Mobile ist der neue Internet Explorer

Nico —  11.09.2012 — 10 Comments

Mobile knackt die 10-Prozent-Marke

Jeder, der mal eine Website entwickelt hat, kennt die leidige Browser-Diskussion. Damals, als ich mit dem Web angefangen hatte, war die Frage immer noch, ob die Seite auch mit Lynx funktionieren sollte, damit die Leute nicht ausgeschlossen wurden, die die Kommandozeile auch fürs Web nutzen wollen. Danach ging es dann munter weiter von der Einführung des Marquee-Tags bis hin zu den ganzen kleinen und großen Inkompatibiltäten, die heutzutage zwischen den Browsern existieren. In den letzten Jahren war dann die Frage “müssen wir Internet Explorer 6 wirklich noch unterstützen?” grundsätzlich die Frage, auf die niemand ein “Ja!” als Antwort hören wollte. Zwar ist der Marktanteil des IE 6 in Deutschland mittlerweile bei unter 1% angelangt, aber in großen Unternehmen kann man immer noch den IE6 antreffen, der Angst und Schrecken unter den Frontend-Entwicklern verbreitet.

Aber eigentlich ist es völlig egal, irgendeinen Aufwand in alte Versionen des Internet Explorer zu stecken, es sei denn, man vermutet genau dort die Nutzer. Ansonsten sollte man sich lieber mit Responsive Design und HTML5 auseinandersetzen und Websites bauen, die für Smartphones und Tablets ebenso funktionieren wie für herkömmliche Desktop Browser. Aber irgendwie hat sich das immer noch nicht herumgesprochen. Ich würde immer darauf setzen, die Leute zu erreichen, die bei der Nutzung einer Technologie eher früh dabei sind, als auch noch die Leute irgendwie mitzunehmen, die Browser benutzen, die schon seit Jahren nicht mehr aktuell sind. Wie gesagt, es gibt Ausnahmen, aber man sollte lieber die Leute mitnehmen, die sich auf einer nach oben zeigenden Kurve befinden, als immer noch Krücken zu bauen für irgendwelche Browser, die eigentlich schon lange niemand mehr nutzen müssen sollte.

Wenn man mal ein Tablet nutzt, dann stellt man erst einmal fest, wie wenig die Anbieter überhaupt gewillt sind, entsprechende Ansichten für Tablet-Nutzer zu bauen. Die ZEIT ist da eine rühmliche Ausnahme, die das meines Erachtens vorbildlich löst, aber sobald man eine Shopping-Site nutzen will, überkommt einen das kalte Grauen, weil einfach nichts wirklich stimmig aussieht. Kein Wunder, dass das mit dem mCommerce noch nicht so richtig klappen will.

Baut Websites für mobile Browser und die Nutzer werden es Euch danken!

10 responses to Mobile ist der neue Internet Explorer

  1. Ich glaube, die Zeiten des stationären Internets werden gezählt sein. Vielleicht nicht in den kommenden 5 Jahren, aber langfristig wird der Mensch mobil vernetzwerkelt sein und nicht seine Computerecke daheim.
    Die Frage ist nur, was wird in Zukunft wichtiger sein, die Information oder das Design? Webseitenanbieter werden früher oder später ihre Seiten an den Kunden anpassen müssen und nicht umgekehrt.

    • Sehe ich anders. Zwar wird sicherlich mehr mobil gesurft und gearbeitet, jedoch bezweifle ich, dass das klassische Büro, die Computerecke, nicht verschwinden wird. Das Arbeiten auf der Couch, in der Bahn, oder was hat man nicht gesehen, ist schlicht nicht so effektiv.

  2. Du meinst, stuffle.it für die nach oben zeigende Kurve von Android-Nutzern? ;-)

  3. Wahre Worte. Wobei ich bei einigen meiner Kunden, die als Schlagersänger aktiv sind, unbedingt auch ältere Browserversionen berücksichtigen muss – die Zielgruppe ist halt meist so gar nicht up to date. Alles eine Frage der Zielgruppe halt.

  4. Genau das ist auch so meine Denke. Mich nerven Webseiten, die man sich auf dem Smartphone bis ins unermessliche groß ziehen muss, um den dort dargebotenen Text lesen zu können.

    Für WordPress gibt es ja ein wunderbares Plugin namens WPtouch. Damit kann man zumindest seinen Blog in einer mobilen Variante ausliefern. Gut, die mobile Variante sieht dann wahrscheinlich so aus wie x andere beliebige Varianten. Aber der Inhalt wird zumindest gut lesbar transportiert. Und he, das Aussehen kann man sich ja anpassen, sodass zumindest einige CSS-Einstellungen aus dem fetten Template mit übernommen werden.

    Da ich viele mobile Leser habe, musste ich das einfach einführen. Mir stellt sich aber die Frage, warum unsere tollen Medien größtenteils nicht dazu in der Lage sind, eine mobile Variante ihres Angebots zu basteln.

  5. Besser kann man es nicht sagen!
    Müsste selbst mal ran. Aber wie sagt man: Der Schuster hat schiefe Sohlen

  6. Sehe ich ähnlich, Nico. Sobald man dann aber dem Kunden erklärt, was Responsive Web Design ist und warum die mobile Anpassung der Website so wichtig ist, wird der Kunde unruhig und wendet sich ab: “Mal sehen, ob sich das durchsetzt.”

    Ich betreue einige Websites sozialer Unternehmen. Das Thema Barrierefreiheit wird sehr ernst genommen. Warum sollte man nicht die Barrierefreiheit sowohl auf Desktop als auch auf mobilen Endgeräten dem User bieten?

    Mit Responsive Web Design entsteht auch nicht sonderlich viel Mehraufwand. Sobald in der Konzeption alles passt, ist das stylen eher wie Urlaub. :)

    Hach, es könnte doch so einfach sein. :)

  7. Volker Racho 24.09.2012 at 17:47

    wo bitteschön ist http://www.zeit.de/index responsive?

Los, kommentier das mal!