Amazon dreht mit Kindle Paperwhite und Buchverleih weiter auf

Nico —  14.10.2012 — 4 Comments

Amazon Kindle PaperwhiteAmazon baut sein Ökosystem weiter aus und verfestigt seine Kundenbeziehungen, indem die bekannten Kindle Ebook-Reader jetzt auch in der Variante Kindle Paperwhite verfügbar sind, sowohl mit WLAN + UMTS als auch nur mit WLAN. Der Kindle Paperwhite hat eine höhere Auflösung und besseren Kontrast als die anderen Kindles, hinzu kommt, dass der Hintergrund weiss ist, daher auch der Name, und damit dem gewohnten Buch-Kontrast näherkommt. Die UMTS-Variante verfügt über die bekannte kostenlose Mobilfunkverbindung von Amazon, die es weltweit ermöglicht, neue Bücher auf den Kindle zu laden.

Amazon ist sehr direkt, wenn es darum geht, die Inhalte des Ökosystems von Amazon möglichst problemlos zu den Kunden zu liefern, damit diese gerne bezahlen und länger Kunden bleiben. “We sell the hardware at our cost, so it is break-even on the hardware.” hat CEO Jeff Bezos unlängst der BBC mitgeteilt, die Fokussierung liegt also ganz klar darin, die Kunden in die Lage zu versetzen, noch mehr Amazon Inhalte noch leichter zu kaufen. Dazu kommt die Verknüpfung von Amazon Prime mit weiteren Vorteilen. Amazon Prime bietet dem Kunden die kostenlose Lieferung an, dafür muss jährlich die Gebühr von 29 € fällig, was dazu führt, dass Kunden es vorziehen, bei Amazon zu bestellen, anstatt bei anderen Anbieter noch Versandkosten zahlen zu müssen. An Amazon Prime wird jetzt die Amazon-Leihbücherei geknüpft. Dadurch wird Amazon Prime attraktiver und die Hürde, einen neuen Kindle zu kaufen wird abgesenkt, weil die Amazon Kunden künftig 12 Bücher im Jahr kostenlos lesen können, je ein Buch pro Monat.

Natürlich verfolgt Amazon die gegenteilige Strategie von Apple, die ihre Produkte mit ordentlichen Margen anbieten und dazu die Inhalte liefern, aber interessant wird vor allem sein, wie Google sich zwischen Apple und Amazon positionieren will. Google geht auch preis-aggressiv an den Markt, hat aber nicht wirklich einen Plan, was die Inhalte angeht. Amazon geht mit dem Kindle in all seinen Variationen seine Strategie konsequent weiter und festigt seine Rolle als Inhalte-Distributor.

4 responses to Amazon dreht mit Kindle Paperwhite und Buchverleih weiter auf

  1. (Warum) wird das nicht in Verbindung mit den Kindle-Apps angeboten? Glaubst Du, Amazon will auch hier die eigene Plattform pushen? Würde bei mir sicher nicht funktionieren….

    • Weil die Nutzer bei 12 geliehenen Bücher die Kosten für den Kindle wieder drin haben. Das lohnt sich dann auch für Amazon. Die App ist zu wenig.

      • Hm, gut möglich, dass ich auf dem Schlauch stehe -. aber Du zitierst doch oben Jeff Bezos mit der Aussage, dass die Hardware zu Selbstkosten verkauft wird – davon hat Amazon dann ja erstmal nichts (es sei denn über die Masse entstehen Scale-Effekte…)

  2. Bisher habe ich nie drüber nachgedacht mir einen Kindle zuzulegen, ich bin doch eher für die Papiervariante, aber dieses Angebot gekoppelt mit AmazonPrime, wo ich eh regelmässig bestelle, lässt mich schon arg drüber nachdenken mir so ein Gerät zu zulegen.
    Die Hürde sich dann mal ein Kindle-Buch bei Amazon zu kaufen ist sicher dann auch nicht mehr so hoch.

Los, kommentier das mal!