    Nur Opt-In – schon häufig diskutiert – kann der richtige Weg für diese ach so tollen Social Media-Dinge sein. Wer unbedingt mitmachen will, der darf sich gerne beteiligen. Doch bitte lasst doch alle anderen damit in Ruhe …

    Und Opt-In ist genau das, was die die deutschen Datenschützer aus meiner Sicht eigentlich fordern. Also: Lasst sie weiter ihre Arbeit machen. Mir gefällt das und ich will das auch.

    Gruß

    Th.

  3. NicoLumma 9.12.2011 at 11:33

    @thSo Opt-In auf Website-Ebene ist aber unsinnig, deswegen habe ich doch geschrieben, dass Browser eigentlich der Bereich sein müsste, der die Nutzer in die Verlage versetzen sollte, selbstbestimmt zu entscheiden.

  4. ChristophKappes 9.12.2011 at 11:36

    Naaaa, mit dem Argument der “Bevormundung” wäre ich sehr vorsichtig.

    Es ist genau andersrum: es geht – auch hier im Beschluss – um den Erhalt der Autonomie, weil eine Zustimmung ins Blaue hinein (ohne klaren Inhalt), eben keine Zustimmung ist.

    Im übrigen werden hier die Betreiber “bevormundet”, nicht die Nutzer.

  5. ChristophKappes 9.12.2011 at 11:36

    Naaaa, mit dem Argument der “Bevormundung” wäre ich sehr vorsichtig.

    Es ist genau andersrum: es geht – auch hier im Beschluss – um den Erhalt der Autonomie, weil eine Zustimmung ins Blaue hinein (ohne klaren Inhalt), eben keine Zustimmung ist.

    Im übrigen werden hier die Betreiber “bevormundet”, nicht die Nutzer.

  6. NicoLumma 9.12.2011 at 11:38

    @ChristophKappes ach komm. durch den beschluß werden website-betreiber die social plugins entfernen und damit die nutzer bevormunden, weil die nicht mehr leicht ihren freunden zum ausdruck bringen können, was sie interessant finden. ich möchte das gerne selber entscheiden können.

  7. NicoLumma 9.12.2011 at 11:38

    @ChristophKappes ach komm. durch den beschluß werden website-betreiber die social plugins entfernen und damit die nutzer bevormunden, weil die nicht mehr leicht ihren freunden zum ausdruck bringen können, was sie interessant finden. ich möchte das gerne selber entscheiden können.

  8. ChristophKappes 9.12.2011 at 11:43

    @NicoLumma Ach komm, Nutzer können zig andere Wege zur Empfehlung nutzen, zB eine URL kopieren, sogar auf Facebook.

    Die sind doch alle mündig, traust Du denen das nicht zu?

  9. @NicoLumma@ChristophKappes Hmmm … der Bequemlichkeit einzelner soll also die Privatsphäre vieler geopfert werden?

  10. @NicoLumma@ChristophKappes Hmmm … der Bequemlichkeit einzelner soll also die Privatsphäre vieler geopfert werden?

  11. Timo Hermann 9.12.2011 at 11:45

    Dieser Beschluss ist totaler Brainfuck. Er ist nicht nur weltfremd, sondern Wasser auf den Mühlen der abmahngeilen Rechtsverdreher, weil es wieder einmal ein hirnrissiger Beschluss mehr ist, der keinerlei konstruktiven Lösungsansatz bietet.

    Webseitenbetreiber haben nun genau 2 Möglichkeiten:

    1. Sämtliche Sharing-Tools löschen und damit empfindliche Traffic-Einbußen hinnehmen.

    2. Es darauf ankommen lassen, in einem Musterprozess zu enden.

    Ich werde erstmal abwarten – und im Stillen kotzen.

  12. Timo Hermann 9.12.2011 at 11:45

    Dieser Beschluss ist totaler Brainfuck. Er ist nicht nur weltfremd, sondern Wasser auf den Mühlen der abmahngeilen Rechtsverdreher, weil es wieder einmal ein hirnrissiger Beschluss mehr ist, der keinerlei konstruktiven Lösungsansatz bietet.

    Webseitenbetreiber haben nun genau 2 Möglichkeiten:

    1. Sämtliche Sharing-Tools löschen und damit empfindliche Traffic-Einbußen hinnehmen.

    2. Es darauf ankommen lassen, in einem Musterprozess zu enden.

    Ich werde erstmal abwarten – und im Stillen kotzen.

  13. @Timo Hermann Halt Moment, jetzt werden Opfer plötzlich zu Tätern? Weil Traffic nun mal total geil und wichtig ist (und halt auch Kohle bedeutet), sollen andere auf ihr Recht auf Privatsphäre verzichten? Dieser Denkansatz ist totaler Brainfuck. Sorry, aber angesichts dieser Ignoranz könnte ich auch kotzen …

  14. @Timo Hermann Halt Moment, jetzt werden Opfer plötzlich zu Tätern? Weil Traffic nun mal total geil und wichtig ist (und halt auch Kohle bedeutet), sollen andere auf ihr Recht auf Privatsphäre verzichten? Dieser Denkansatz ist totaler Brainfuck. Sorry, aber angesichts dieser Ignoranz könnte ich auch kotzen …

  15. peterjakobs30 9.12.2011 at 11:50

    Als Nutzer ist der lokale Betreiber der Seite mein “Vertragspartner”. Dieser und nicht Facebook oder sonstwer ist in der Pflicht, meine Zustimmung zur Weitergabe meiner Daten einzuholen. Insofern halte ich diesen Beschluss für nicht nur richtig sondern nach lage der Dinge auch zwingend.

    Zwischen einem Seitenbetreiber / Blogger (A) und facebook/twitter/google (B) entsteht ein impliziter Handelsvertrag: A gibt B Nutzerdaten, angereichert durch die Information die sich aus dem eigenen Angebot ergibt (also z.B. alle Nutzer, die von einer Kaninchenzüchterseite kommen haben ein Interesse an Kaninchenzucht). B liefert im Gegenzug mehr Hits, mehr bislang nicht oder nicht näher qualifizerte Nutzer.

    Die Handelsware bin also ich als Nutzer, meine Daten, meine Interessen.

    Wenn aber A nun mit meinen Daten handelt, dann bedarf er dazu meiner Zustimmung. Wo ist das Problem?

  16. peterjakobs30 9.12.2011 at 11:50

    Als Nutzer ist der lokale Betreiber der Seite mein “Vertragspartner”. Dieser und nicht Facebook oder sonstwer ist in der Pflicht, meine Zustimmung zur Weitergabe meiner Daten einzuholen. Insofern halte ich diesen Beschluss für nicht nur richtig sondern nach lage der Dinge auch zwingend.

    Zwischen einem Seitenbetreiber / Blogger (A) und facebook/twitter/google (B) entsteht ein impliziter Handelsvertrag: A gibt B Nutzerdaten, angereichert durch die Information die sich aus dem eigenen Angebot ergibt (also z.B. alle Nutzer, die von einer Kaninchenzüchterseite kommen haben ein Interesse an Kaninchenzucht). B liefert im Gegenzug mehr Hits, mehr bislang nicht oder nicht näher qualifizerte Nutzer.

    Die Handelsware bin also ich als Nutzer, meine Daten, meine Interessen.

    Wenn aber A nun mit meinen Daten handelt, dann bedarf er dazu meiner Zustimmung. Wo ist das Problem?

  17. JanBrinkmann 9.12.2011 at 11:50

    Grundlegend: Ich finde Datenschutz richtig und wichtig. Ich arbeite seit über 10 Jahren mit dem Web und Opensource Technologie und denke “private Daten schützen, öffentliche Daten nützen” ein super Prinzip. In der Praxis vermisse ich jedoch den wirklich relevanten Schutz durch genau die staatlichen Stellen die nun versuchen zu profilieren, obwohl sie von der Technologie als solches keine Ahnung haben. Hier mal einige Beispiele zu “Datenschutz” in Deutschland bei denen es um wirklich wichtige Daten ging:

    * Warum konnte ein System wie Elena soweit kommen, Millionen verschlingen obwohl von Anfang an klar war welche Informationen dadurch offenbart und zentral gesammelt werden? Wo waren da die “Retter der Nation, die Datenschützer”?

    * Warum wird eine Krankenkassenkarte wie das neue System zugelassen, obwohl sich bisher immer gezeigt hat dass keine Technologie auf Dauer sicher ist? Wenn dadurch die eigene Krankheitsgeschichte in die falschen Hände gerät, gute Nacht… Wo waren die Datenschützer?

    * Wieso wurden Daten bei der Volkszählung nicht auf Bezirke oder min. Straßen hochgerechnet und somit anonymisiert gespeichert? Wo waren da die Datenschützer?

    Es geht mir hier nicht darum unabhängige Datenschützer anzukreiden, wie z.B. den CCC oder ähnliches. Sicher gab es viele kritische Stimmen. Wichtig fände ich dass sich die Behörden mal für die Dinge einsetzen die wirklich wichtig sind. Denn bei den oben angesprochenen Themen hat man gar keine Wahl… Bei sozialen Netzwerken finde ich a) die Auswirkungen vergleichsweise lächerlich und b) hat man die Wahl sich nirgendwo an einem solchen Netzwerk zu beteiligen. Klar sind manchen Leuten die “Gefahren” nicht bewusst, aber das ist aus meiner Sicht nicht die Mehrheit. Müss dafür der Internetstandort Deutschland komplett benachteiligt werden? Ich denke nicht.

  18. JanBrinkmann 9.12.2011 at 11:50

    Grundlegend: Ich finde Datenschutz richtig und wichtig. Ich arbeite seit über 10 Jahren mit dem Web und Opensource Technologie und denke “private Daten schützen, öffentliche Daten nützen” ein super Prinzip. In der Praxis vermisse ich jedoch den wirklich relevanten Schutz durch genau die staatlichen Stellen die nun versuchen zu profilieren, obwohl sie von der Technologie als solches keine Ahnung haben. Hier mal einige Beispiele zu “Datenschutz” in Deutschland bei denen es um wirklich wichtige Daten ging:

    * Warum konnte ein System wie Elena soweit kommen, Millionen verschlingen obwohl von Anfang an klar war welche Informationen dadurch offenbart und zentral gesammelt werden? Wo waren da die “Retter der Nation, die Datenschützer”?

    * Warum wird eine Krankenkassenkarte wie das neue System zugelassen, obwohl sich bisher immer gezeigt hat dass keine Technologie auf Dauer sicher ist? Wenn dadurch die eigene Krankheitsgeschichte in die falschen Hände gerät, gute Nacht… Wo waren die Datenschützer?

    * Wieso wurden Daten bei der Volkszählung nicht auf Bezirke oder min. Straßen hochgerechnet und somit anonymisiert gespeichert? Wo waren da die Datenschützer?

    Es geht mir hier nicht darum unabhängige Datenschützer anzukreiden, wie z.B. den CCC oder ähnliches. Sicher gab es viele kritische Stimmen. Wichtig fände ich dass sich die Behörden mal für die Dinge einsetzen die wirklich wichtig sind. Denn bei den oben angesprochenen Themen hat man gar keine Wahl… Bei sozialen Netzwerken finde ich a) die Auswirkungen vergleichsweise lächerlich und b) hat man die Wahl sich nirgendwo an einem solchen Netzwerk zu beteiligen. Klar sind manchen Leuten die “Gefahren” nicht bewusst, aber das ist aus meiner Sicht nicht die Mehrheit. Müss dafür der Internetstandort Deutschland komplett benachteiligt werden? Ich denke nicht.

  19. peterjakobs30 9.12.2011 at 11:51

    @Timo Hermann richtig, er hat bisher ohne meine Zustimmung Handel mit meinen Daten getrieben und dafür einen nennenswerten Mehrwert bekommen (Du sagst es ja: er müsste empfindliche Traffic-Einbußen hinnehmen).

  20. peterjakobs30 9.12.2011 at 11:51

    @Timo Hermann richtig, er hat bisher ohne meine Zustimmung Handel mit meinen Daten getrieben und dafür einen nennenswerten Mehrwert bekommen (Du sagst es ja: er müsste empfindliche Traffic-Einbußen hinnehmen).

  21. JanBrinkmann 9.12.2011 at 12:00

    @peterjakobs30@Timo Hermann Es ist einfach sinnlos ohne technische Hintergründe eine derartige Diskussion zu führen. Der Webseitenbetreiber verdient nicht “an deinem Klick auf ‘gefaellt mir’. Du musst doch auch nicht darauf klicken, oder? Du musst generell auch keinen Account in den “bösen sozialen Netzwerken haben, oder”? Du kannst sogar Deinen Browser veranlassen keine Cookies oder JavaScript mehr zu aktivieren.

    Deine Daten werden nicht verkauft, sie werden gespeichert. Wer 1+1 rechnen kann, muss eigentlich damit rechnen das Daten gespeichert werden wenn man sie heute eingibt und morgen noch lesen kann. Wichtig ist eher für Sicherheit zu sorgen, das wäre eine Debatte die wichtig ist.

    Und das grundlegende Problem: Selbst wenn in Deutschland alle Buttons verschwinden, hat dies nicht zur Folge dass Du nicht mehr irgendwo mit deinem Socialmedia Account erfasst werden kannst…

    Ach, man könnte darüber noch viel mehr schreiben. Wenn jedoch die Medien ins Spiel kommen und die Angst und gefährliches Halbwissen für sich ausnutzen ist es eigentlich fast sinnlos.

  22. Timo Hermann 9.12.2011 at 12:10

    @JanBrinkmann Amen. Danke, besser hätt ich keine Antwort auf derartiges formulieren können. Ich entziehe mich an dieser Stelle auch – zuviel Getrolle…

  23. DerScholz 9.12.2011 at 12:15

    und nun?

    wie entsteht jetzt Rechtssicherheit?

    was soll ich jetzt meinen Kunden raten?

    sollten die jetzt in vorauseilendem Gehorsam die PlugIns deaktivieren?

    was?

  24. DerScholz 9.12.2011 at 12:15

    und nun?

    wie entsteht jetzt Rechtssicherheit?

    was soll ich jetzt meinen Kunden raten?

    sollten die jetzt in vorauseilendem Gehorsam die PlugIns deaktivieren?

    was?

  25. peterjakobs30 9.12.2011 at 12:22

    @JanBrinkmann@peterjakobs30@Timo Hermann

    seit wann sind technische Hintergründe relevant für die Frage was Recht ist?

    Es ist schwierig, ein Schloss zu bauen, das nicht schnell geöffnet werden kann, dennoch ist es Unrecht ein Schloss zu öffnen, das Dir nicht gehört.

    Wir haben in Deutschland eine Gesetzgebung, die persönliche Daten als schützenswertes Gut jedes einzelnen definiert hat. Das halte ich für eine hervorragende Idee.

    Die unsinnige Rhetorik “bösen sozialen Netzwerken” ignorier ich hier mal, ich will nicht von gut und böse sprechen sondern davon, was sinnvoll, notwendig oder unvermeidbar ist.

    Meine Daten werden nicht verkauft? Nun, da stellt sich die Frage: warum ist denn einem Betreiber das “social Plugin” wichtig? Weil er sich davon mehr Traffic verspricht, richtig? (so jedenfalls stand’s in dem Posting, auf das ich geantwortet hatte).

    Der Betreiber eines wie auch immer gearteten sozialen Netzwerkes bekommt im Umkehrschluss einen Link auf mein eventuell dort vorhandenes Profil zusammen mit der Information von woher er kommt, in der Urform dieser Plugins sogar ohne, daß ich als Nutzer aktiv etwas tun müsste. Es findet also ein Austausch von Werten zwischen dem Webseitenbetreiber und dem SN statt. Wenn das kein Handel ist? Und gehandelt wird mit der Information “Peter Jakobs war hier”.

    Ich war bin kein Neuling im Netz, ich weiß durchaus, wie ich die Weitergabe von Daten an SNs unterbinden kann, aber es ist ein dauerndes Katz-und-Maus Spiel, denn es werden immer wieder neue Ideen erdacht, mein Verhalten auszuspähen.

    Hier geht es darum, die Menschen zu schützen, die weder ghostery noch sharemenot kennen. Das halte ich durchaus für wichtig.

  26. Ich verstehe nicht dass es hier zwei Meinungen gibt…

    Datenschutz ist richtig und wichtig! Dennoch ist der Beschluss definitiv “weltfremd und absurd.”

    Das dem so ist, hat der Düsseldorfer Kreis bereits selber formuliert: “Anbieter deutscher Websites, die in der Regel keine Erkenntnisse über die Datenverarbeitungsvorgänge haben können……, sind regelmäßig nicht in der Lage, die für eine informierte Zustimmung …… notwendige Transparenz zu schaffen. Sie laufen Gefahr, selbst Rechtsverstöße zu begehen,…..”

    Ein Beschluss wie dieser, der keine praktikable Umsetzung beinhaltet/aufzeigt, ist für alle Beteiligten lediglich eine Verschwendung von Zeit und Geld. Positiv zu werten ist einzig die Tatsache dass die Qualität der Kompetenz der Entscheider nun schriftlich vorliegt und bewertet werden kann.

  27. Timo Hermann 9.12.2011 at 12:35

    @peterjakobs30 Es wäre hilfreich, wenn du dir ebeneso wie einige Boulevard-Redakteure und angebliche Datenschutz-Experten grundlegendes Wissen über di ausgetauschten Daten aneignen würdest.

    Wenn du bei FB keinen Account hast, hat FB bereits zugestimmt, nichts als deine IP zu übertragen. Die ist nach Ansicht deutscher Gerichte kein Identifikationsmerkmal, da in der Regel wechselnd, und somit nicht Bestandteil der persönlichen Daten.

    Und zu dem unterschwelligen Vorwurf, Webseitenbetreiber seien ja auf verachtenswerten Traffic aus: arbeitest du gerne umsonst? Würdest du auf dein Gehalt verzichten? Du liest Informationen im Web durchschnittlich für lau. Es wird selbstverständlich akzeptiert, dass auch hochwertige recherchierte Informationen im Web kostenlos erhältlich sind. Dafür wird aber mit Werbeblockern agiert, was das Zeug hält, um Webmastern die größtmögliche Einnahmequelle zu verschließen (und mit größtmöglich reden wir hier von Cent-Beträgen für 1.000 Views, nur so am Rande). Und wenn Webmaster als letzte Möglichkeit wenigstens Mittel nutzen wollen, um mehr Traffic und so ein paar Cent mehr Einnahmen zu generieren, kommt voller Unwissenheit die Datenschutzkeule,

    So, und nun schwing ich mich in meinen Rolls-Royce, den ich mir von euren Daten geleistet hab (den für Freitag, nicht den für Wochenenden oder gar den für Montage!) und fahre ins Wochenende.

    Schönen Dank auch.

  28. peterjakobs30 9.12.2011 at 12:44

    @Timo Hermann es ist also mein Problem und wenn ich mein online Profil kontrollieren möchte, dann bin ich darum verachtenswert? Deine Polemik ist erstaunlich.

    Ich bin kein Freund des werbefinanzierten Internet und habe in der Vergangenheit für einige Dienste gerne bezahlt. Leider scheine ich mich damit in einer Minderheit zu befinden und die Bezahlsysteme sind in vielen Fällen verschwunden.

    Ich nutze flattr, um Menschen, die für mich relevante, wertvolle Information produzieren zu bezahlen. Ich bin lieber Kunde oder zumindest Spender als daß ich Ware wäre. Manchmal aber entscheide ich mich auch, Ware zu sein, aber diese Entscheidung möchte ich bewusst treffen können. Ich möchte sie nicht Menschen überlassen, die ihre Position derart polemisch vertreten.

  29. peterjakobs30 9.12.2011 at 12:44

    @Timo Hermann es ist also mein Problem und wenn ich mein online Profil kontrollieren möchte, dann bin ich darum verachtenswert? Deine Polemik ist erstaunlich.

    Ich bin kein Freund des werbefinanzierten Internet und habe in der Vergangenheit für einige Dienste gerne bezahlt. Leider scheine ich mich damit in einer Minderheit zu befinden und die Bezahlsysteme sind in vielen Fällen verschwunden.

    Ich nutze flattr, um Menschen, die für mich relevante, wertvolle Information produzieren zu bezahlen. Ich bin lieber Kunde oder zumindest Spender als daß ich Ware wäre. Manchmal aber entscheide ich mich auch, Ware zu sein, aber diese Entscheidung möchte ich bewusst treffen können. Ich möchte sie nicht Menschen überlassen, die ihre Position derart polemisch vertreten.

  30. Timo Hermann 9.12.2011 at 12:48

    @peterjakobs30 Polemik: ja, bewusst. Allerdings scheinst du den Kern meines Postings nicht verstanden zu haben. Solange du kein FB-Profil besitzt oder ausgeloggt bist, wird deine IP (!), nichts weiter übermittelt. Glaubst du ernsthaft, die ist einen Pfifferling wert?

    Und ich würde auch liebend gern auf Bezahldienste setzen – die Erfahrung zeigt aber leider, dass du und die wenigen anderen, die bereit sind, für Qualität zu bezahlen, tatsächlich so eine Minderheit darstellen, dass solche Modelle unrentabel sind.

  31. peterjakobs30 9.12.2011 at 13:08

    @Timo Hermann sorry, aber Du hast offenbar nicht gelesen, was ich weiter oben schrieb:

    Für mich selbst ist es egal, ob Ihr Social Media Buttons einbaut oder nicht. Ich kenn den Scheiß schon lang genug, ich weiß, was ich tun kann. Mich nervt einzig das Katz-und-Maus Spiel dabei. Alle paar Monate muß ich mir einen neuen Weg einfallen lassen, meine Daten bei mir zu halten. Oft häng ich dabei hinterher und manchmal hängt es mir zum Hals raus. Und ja, meinen Facebook Account habe ich exakt aus diesem Grund gelöscht.

    Mir geht es aber um die, deren Kenntnis der technischen Zusammenhänge eben nicht ausreicht, um eine Entscheidung zu treffen und diese auch umzusetzen. Für die ist eine gesetzliche Regelung wichtig und die, die müsst eben Ihr umsetzen. Ich halte das nichtmal für diskussionswürdig. Es ist eine sehr sehr einfache Sache.

  32. peterjakobs30 9.12.2011 at 13:08

    @Timo Hermann sorry, aber Du hast offenbar nicht gelesen, was ich weiter oben schrieb:

    Für mich selbst ist es egal, ob Ihr Social Media Buttons einbaut oder nicht. Ich kenn den Scheiß schon lang genug, ich weiß, was ich tun kann. Mich nervt einzig das Katz-und-Maus Spiel dabei. Alle paar Monate muß ich mir einen neuen Weg einfallen lassen, meine Daten bei mir zu halten. Oft häng ich dabei hinterher und manchmal hängt es mir zum Hals raus. Und ja, meinen Facebook Account habe ich exakt aus diesem Grund gelöscht.

    Mir geht es aber um die, deren Kenntnis der technischen Zusammenhänge eben nicht ausreicht, um eine Entscheidung zu treffen und diese auch umzusetzen. Für die ist eine gesetzliche Regelung wichtig und die, die müsst eben Ihr umsetzen. Ich halte das nichtmal für diskussionswürdig. Es ist eine sehr sehr einfache Sache.

  33. @peterjakobs30 Plugins sind so eingerichtet, dass die aufgerufene Webseite keine dieser Informationen erhält.

    Würde man der “Logik” dieses Beschlusses folgen, müssten Webseiten für *alle* iframes (inklusive YouTube Videos usw) das Einverständnis der Besucher einfordern. Es lohnt sich aber momentan politisch nur, gegen die bösen amerikanischen sozialen Netzwerke vorzugehen, ansonsten wäre ein solcher Beschluss schon längst als lachhaft abgestempelt worden.

  34. Thanks god we decided to start our European office in Switzerland – will add a disclaimer on our website – “Fuer deutsche Nutzer und Nutzerinnen nicht geeignet – Betreten der Website auf eigene Gefahr – Eltern haften fuer ihre Kinder

  35. Thanks god we decided to start our European office in Switzerland – will add a disclaimer on our website – “Fuer deutsche Nutzer und Nutzerinnen nicht geeignet – Betreten der Website auf eigene Gefahr – Eltern haften fuer ihre Kinder

  36. Nein, man muss keine Einstimmung holen, sondern einfach die Verantwortung dafür übernehmen, was man auf seiner Website ablaufen lässt. Ich kann mich doch nicht einfach damit rausreden, dass ich nichts gewusst habe!

    Aus Anwendersicht will ich darüber informiert werden, was mit meinen Daten passiert. Und ICH, weder FB, noch G+, noch der Website-Betreiber, entscheide darüber, ob ich Daten weiter gebe oder nicht.

    @peterjakobs30

  37. @NicoLumma@thSo

    Warum soll der Browser alles machen? Wäre vielleicht nett aber so lange es das nicht gibt, ist der Website-Betreiber in der Verwantwortung, mit den ihm überlassenen Daten sorgfältig umzugehen.

  38. @NicoLumma@thSo

    Warum soll der Browser alles machen? Wäre vielleicht nett aber so lange es das nicht gibt, ist der Website-Betreiber in der Verwantwortung, mit den ihm überlassenen Daten sorgfältig umzugehen.

  39. @NicoLumma

    Wenn genug mitmachen, werden FB und Co auch plugins entwickeln, die datenschutzkonform sind. Wenn der Website-Betreiber viel Traffic haben will (egal aus welchem Grund), dann aber nicht, indem er MEINE Daten dazu nutzt, ohne dass ich das weiß oder will.

  40. tiloschroeder 9.12.2011 at 18:19

    @nico Einbindung von Social Plugins geht auch anders, w.z.B. bei @Bayern_SPD oder @FlorianPronold

  41. tiloschroeder 9.12.2011 at 18:19

    @nico Einbindung von Social Plugins geht auch anders, w.z.B. bei @Bayern_SPD oder @FlorianPronold

  42. SaschaWalk 9.12.2011 at 19:30

    Hierzu möchte ich unabhängig von der rechtlichen Diskussion mal anmerken das der Hyperlink an sich die Basis der Webkultur ist. Dieser kulturellen Veränderung hinken die deutschen Datenschutzgesetze hinterher.
    Ich hoffe nur das die Entwicklung nicht so endet wie in dieser Folge von Übermorgen TV: http://www.youtube.com/watch?v=obv5SJnZ1TM&feature=youtube_gdata_player

  43. Ich finde die Sache gut. Facebook kriegt man in Deutschland rechtlich nicht, also muss man die Webseitenbetreiber in die Pflicht nehmen. Dazu ist das mit dem Heise-2Klicks-für-mehr-Privatssphäre Ding auch mehr als einfach sich datenschutzkonform zu verhalten.

  44. @Timo Hermann warum nicht einfach Datenschutz-Lösung wie heise-2klick verwenden?

  45. Timo Hermann 9.12.2011 at 20:01

    @_allo Verwenden wir auch seit heute. Bislang allerdings verbietet Facebook diese Lösung offiziell und droht mit einem Ausschluss – wir nehmen damit ein Risiko auf uns.

  46. Timo Hermann 9.12.2011 at 20:01

    @_allo Verwenden wir auch seit heute. Bislang allerdings verbietet Facebook diese Lösung offiziell und droht mit einem Ausschluss – wir nehmen damit ein Risiko auf uns.

  47. StephanNoller 9.12.2011 at 20:14

    Ich finde auch, Du machst es Dir hier ein bisschen zu einfach. Natürlich sieht das auf den ersten Blick nach einem fehlenden Verständnis für die Mechanismen des Web an usw. Aber ich möchte auf zwei Punkte hinweisen, die mich mindestens nachdenklich machen in der Sache: Zum einen kenne ich viele Leute – und darunter durchaus Intensiv-Nutzer – die die Social-Plugins z.B. auf spon schon grenzwertig finden, was die automatische Vernetzung usw. anbelangt. Ich zähle mich dazu. Was aber noch viel schlimmer ist, und die Düsseldorfer in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt, ist was rausgekommen ist, als Weichert (und andere) kürzlich den Druck auf Facebook erhöhten u.a. mit der Behauptung der Like-Button würde Informationen übertragen, selbst wenn der User nicht eingeloggt wäre usw. – ich gebe zu, ich selbst gehörte auch zu denen, die darin eine überzogene Unterstellung von Fehlverhalten sahen.

    Aber weit gefehlt: Nach einigem wenig vertrauenserweckenden Hin- und Her musste Facebook zugeben, dass genau dies der Fall ist: http://blogs.wsj.com/digits/2011/09/26/facebook-defends-getting-data-from-logged-out-users/

  48. StephanNoller 9.12.2011 at 20:14

    Ich finde auch, Du machst es Dir hier ein bisschen zu einfach. Natürlich sieht das auf den ersten Blick nach einem fehlenden Verständnis für die Mechanismen des Web an usw. Aber ich möchte auf zwei Punkte hinweisen, die mich mindestens nachdenklich machen in der Sache: Zum einen kenne ich viele Leute – und darunter durchaus Intensiv-Nutzer – die die Social-Plugins z.B. auf spon schon grenzwertig finden, was die automatische Vernetzung usw. anbelangt. Ich zähle mich dazu. Was aber noch viel schlimmer ist, und die Düsseldorfer in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt, ist was rausgekommen ist, als Weichert (und andere) kürzlich den Druck auf Facebook erhöhten u.a. mit der Behauptung der Like-Button würde Informationen übertragen, selbst wenn der User nicht eingeloggt wäre usw. – ich gebe zu, ich selbst gehörte auch zu denen, die darin eine überzogene Unterstellung von Fehlverhalten sahen.

    Aber weit gefehlt: Nach einigem wenig vertrauenserweckenden Hin- und Her musste Facebook zugeben, dass genau dies der Fall ist: http://blogs.wsj.com/digits/2011/09/26/facebook-defends-getting-data-from-logged-out-users/

  49. @spackeria quatsch. Der Düsseldorfer Kreis hat keinerlei judikative Befugnisse. Jeder darf sich datenmässig exhibitionieren wie er will.

  50. @spackeria quatsch. Der Düsseldorfer Kreis hat keinerlei judikative Befugnisse. Jeder darf sich datenmässig exhibitionieren wie er will.

  51. @SynRRg überzeugst Du damit auch immer den Polizisten seinen Strafzettel wieder mitzunehmen? #judikative #befugnisse

  52. ChristophKappes 10.12.2011 at 0:07

    @StephanNoller Aehemm, wieso haette das denn der Like-Button nicht tun sollen? Als iFrame schickt der Browser dem Server den Cookie – wie denn sonst? Das wundert mich die ganze Zeit.

  53. @holadiho in der Tat habe ich auch schon mal darauf bestanden einen Sachverhalt gerichtlich geklärt zu bekommen – Radfahren auf der Straße

  54. @holadiho tatsächlich stellt der freundliche Polizist im übrigen den klassischen Vertreter der Exekutive dar. #Gewaltenteilung

  55. @SynRRg you got it. Genauso wie die Aufsichtsbehörden und damit die Datenschützer. Können also Stress machen auch ohne judikative Power.

  56. StephanNoller 10.12.2011 at 8:34

    @ChristophKappes das ist nicht der Punkt. Frage ist was FB mit diesen Daten der nicht eingeloggten User macht. Und da hiess es erst “gar nichts, werden überhaupt nicht gespeichert, eh nur IP-Adresse” und dann unter Druck “äh, ja, ein Cookie ist auch dabei, speichern doch ein bisschen, werten auch ein bisschen aus. Ist aber alles nicht schlimm”. Das ist – gelinde gesagt – wenig vertrauenserweckend, oder?

  57. StephanNoller 10.12.2011 at 8:34

    @ChristophKappes das ist nicht der Punkt. Frage ist was FB mit diesen Daten der nicht eingeloggten User macht. Und da hiess es erst “gar nichts, werden überhaupt nicht gespeichert, eh nur IP-Adresse” und dann unter Druck “äh, ja, ein Cookie ist auch dabei, speichern doch ein bisschen, werten auch ein bisschen aus. Ist aber alles nicht schlimm”. Das ist – gelinde gesagt – wenig vertrauenserweckend, oder?

  58. frankzimper 10.12.2011 at 14:22

    @ppfeufer Wolltest Du mich auf den Artikel hinweisen oder sollte das ein Retweet sein?

  59. @frankzimper Das war eigentlich ein RT

  60. frankzimper 10.12.2011 at 14:37

    @ppfeufer Ok, hab’s mir gedacht. So sehen’s halt nur die, die uns beiden folgen

  61. frankzimper 10.12.2011 at 14:37

    @ppfeufer Ok, hab’s mir gedacht. So sehen’s halt nur die, die uns beiden folgen

  62. @frankzimper Es scheint beim neuen Tweetdeck noch einige Unzulänglichkeiten zu geben. Das ist wohl eine davon.

  63. frankzimper 10.12.2011 at 14:45

    @ppfeufer Stimmt, das setzt per default nur Anführungszeichen um den Text. Was’n Quatsch!

  64. @frankzimper Jupp, und da ich gerade nen vergkeich zwischen Tweetdeck alt und neu mache, hab ich das halt mal getestet.

  65. frankzimper 10.12.2011 at 14:52

    @ppfeufer Du bist doch auch Linux-User, oder? Wie nutzt Du TD? Unter Wine?

  66. @frankzimper DAs Neue ja, das Alte ganz normal mit Air

  67. frankzimper 10.12.2011 at 14:55

    @ppfeufer Air gibt’s ja nicht mehr für Linux. Da neue nutze ich unter Chromium. Bin kein Freund von Wine

  68. @frankzimper der @tbe_loki hat für Gentoo nen Overlay gebastelt, wo Air enthalten ist :-)

  69. derGebhardt 10.12.2011 at 14:57

    @frankzimper @ppfeufer eine ist auch nie wirklich ne Lösung. Da lieber noch ne VM und Single Screen Mode das nur das Prog. angezeigt wird.

  70. frankzimper 10.12.2011 at 14:58

    @ppfeufer Aha. Ich glaub, ich bleib mal bei der Chrome-Variante, die tut soweit ganz gut

  71. @frankzimper Naja, wine ist schneller kompiliert als Chrome, von daher teste ich das halt mit wine ^^

  72. frankzimper 10.12.2011 at 14:59

    @derGebhardt @ppfeufer Boah, ne VM nur für TweetDeck, das find ich dann aber schon übertrieben. Hab ja nur 8GB

  73. frankzimper 10.12.2011 at 15:01

    @ppfeufer Ok, das ist für Gentoo-User natürlich ein Argument

  74. @frankzimper Danke für Dein Verständnis *lach*

  75. frankzimper 10.12.2011 at 15:05

    @ppfeufer Hab schließlich lange genug selbst Gentoo benutzt. Teilweise hab ich die Kompilierung über mehrere Rechner verteilt. War schneller

  76. @frankzimper Jo, nen kleines distcc ist schon was Feines :-)

  77. frankzimper 10.12.2011 at 15:08

    @ppfeufer yep

  78. derGebhardt 10.12.2011 at 17:02

    @frankzimper klingt nach eeePC ;)
    Nur für Tweedeck natürlich nicht, aber wenn man etwas mehr Verwendung hat immer besser als wine

  79. frankzimper 10.12.2011 at 17:13

    @derGebhardt Genau. Ein 24″ eeePC der dummerweise noch mit DDR2-RAM läuft. Das ist teuer.

  80. KrisKelvin 10.12.2011 at 18:51

    @thejumu@peterjakobs30

    Würde man der “Logik” dieses Beschlusses folgen, müssten Webseiten für *alle* iframes (inklusive YouTube Videos usw) das Einverständnis der Besucher einfordern

    Das stimmt nicht, denn bei normalen über IFrames eingebundenen Seiten ist für den Webserver der eingebundenen Seite nicht ersichtlich, von wo aus sie eingebunden wird. Beim Like-Button dagegen muss der Name der einbindenden Website angegeben werden, der dann per GET-Request jedes mal mitgeschickt wird, wenn ein Nutzer die Seite und die im IFrame eingebundene Seite lädt.

    Es wird sozusagen nicht immer der gleiche Like-Button-IFrame eingebunden, sondern einer, der für die einbindende Website spezifisch ist. Z.B. bei Youtube-Videos ist das nicht der Fall.

  81. KrisKelvin 10.12.2011 at 18:51

    @thejumu@peterjakobs30

    Würde man der “Logik” dieses Beschlusses folgen, müssten Webseiten für *alle* iframes (inklusive YouTube Videos usw) das Einverständnis der Besucher einfordern

    Das stimmt nicht, denn bei normalen über IFrames eingebundenen Seiten ist für den Webserver der eingebundenen Seite nicht ersichtlich, von wo aus sie eingebunden wird. Beim Like-Button dagegen muss der Name der einbindenden Website angegeben werden, der dann per GET-Request jedes mal mitgeschickt wird, wenn ein Nutzer die Seite und die im IFrame eingebundene Seite lädt.

    Es wird sozusagen nicht immer der gleiche Like-Button-IFrame eingebunden, sondern einer, der für die einbindende Website spezifisch ist. Z.B. bei Youtube-Videos ist das nicht der Fall.

  82. KrisKelvin 10.12.2011 at 19:30

    @ChristophKappes

    Ist dir klar, dass den allermeisten Leuten (auch Politikern und vielen angeblich informierten Netizens) nicht klar ist, was der Unterschied zwischen einem IFrame und einem normalen HTML-Button ist? Zumal über den IFrame eben nicht nur dieser Like-Button eingebunden wird, sondern über dessen URL auch der Name der einbindenden Website.

    Und hast du schon mal von den ach-so-schlauen Like-Button-Verteidigern gehört, die herablassend behaupten, das Verhalten dieses Buttons liege nicht an Facebook, sondern am Webbrowser bzw. an der Natur von HTML? Dieser Einwand ist klingt sehr informiert, ist aber völliger Blödsinn.

    Man muss diese IFrame-Buttons gar nicht so konstruieren, dass sie schon beim Laden der Website Facebook mitteilen, welche Website der Nutzer geladen hat. Das könnte auch erst beim Klick passieren. Mehr noch, es ist nicht mal nötig, den Button überhaupt mit IFrames umzusetzen. Ein spezieller Button bzw. Link mit JS-Code würde es genauso tun. Auch da würde nur Information an Facebook übertragen, wenn der Button tatsächlich geklickt wird.

    Vor diesem Hintergrund ist auch die Forderung Nico Lummas unsinnig, die Browser oder spezielle Extensions sollten den Datenschutz übernehmen. Das ist widersinnig. Erstens weil die Buttons von Facebook & Co. gerade _absichtlich_ darauf ausgelegt sind, Informationen schon beim Laden der Website zu sammeln, nicht erst beim Klick. Zweitens wäre eine solche Datenschutz-Extension nur so denkbar, dass die die entsprechenden IFRames mittels Filterliste blockiert und evtl. erst nach einem Klick lädt. Das wäre ein hässlicher Workaround für ein Problem, das eigentlich überhaupt nicht die Zuständigkeit des Webbrowsers fällt, sondern in die der Betreiber der Website und der Anbieter der Social Plugins.

  83. hooghkirkvttdh6 10.12.2011 at 22:05

    @frankzimper http://t.co/aSi5YkrW

  84. KrisKelvin 10.12.2011 at 23:14

    @Timo Hermann

    Nicht eingeloggte Nutzer können von Facebook auch identifiziert werden, trotz wechselnder IP-Adresse. Facebook speichert nämlich mehrere Cookies im Browser. Wenn sich der Nutzer wieder einloggt, kann der Cookie dem Facebook-Account zugeordnet werden — und damit auch, welche Websites mit Facebook-Plugin wann und wie oft besucht wurden. Selbst wenn man zu dem Zeitpunkt nicht eingeloggt war.

  85. Die gewünschte Browser-Erweiterung (bzw. Einschränkung) zur Unterbindung von Datenübertragungen an Facebook gibt es schon, daher braucht der Düsseldorfer Kreis die gar nicht erst zu entwickeln und kann sich beruhigt zur Ruhe setzen.

    Für ALLE gängigen Browser: http://webgraph.com/resources/facebookblocker/

    Habt Spaß beim Blocken. :)

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  3. Verwirrung um Datenschutz | Christoph Kappes - 9.01.2012

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