Wie ich so blogge – der Blick in den Werkzeugkasten

Ich blogge seit etwas mehr als 10 Jahren und probiere immer wieder neue Werkzeuge aus, um mehr Spaß beim Bloggen zu haben, oder auch um vielleicht ein klein wenig effizienter bei einigen Dingen zu sein.

  1. Bloggen. Die Älteren unter Euch werden sich erinnern, dass ich vor 10 Jahren Blogg.de gestartet hatte. Als Grundidee wollten wir so etwas schaffen, was WordPress jetzt ist: ein einfaches Angebot zum sofort zusammenclicken kombiniert mit einer Open-Source Software zum selber installieren. Aus den verschiedensten Gründen hat das nicht so geklappt, aber dafür gibt es ja jetzt WordPress als de-facto Standard. Ich nutze es gerne, freue mich aber auf die gerade entstehende Alternative Ghost, die hoffentlich wieder das Bloggen in den Vordergrund stellt. Für bunte Bilderchen nutze ich Tumblr, dort reblogge ich auf Inspiration Ehrensache die Dinge, die mir so auffallen in meinem Tumblr-Stream.

  2. Schreiben. Ich schreibe entweder in iA Writer oder mittlerweile immer öfter in Draft. Beide Tools haben den Vorteil, dass sie es schaffen, den Nutzer auf den Text konzentrieren zu lassen. Bei iA Writer nutze ich gerne den Fullscreen-Modus kombiniert mit dem Focus-Modus, was dazu führt, dass ich in der Mitte des Bildschirms tippe und mich eigentlich nur auf die aktuelle Zeile konzentriere. Das finde ich ungeheuer praktisch und so entstehen meine längeren Texte. Verfügbar ist der iA Writer für OS X und iOS, wenn man dann noch die iCloud nutzt, kommt man gut an seine Texte. Draft hingegen ist Web-basiert, nutzt Markdown und harmoniert mit Cloud-Diensten ebenso wie mit Blogging-Plattformen wie Blogger, Tumblr oder WordPress. Draft eignet sich vor allem ganz toll dazu, gemeinsam an einem Text zu arbeiten, oder jemanden Korrektur lesen zu lassen, denn die Versionierung ist schon einfach und übersichtlich. Für mich wird Draft immer mehr der Standard-Editor für meine Blog-Posts.

  3. Lesen. Ich lese viele Feeds entweder direkt in der Feedly App auf dem iPhone, dem iPad oder am Rechner, hinzu kommt Flipboard ebenfalls auf dem iPhone oder dem iPad. Eigentlich habe ich ja tagtäglich den Google Reader genutzt, aber da dieser nun nicht mehr sein wird, ist Feedly die nutzbare Alternative geworden. Ich nutze auf allen Devices Chrome und bin dort jeweils mit meinem Google-Account angemeldet, damit die URL-Autocompletion auch überall funktioniert, falls ich mir mal wieder einen URL nur so zur Hälfte gemerkt habe. Ich lese natürlich auch Twitter, Facebook und Google+, aber alles, was ich lese, lese ich nur als Momentaufnahme, also als Stream. Was nicht an mir vorbeirauscht, nehme ich nicht wahr. Ganz selten nutze ich Rivva, da finde ich selten etwas, was ich nicht schon vorher irgendwie mitbekommen hätte. Generell lese ich ca. 2/3 der Zeit auf dem iPhone oder dem iPad und nicht mehr am Laptop.

  4. Sammeln. Ich bin Bookmark-Agnostiker. Selbst als alle Welt Delicious wie wild nutzte, konnte ich mich kaum damit anfreunden, dies täglich zu nutzen, auch wenn ich die Vorteile natürlich begriffen habe. Mittlerweile nutze ich Instapaper und Evernote, um mir die Inhalte zu merken, die ich später noch lesen will. Dabei verfahre ich so, dass ich Instapaper nutze, um Texte später "in Ruhe" zu lesen und Evernote, um Inhalte "für gut" zu merken. Bei Evernote benutze ich sogar unterschiedliche Notebooks und Tags und so. Beides nutze ich auch mobil, wobei der Web-Clipper von Evernote leider auf dem iPhone nur mittelprächtig funktioniert, Instapaper aber ganz hervorragend klappt mit dem Bookmarklet-Javascript Zeugs als Auto-Completion in der URL-Zeile von Chrome. Screenshots mache ich mit Skitch und scheide sie auch mit Skitch zu.

  5. Teilen. Ich schiebe relativ penetrant die Links zu aktuellen Blog-Artikeln über Twitter, Facebook und Google+ – ich habe da allerdings keine bewusste Seeding-Strategie, sondern weise darauf hin, wann es mir passt und auch so oft, wie ich es für nötig halte. Ich habe mal länger mit Buffer getestet, aber das fand ich dann irgendwie doch unnötig und auch bit.ly habe ich mal mit einer eigenen Domain genutzt, um so richtig schön die Marke Lumma zu pushen, aber das war mir dann doch alles zu aufwändig und so richtig die Zugriffe wollte ich dann doch nicht tracken. Warum? Weil ich hier aus Spaß an der Freude blogge und nicht, weil ich mit dem Traffic dieses Blogs Werbe-Erlöse erwirtschaften muß. Ich verlinke allerdings auf Produkte so weit es geht mit Affiliate-Links über Yieldkit oder direkt von Amazon. Dies mache ich, weil ich es nicht einsehe, Unternehmen Traffic für lau zu schenken, mit dem diese dann Geld verdienen.

Das ist mein aktuelles Setup für den Premium-Content auf diesem Blog und für Artikel auf anderen Blogs. Die einzige Konstanz bei meinem Setup ist, dass ich immer versuche, einen Idealzustand zu erreichen und deswegen immer wieder neue Tools teste und teilweise bestehende Tools dadurch ersetze.

4 Antworten auf „Wie ich so blogge – der Blick in den Werkzeugkasten“

  1. Ich habe meine Blogs auch lange Zeit in Google+ veröffentlicht. Die Resonanz war eher bescheiden. Auch wenn ich einen langen Atem in vielen Dingen habe, so habe ich das Veröffentlichen in Google+ eingestellt. Das bringt nichts.

    Wahrscheinlich ist es auch ein Fehler von mir, meine Gedanken, meine Erlebnisse in anderen Sprachen als in Deutsch zu veröffentlichen. Ich schreibe auch gerne in Englisch, Französisch und Spanisch, um auch meine Fremdsprachenkenntnisse zu trainieren. Wahrscheinlich wird das von vielen Deutschen als Angeberei verstanden und deshalb meiden mich viele.

    Zu meinen Videos, die ich in Youtube veröffentliche, hänge je nach Bedarf den Blogartikel an.

    Mit meinem WordPress bin ich zufrieden, auch wenn ich gerne mal eine Update auf 3.5.1 oder gar 3.6 machen möchte, aber irgendwie muss man da einige Dinge beachten. Ich habe auch keinen eigenen Server am Laufenden, sondern habe Platz bei Strato und verläuft das bestimmt noch einiges komplizierter als wenn man einen eigenen Server hat.

    Ich werde das ganze mal nach meinem Kurzurlaub in Huy (in der Wallonie, in Belgien) jetzt das kommende lange Wochenende in Angriff nehmen.

    Ansonsten ist mir so einiges, was du schreibst, unbekannt. Ich habe im Akregator, ein Linux-Programm so einige RSS-Feeds gespeichert, die ich mind. 2 in der Woche abrufe.

  2. Wirklich interessant einmal zu lesen, wie ein erfahrender Blogger seine täglichen Prozesse optimiert. Persönlich habe ich erst gerade mit dem Bloggen begonnen und eine der Fragen mit denen ich mich beschäftige ist wie ich verschiedene Cloud Dienste dazu bringe untereinander zu kommunizieren.

    http://apfelautomat.com/2013/05/05/rss-als-kommunikationsinterface-in-der-cloud/

    Vielleicht kannst du unter diesem Bezug noch ein wenig darauf eingehen wie du deine Lösungen synchronisierst.

Kommentare sind geschlossen.