Keine Überraschung: The Daily wird eingestellt

Nico —  3.12.2012 — 1 Comment

thedailyAch ja, dann war da noch Rupert Murdoch und das Projekt The Daily, mal mit viel Brimbamborium gestartet und nun auch bald vorbei. Und das, obwohl mal ein Herr Döpfner ganz doll aufgeregt war, weil doch nun das iPad die Rettung aller verlegerischen Probleme sein würde.

Für mich gibt es zwei wichtige Punkte, die man als Lehren aus The Daily ziehen kann.

1. News sind ein Allerweltsprodukt, das bietet jeder an jeder Ecke an. Dafür werden immer weniger Menschen bereit sein, zu zahlen. Wozu auch? News sind im Überfluß vorhanden, in jedem möglichen Format, ständig, kostenlos und werbefinanziert. News hinter eine Paywall zu packen steigert nicht die Attraktivität des Angebots und hilft nicht bei der Finanzierung des Angebots.

2. Wenn schon Mobile und Tablet, dann richtig. Wenn man sich mal anguckt, wie The Daily in den unterschiedlichen Formaten zu welchen Preisen verfügbar ist, dann muss man sich schon fragen, was die Produktmenschen hinter The Daily geraucht haben. Für iPhone, iPad, Android Tablet und Kindle gibt es jeweils unterschiedliche Preise. Was für ein Käse. Das verwirrt doch jeden Nutzer. Wenn schon, dann sollte man sich ein Preismodell überlegen und die App sofort auf möglichst allen Tablets anbieten. Einfachheit ist hier Trumpf, nicht künstliche Barrieren aufgrund von Hardware.

Ich glaube, dass man aus der Einstellung von The Daily nicht den Schluß ziehen sollte, dass Paid Content mit journalistischen Inhalten auf Tablets nicht funktioniert, sondern dass man sich eher überlegen sollte, welche Inhalte und welches Format die Nutzer überzeugen könnte. Ich finde The Magazine sehr gelungen und bin auch bereit, für gute, lange Artikel zu bezahlen, für Einordnung und Meinung. Ich sehe also eher eine Zukunft auf dem Tablet für das, was wir heutzutage Sonntagszeitung nennen. Passend dazu bin ich sehr angetan von dem, was Subcompact Publishing genannt wird. Daraus könnte echt etwas werden, elegant und lesbar, sowohl von der Form als auch vom Inhalt.

Allerdings glaube ich leider auch, dass herkömmliche Medienhäuser nicht in der Lage sind, zu realisieren, dass sie das Format Zeitung nicht einfach so in ein digitales Format quetschen können. Dafür muss die Lage wohl noch schmerzlicher werden, bis endlich neue Wege beschritten werden. Ich habe natürlich die Hoffnung, dass viele von den aktuell entlassenen Journalisten die Zeit nutzen und versuchen, eigene journalistische Angebote auf die Beine zu stellen. Die Leser werden es ihnen danken.

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