Twitter kauft Posterous auf Suche nach Geschäftsmodell

Heute wurde bekannt, daß Twitter den Blog-Anbieter Posterous gekauft hat. Posterous? Ja, wir erinnern uns, das ist der Dienst, der eigentlich auf einer Technologie-Ebene sowas ähnliches wie Tumblr anbietet, nur eben nicht ansatzweise so erfolgreich ist und mittlerweile eher von Google+ ersetzt wurde.

Tumblr.com Traffic and Demographic Statistics by Quantcast

Natürlich jubelt Twitter über die Akquisition von Posterous rum, das klingt dann so:

Today we are welcoming a very talented group from Posterous to Twitter. This team has built an innovative product that makes sharing across the web and mobile devices simple—a goal we share. Posterous engineers, product managers and others will join our teams working on several key initiatives that will make Twitter even better.

Auf gut deutsch bedeutet dies, daß Posterous es nicht geschafft hat, mit seinem Dienst Geld zu verdienen oder eine große Community aufzubauen und nun von Twitter gekauft wurde, weil Twitter die Mitarbeiter benötigt, aber auch nicht so wirklich weiß, wie man mit dem Dienst Geld verdienen kann. Aus der Kombination von Twitter und Posterous soll nun dafür gesorgt werden, daß Twitter erfolgreich wächst und Geld verdient. Nun ja.

Twitter hat eine massive Reichweite und geht davon aus, daß Werbung im Stream funktionieren wird. Posterous bietet die Möglichkeit, aus der Limitierung der 140 Zeichen auszubrechen und multimedialer zu werden, damit dann auch andere Arten von Werbung möglich sind.

Mir kommt das gerade so vor, als ob hier die Hoffnung grassiert, daß Minus mal Minus irgendwie doch noch Plus ergeben könnte. Ich bin skeptisch, was den Erfolg der Brand Pages bei Twitter angeht und ich glaube auch nicht an Werbung im Stream, denn das wird zu 99% nerven und nur zu 1% sinnvoll passen. Die Akquisition von Posterous wird nicht helfen, dieses Problem zu lösen. Aber immerhin hat Twitter jetzt ein paar Mitarbeiter mehr und die Investoren von Posterous ein Problem weniger.

19 Antworten auf „Twitter kauft Posterous auf Suche nach Geschäftsmodell“

  1. Siehste, würd ich nicht Dein Blog lesen wär das voll an mir vorbeigegangen…

  2. Hm, aber eigentlich müsste Werbung im Stream von Twitter doch irrsinnig gut, ja viel besser als anderswo funktionieren! Wenn es gelingt, die Kontextinformationen der Timeline (Hashtags, Following etc.) sinnvoll fürs Targeting zu nutzen. Die promoted Tweets heute sind allerdings in der Tat nur blöde digitale Postwurfsendungen.

  3. Hm, aber eigentlich müsste Werbung im Stream von Twitter doch irrsinnig gut, ja viel besser als anderswo funktionieren! Wenn es gelingt, die Kontextinformationen der Timeline (Hashtags, Following etc.) sinnvoll fürs Targeting zu nutzen. Die promoted Tweets heute sind allerdings in der Tat nur blöde digitale Postwurfsendungen.

  4.  @professorbunsen naja, der stream hat eben auch etwas gesprächscharakter und möchtest du gerne werbung in deinen gesprächen haben?

  5.  @professorbunsen naja, der stream hat eben auch etwas gesprächscharakter und möchtest du gerne werbung in deinen gesprächen haben?

  6.  @NicoLumma Nee, plumpe Werbung nicht. Aber das Wesen des Streams ist doch, dass Informationen aus total unterschiedlichen Quellen hineingespült werden, da bin ich doch drauf eingestellt.
     
    Da muss es doch möglich sein, Tweets (im Sinne von Informationen und Nachrichten, nicht im Sinne von Rekameanzeigen, die nach Aufmerksamkeit brüllen) gezielt an diejenigen auszuspielen, die sich dafür interessieren. 
     
    Natürlich ist das ein Geschäft für den Long Tail, aber das ist es doch, was Twitter ausmacht. Jeder hat sein eigenes Twitter. 

  7.  @NicoLumma Nee, plumpe Werbung nicht. Aber das Wesen des Streams ist doch, dass Informationen aus total unterschiedlichen Quellen hineingespült werden, da bin ich doch drauf eingestellt.
     
    Da muss es doch möglich sein, Tweets (im Sinne von Informationen und Nachrichten, nicht im Sinne von Rekameanzeigen, die nach Aufmerksamkeit brüllen) gezielt an diejenigen auszuspielen, die sich dafür interessieren. 
     
    Natürlich ist das ein Geschäft für den Long Tail, aber das ist es doch, was Twitter ausmacht. Jeder hat sein eigenes Twitter. 

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