Himmel, Arsch und Zwirn!

Nico —  4.08.2013 — 46 Comments

Wo leben wir eigentlich? Was passiert gerade mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung? Wie weit kann unser liberaler Staat noch ausgehölt werden? Wie apathisch können die Bürger noch sein beim Blick auf den Überwachungsskandal?

Im Amerikanischen gibt es den Ausdruck “a gift that keeps on giving” und genau so kann man den seit Monaten grassierenden Überwachungsskandal betrachten. Ich sehe es als Geschenk an, und bin Edward Snowden sehr dankbar dafür, dass wir Woche für Woche neue Enthüllungen serviert bekommen über die Art und Weise, wie die Geheimdienste im Auftrag der Sicherheit die Bürger eines freien Landes überwachen. Langsam wird das Ausmaß des Überwachungsskandals deutlich und kein Paranoider hätte sich dies in kühnsten Albträumen düsterer ausmalen können.

12 Jahr sind vergangen, seit die fürchterlichen Anschläge des 11. September die Welt komplett verändert haben. In dem Versuch, sich und ihre Bürger vor einer neuen Terrorwelle zu schützen, haben viele westliche Demokratien einen immensen Sicherheitsapparat aufgebaut, der seitdem wie ein Unkraut vor sich hinwuchert und die Bestätigung für sein Dasein durch geheime, nicht überprüfbare Fakten selber legitimiert. Angeblich sei dadurch die Welt sicherer geworden und unzählige Anschläge wurden angeblich verhindert, wenn man mal von Madrid, London, Boston und anderen absieht.

Himmel, Arsch und Zwirn! Da ist aber ein Kompass komplett kaputt gegangen. Die Sicherheitsapparate überwachen alle Bürger, um Terroristen zu finden, die wissen, dass sie überwacht werden und sich dementsprechend verhalten. Wie soll das denn klappen? Selbst unsere knapp 10-jährige Tochter war da schon weiter, als sie feststellte: “Die Terroristen verabreden sich doch nicht per Email!”

Gerade in einem Land wie Deutschland, das mit Gestapo und Stasi nun wirklich in der jüngsten Vergangenheit zwei extreme Beispiele des Überwachungsstaats hervorgebracht hat, müssen doch spätestens jetzt alle Alarmglocken klingeln und es muss die Frage nach den Werten gestellt werden, die dieses Land lebenswert machen.

Vor zwei Jahren blickten wir alle nach Oslo und waren sehr angetan von Jens Stoltenberg, der als norwegischer Regierungschef nach den Anschlägen des Anders Breivik die richtigen Worte fand und sagte:

“Wir sind entrüstet über das, was uns getroffen hat, aber wir werden nie unsere Werte aufgeben. Unsere Antwort wird mehr Demokratie sein, mehr Offenheit und mehr Menschlichkeit. Aber nie Naivität.”

Alle waren sich einig, dass dies die einzig richtige Reaktion sein konnte für eine aufgeklärte westliche Demokratie europäischer Prägung. Alle, bis auf diejenigen, die einen wahnwitzigen Sicherheitsapparat geschaffen hatten und diesen durch als geheim klassifizierte Terrormeldungen als eine Art selbsterfüllende Prophezeihung legitimieren.

Ich kann verstehen, dass nach 9/11 eine gewisse kollektive Hysterie herrschte und ich kann auch verstehen, dass nach dem Verlust des einst roten Hamburgs durch eine lange Nichtbeachtung des Themas innere Sicherheit viele Politiker ihren inneren Kanther rausholten und meinten, dass Law and Order ein künftiges Gewinnerthema sein müsste.

220px-Law_and_Order_FilmPosterDiese Zeiten sind vorbei. Insbesondere der SPD sollte klar sein, dass ihr Motto nicht Sicherheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sondern Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist – und dass es sich lohnt, für diese Werte einzustehen! Der Law and Order Bogen wurde so dermassen überspannt, dass wir mittlerweile dieses Land komplett überwachen lassen. Die Bürger als Souverän dieses Staates sind nicht als Objekte zu überwachen, sondern es muss gelten, die Freiheit des Einzelnen zu schützen – und dies geht nicht durch Überwachung aller. Wir müssen uns wohl leider, und das mag kein Politiker in Verantwortung gerne hören, darauf einstellen, dass freiheitliche Gesellschaften immer wieder durch kleinere oder größere Attacken erschüttert werden. Das ist dramatisch, und das wünsche ich niemandem, aber es gibt leider keine absolute Sicherheit. Wir müssen lernen, uns auf derartige Eventualitäten einzustellen, so wie andernorts mit Erdbeben oder Vulkanausbrüchen gerechnet wird. Die Alternative wäre eine noch komplettere Überwachung, denn auch bislang finden ja weiterhin Attentate statt, trotz eines Apparates, der Jahr für Jahr Milliarden verschlingt.

Stattdessen sollten wir uns überlegen, was wir mit diesen Milliarden alles sinnvolles machen können. Wir können das Geld in Bildung stecken, wir können dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft sozialer wird, dass weniger Menschen in Armut leben, wir können Schwimmhallen renovieren und öffnen, wir könnten so viel tun, was präventiv wirkt und das Leben der Menschen in dieser Gesellschaft verbessert. Vor allem aber könnten wir das Geld nutzen, um im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung gestalterisch zu handeln, anstatt sich in eine Wagenburg zurückzuziehen, Lagerkoller zu bekommen, allen zu misstrauen und sich dann gegenseitig zu überwachen.

In Deutschland wird am 22. September gewählt, daher ist es gerade schwierig, diese Debatte zu führen. Es wird aber deutlich, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der sog. Linke, die sowieso immer gegen alles ist, die kollektive Sicherheitshysterie des letzten Jahrzehnts mitgetragen haben. Alle. Es gab auch mal vereinzelte Lichtblicke, wie Sabine Leutheuser-Schnarrenberger als letzte aufrichtige Liberale, aber es gab eben auch die Schily, Schäuble, von der Leyen und wie sie alle heissen, die immer wieder Versuche unternommen haben, alle Bürger unter einen Generalverdacht zu stellen und zu überwachen. Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung sind die jüngsten Auswirkungen dieses Mindsets und da waren immer fröhlich alle Parteien dabei. Die Überwachung durch NSA und BND hat allerdings in den letzten Jahren eine neue Qualität erhalten, was auch erklärt, warum die Bundesregierung versucht, bis zur Wahl möglichst nichts zum Thema sagen zu müssen. Aber sie ist nur eine weitere Stufe einer Entwicklung, die spätestens mit 9/11 an enormer Fahrt aufgenommen hat. Diese Entwicklung wurde getragen von allen Parteien und gefordert von den Meinungsführern in Presse, Funk und Fernsehen.

Himmel, Arsch und Zwirn! Das Pendel schwingt immer zwischen Freiheit und Sicherheit, es geht immer um das Austarieren dieser Positionen in der liberalen Gesellschaft. Es wird höchste Zeit, die Freiheit wieder in den Fokus zu bringen! Ich will nicht in einem Überwachungsstaat leben!

46 responses to Himmel, Arsch und Zwirn!

  1. Danke Nico für den Kommentar. Das schlimmste für mich ist, dass dies eine so einfache Überlegung ist, deine Schlüsse so logisch scheinen und doch niemand in einer verantwortlichen Position dies so sagen kann oder will. Die einzige Chance ist, dass wir als Bürger und Wähler dies einfordern und zwar immer wieder an allen möglichen Stellen.

  2. Reno Schiller 4.08.2013 at 12:28

    Vorgehen der Amis ist legal vgl. Patriot Act. Falls ihr Vorgehen hier gegen Gesetzte verstößt, Staatsanwaltschaft übernehmen. Egal was die Amis gemacht haben, ich habe ihnen bisher grundsätzlich vertraut, weil andere Großmächte viel willkürlicher mit ihrer Macht umgehen. Das was sie jetzt machen geht aber zu weit und erschüttert mein Vertrauen. Aber: ich möchte nicht wissen was hier abgeht, wenn den Islamfaschisten in D ein Anschlag gelingen sollte, und der Grund in einer zurück gefahrenen Zusammenarbeit mit der NSA läge oder dieses nur behauptet würde.

  3. “Es wird aber deutlich, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der Linke, die kollektive Sicherheitshysterie des letzten Jahrzehnts mitgetragen haben.”

    So muss der Satz ohne SPD-Einschlag lauten.

    Für dich besonders: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/rot-rot-gruen

  4. Bald haben die Al Kaida’s doch ihr Ziel fast erreicht: Zerstörung der westlichen Grundwerte durch das schüren von Angst.

    Die Verantwortlichen sollten sich an Jens Stoltenberg erinnern, der als Ministerpräsident sein Norwegen nach dem Anschlag von Utøya aufforderte die Grundwerte einzuhalten: „Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“

    Am 22.9. wird ja gewählt und Demokratie heißt, man kann Regierungen abwählen.

  5. Wir haben über folgenden link Leser gefragt was Sie empfinden welche Prioritäten unsere Regierungen setzen – bis jetzt (360 Abstimmungen) Bedauern 79% dass Snowden-Verfolgung EU Regierungen wohl wichtiger als Aufklärung ist…
    http://www.guesswhapp.eu/showcase/?sitecode=48&gcode=216&nguess=0

  6. Schön! Ja, der Kompass ist verloren gegangen aus Angst vor einem weiteren traumatischen Erlebnis, wie damals in NY. Es sollte allen klar werden, dass es die totale Sicherheit nie geben wird. Das ist eine Schraube ohne Ende!

    Ich finde einen Punkt sehr paradox hier in Deutschland. Auf der einen Seite will der Staat uns beschützen (wie er sagt) und nutzt alle Mittel der Überwachung grund(gesetz)mässig erst einmal unschuldiger Bürger, auf der anderen Seite kommt aber die Polizei bei mir um die Ecke nicht in die Pötte, bevor ich nicht nachweislich niedergestochen oder angeschossen wurde. Ein Grundverdacht reicht nicht aus (Stalking, Androhung von Gewalt, Vergewaltigung etc.), um gegen empfundene Gefahren und tatsächliche Ängste vor möglichen grösseren Folgen … vorzugehen.

    Hier gehört aber die staatliche Hilfe genau hin – diese würde uns Bürger wirklich im Gefühl der grösstmöglichen Sicherheit leben und auch wirken und voran kommen lassen!

    • @Michael Marheine

      Das Thema ist nicht einfach.

      1. Der Staat möchte nicht seine Bürger beschützen. Er muss es, weil das so im Grundgesetz steht.

      2. Das traumatischen Erlebnis an 9/11 hat die USA betroffen. Ob unsere Betroffenheit wirklich traumatisch war? Ich denk da grade an Fukushima – wer verbindet das noch mit 10.000 Toten?

      • Beschützen hat aber was damit zu tun, seinen Bürgern grundsätzlich einmal die Angst zu nehmen, was durch eine Präsenz bei Hilferufen gewährleistet würde. Beschützen hat nichts damit zu tun, ständig in meinem Schatten zu sein und dabei meine Gewohnheiten zu notieren, sodass er nachher mehr Infos über mich hat als über einen möglichen “Feind”.

        Keiner hat geschrieben, dass wir traumatisiert waren. Mit den Worten Kompass und NY bezog ich mich auf den Originaltext ganz oben, wo ausdrücklich auf die USA Bezug genommen wurde. Bitte lesen!

        Fukushima mit dem Attentat in NY zu vergleichen ist grotesk, denn das eine war zumindest im Ursprung eine Natur-Katastrophe, das andere war (wohl) ein terroristischer Akt und Angriff auf ein Land bzw. eine Art der Gesellschaftsordnung – nämlich den Kapitalismus als solches! Auch hier bitte unterscheiden!

      • zu 1: Er muss seine Bürger beschützen und gleichzeitig die Verhältnismässigkeit zwischen Freiheit und Sicherheit wahren. Zugegeben, keine leichte Aufgabe, bei der wir als Bürger aber auch unseren Teil beitragen müssen. Es ärgert mich immernoch dass ich von den Demonstrationen letzes Wochenende erst am Sonntag erfahren habe. Sonst wäre ich dabei gewesen.

        zu 2: 9/11 war für die ganze (westliche) Welt traumatisch. Das sieht man gut daran, dass fast jeder heute noch sagen kann wo er zum Zeitpunkt der Anschläge gewesen ist.

  7. Du hast Recht Nico, sogar von A bis Z, aber ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass die Mischung aus Überforderung und Lethargie – zumindest derzeit – keine wirklich umwälzenden Reaktionen in unserer Gesellschaft hervorbringt. Ich glaube nicht mehr daran. Wenn es ganz gut läuft, dann kommen die Piraten doch noch über fünf Prozent und das wäre schon ein halbes Wunder. Ich glaube, die breite Masse ist einfach froh, dass sie das Netz irgendwie in Ihr Leben integriert hat, das Handy und der Rechner keinen großen Ärger machen. Jetzt bitteschön nicht alles wieder neu überdenken müssen und ggf. die eigenen Gewohnheiten wieder neu erfinden, nee. Ich mache den Menschen keinen Vorwurf, der durchschnittliche Alltag ist um einiges komplexer als noch vor 20 Jahren. Dazu kommt, dass die Leute einfach nur noch auf “Asche” geeicht sind und die derzeitige Malaise ja nicht an den Geldbeutel geht. George Orwell war ein Waisenknabe, die Welt guckt staunend zu und am Ende haben ein paar ganz wenige die Fäden in der Hand. Scheiße!

  8. Sowohl die Gestapo als auch die Stasi dienten dazu die eigenen Bürger zu bespitzeln und zu unterdrücken. Die Begründung für PRISM und co beruft sich auf Bedrohungen von außen. Da gäbe es jetzt ganz wichtige Diskussion wie Freiheit versus Sicherheit oder wer nun Freund und Feind ist zu führen. Nur drückt sich leider der Stammtisch und die Medien wie immer vor den schwierigen aber relevanten Themen.

    Von daher: Themaverfehlung – Setzen – Sechs

    • Mag schon sein dass sich die offizielle Begründung auf Bedrohung von außen beruft. Die nächste Frage wäre dann ob das der Wahrheit entspricht und ob das sinnvoll ist. Die Norweger haben die Frage nach der Sinnhaftigkeit verneint.

  9. Andrea Golecki 4.08.2013 at 13:46

    Was hat Nico denn?

    RECHT HAT ER!

  10. Rajesh Koothrappali 4.08.2013 at 14:02

    Noch ein Artikel, der alles bereits gesagte wiederkäut und keinen Lösungsvorschlag (ausser “wählen gehen”) hat. Wir gehen alle schon ziemlich lange wählen. Hat wenig gebracht, was?!

    Empörung allein reicht eben nicht.

  11. “Langsam wird das Ausmaß des Überwachungsskandals deutlich und kein Paranoider hätte sich dies in kühnsten Albträumen düsterer ausmalen können.”

    Falsch. Ich bin mir sicher dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Und ich kann mir auch gut vorstellen dass die Daten nicht nur erfasst, gespeichert und im Einzelfall ausgewertet werden.

    “12 Jahr sind vergangen, seit die fürchterlichen Anschläge des 11. September die Welt komplett verändert haben.”

    Cui bono? Die Anschläge und die ganze Geschichte dazu stinken zum Himmel. Vor 12 Jahren wäre der richtige Zeitpunkt gewesen sich zu fragen ob die Überwachung gerechtfertigt war und ob es richtig ist einen Angriffskrieg gegen Afghanistan damit zu rechtfertigen. Im Nachhinein ist es sehr viel schwieriger wieder rückgängig zu machen bzw. im Fall von Kriegen und Opfern unmöglich.

    ” .. müssen doch spätestens jetzt alle Alarmglocken klingeln und es muss die Frage nach den Werten gestellt werden, die dieses Land lebenswert machen.”

    Besser spät als nie.

    Ansonsten stimme ich uneingeschränkt zu.

    Ich sehe die Entwicklung seit der Jahrtausendwende sehr sehr kritisch. Während die soziale Schere immer weiter auf geht wird die staatliche Überwachung extrem ausgebaut und die Polizei massiv aufgerüstet. Ist es Zufall dass seit dem Jahr 2000 absehbar ist, dass es keine Vollbeschäftigung mehr geben wird?

    http://www.technologyreview.com/sites/default/files/images/destroying.jobs_.chart1x910_0.jpg

    Die Automatisierung wird nicht sich weiter ausweiten und wir sollten uns meiner Meinung nach Gedanken machen wie wir in Zukunft das friedliche Zusammenleben organisieren wollen wenn nicht mehr genug Arbeit für alle da ist oder im Extremfall gar keine Arbeit für niemanden. Wenn wir das nicht schaffen und mit dem kapitalistischen System weiter machen bis es endgültig versagt wird das sehr unschön enden.

    • nils,

      wenn ich mal kurz meinen schockierenden senf zu dem geben darf, wa du da in sachen automatisierung siehst: es ist viel, viel, viel schlimmer …

      und lustigerweise redet kaum jemand drüber.

      das zauberwort heisst: 3d drucker …

      okay, nimm dir einfach mal ein paar minuten, um darüber nachzudenken, was das heisst, daß gerade ein haus “gedruckt” wird, daß in zukunft alle möglichen gegenstände nicht mehr von einer langen produktionskette hergestellt, zwischengelagert, ausgeliefert, in einem geschäft angeboten und dann gekauft werden.

      und? nachgedacht?

      verstanden, wieviel bisher noch mit größter selbstverständlichkeit als halbwegs zukunftssicher betrachtete jobs in zukunft sich schlicht in luft auflösen werden?

      einfach mal ein bißchen zeit damit verbringen, das bis in jedes kleine ästchen, jede sparte, jeden job durchzudenken und dir wird die brachialität klar, mit der sich _alles_ verändern wird, wie wenig jobs es überhaupt noch geben wird und …

      naja, warum “verrückte” ideen von heute wie etwas das staatlich garantierte “grundeinkommen” in ein paar jahren, na gut einem jahrzehnt, essentiell für den zusammenhalt dieser gesellschaft werden.

      wenn nicht: die werden eine menge waffen brauchen, um die leute in schach zu halten.

      alternativ: sie bringen die leute vorher um, indem sie sie in einen krieg führen, einen “aderlass” erzeugen oder so was wie die pest loslassen. wir gucken ja gerade dabei zu, wie sie die voraussetzungen, also zb. das feindbild eines fuselbärtigen muselmanen zb. in uns reinhämmern …

      nur mal so, um dich so richtig in panik zu versetzen. ;-)

  12. Hier noch der gesamte Artikel zu der Grafik die ich vorhin gepostet habe:

    http://www.technologyreview.com/featuredstory/515926/how-technology-is-destroying-jobs/

    Ich finde es im Übrigen nicht schlecht wenn Technologie Arbeitsplätze überflüssig macht. Es darf nur nicht zum Nachteil der Menschen sein für die die Produkte und Dienstleistungen gedacht sind.

  13. Mit den Abermillionen und Millarden wäre ein wirklicher Antiterrorkampf möglich gewesen: nämlich, die Folgen des Kolonialismus des vorletzten und letzten Jahrhunderts zu dämpfen und einer der Hauptursachen des heutigen Terrorismus den Boden entziehen. So aber wird das Geld verpulvert in einem Abwehrkampf gegen die Folgen der eigenen Vergangenheit, ohne an ihnen was zu ändern. Im Gegenteil… :-(

  14. 9/11, Oslo, London, Madrid, Oklahoma City, NSU, Boston haben gezeigt, dass die Spionage der Geheimdienste zur Terrorbekämpfung wirkungslos ist. Man braucht sich also nicht mehr darüber zu unterhalten, ob die Bürger aller westlichen “Demokratien” wegen Terrorgefahr ausspioniert werden. Das ist ein Chimäre ohne empirische Relevanz.

    Ein andere Frage ist die Zusammenarbeit von Regierungen, Finanzdienstleistern, Militärs und Geheimdiensten. Wir sehen heute, dass die NATO-Staaten
    - seit 12 Jahren sieglos Krieg führen in Afghanistan, das Militär erweist sich als unfähig, aber das afghanische Opium deckt wieder über 90% der Nachfrage des Weltmarktes
    - in Pakistan massakrieren US-Drohen mit deutscher Hilfe bisher über 3.000 Menschen, davon viele Zivilisten. Ohne Kriegserklärung, ohne UN-Mandat, ohne polizeiliche Strafverfolgung. Aber in dem Gebiet stehen die Heroin-Öfen.
    - in Deutschland wird versucht, nach dem man erfolglos das Abschiessen von Zivilflugzeugen mach Denunziantenanruf legalisieren wollte, nun ohne Genehmigungsfähigkeit für eine halbe Mrd € und mehr auch bewaffnete Drohnen zu kaufen, mit denen man kurzen Prozess mit dem Joystick machen kann und nicht so viel Staub aufwirbelt wie bei den Bundeswehr-Massenexekutionen in Kunduz (wo auch nur ein einziger Denunziant wart, der eine Bedrohung halluzunierte (das Heroin und die christlichen Gebetshäuser bringen echt auf Speed).
    - in Ägypten wird die demokratisch gewählte Regierung durch Militärs weggeputscht (wie 1953 der Präsident im Iran, der durch eine US-Marionette ersetzt wurde (Shah) die dann zum islamitisc4ehn Fundamentalismus führte, dass den Ölraub vereitelte. Dafür musste nun Libyen her halten: Land zerstört, halb voll US–und UK-gestützter Al Quida und Öl wie im Irak fest in US-Hand.)
    - in Syrien wird die Zerstörung des Landes mit Waffen der CIA gestützt (wie 1989 in Afghanistan).

    Der Kampf gegen den Terror ist eine Chimäre. Die Geheimdienste haben sich von den westlichen Demokratien abgekoppelt, scheißen verächtlich auf Gesetze, finden bis tief in die SPD hinein (Schily und viele andere) willige Helfer und haben sich mit Riesenbudgets verselbständigt. Gegen die Demokratie.

    Die Frage, die sich den betroffenen NATO-Völkern stellt, ist, ob sie die Geheimdienste noch auf politische Spionage zurückdrängen, oder ob sie die Entdemokratisierung mit Spionage und Waffengewalt gegen jeden weiter dulden werden.

    Bisher hat sich die freidliche Fraktion in der SPD (und in der CDU/CSU/FDP sowiso nicht) noch nicht durchgesetzt. Die SPD hat auf Parteitag mit Mehrheit für die PRISM-kompatible VDS gefordet. Schily hat vor 1998 für die SPD den großen-Lauschangriff eingeführt, nach 1998 zwei Terrorpakete geschnürt,. die sich gegen deutscghe Bürger richten und die der Bundestag sich dieses Jahr geweigert hat, zu evaluieren. Es geht nicht um Terrorbekämpfung. Es geht darum, die Gestapo/Stasi/BND/NSA/CIA/GCHQ-Tradition der Unterdrückung der eigenen Völker zu verlängern. Wenn es sein muss mit Foltern in “demokratischen Staaten”. Wenn es sein muss mit Lügen von Obama (aus Afghanistan raus zu gehen und Guantanamo zu schließen. Lügen wie bei Nixon. Lügen wie bei Bus mit den Massenvernichtungswaffen, mit denen auch Merkel uns in den Irak ziehen wollte.

    Der jüngst verstorbene Bertold Beitz hat in den 1950ern durchgesetzt, dass Krupp keine Waffen mehr baut. Angela Merkel hat durchgesetzt, dass Deutschland zu den Top-Waffenverkäufern gehört, die überall auf der Welt Mord und Totschlag und Elend für die Völker bringen. Es geht nicht um Terrorbekämpfung. Der Terror findet völlig ungestört durch Behörden statt, eher noch mit deren Hilfe, wie wir im NSU-Prozess wieder sehen.

    Hat bei uns die Demokratie noch eine Chance?

  15. @daniel_r_ 4.08.2013 at 21:51

    Gut gebrüllt! Und ich dachte schon, ich bin allein: http://danielrichel.de/blog/?p=1491

  16. Ich bin keine Verschörungstheoretikerin, überhaupt nicht. Meistens ziehe ich dieses Gedankenkonstrukt in Betracht, weil ich weiß, dass ich nichts weiß. Ich zitiere Herrn Einstein immer wieder gerne, dass die Möglichkeit besteht, dass “Was-Auch-Immer” doch nicht so ist, wie wir glauben zu meinen.

    Seit 9/11 füllt sich mein Lesezeichen-Ordner für verschwörungstheoretische Seiten unaufhörlich und ich finde es spannend jene Gedankenexperimente weiter zu spinnen und vermeintliche Indikatoren oder gar Beweise für jene Theorien zu suchen. Krimi 2.0 wenn man so will. Ich liebe es auch einer hitzigen Diskussion den Gnadenstoß zu geben und auf die Verschwörungstheorie, der Verschwörungstheorie, der Verschwör….. hinzuweisen.

    Doch diese “Snowden-Angelegenheit” bestätigt genau Das. Ich meine, inwieweit kann sich ein einzelner Gehör verschaffen, wenn wir schon beim Für- und Abwägen mit dem Finger auf uns zeigen müssen, um jene Theorie vor uns selbst glaubhaft machen zu können.

    Vor ein paar Jahren malte ich in der gymnasialen Oberstufe ein surrealistisches Ölbild, dass ich “Den Urknall des Verschwörungseffekts” nannte. Ich beschrieb die Szene als “Die Einzig Logische Strategie” einer Machtergreifung durch egal wen. Ich erklärte, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis das Thema eine Eigendynamik entwickele, sodass die lethargische Bevölkerung einer Schafsheerde gleicht. Logisch – Ein Land voller Schafe ist einfacher zu regieren, als ein Land voller Böcke. Unter diesem Aspekt macht es auch Sinn, die (längst überfällige) Schulreform vor sich her zu schieben.
    Im Rahmen des Kunstunterrichts beendete ich meinen Vortrag mit dem Hinweis, dass Wissen Macht sei und das man die Dinge auch mal hinterfragen muss.
    Mein Kunstlehrer hat mich in der Luft zerissen. Ich entgegnete ihm, das man dieses Gedankenexperiment nicht einfach unter den Tisch kehren könne, schon alleine deswegen, weil dieses Vorstellungen Ängste schüren könnte und diese Ängste uns unberechenbar machten. Ich versuchte dies noch zu bekräftigen, indem ich darauf hinwies, wenn ich das denke, dann kann es auch jemand anderes denken und immer wieder gedacht werden (Dürrenmatts – Die Physiker)
    Ungeachtet dessen, was wir ein paar Klassen zuvor gelernt hatten, wurden meine Eltern in die Schule zu einem “Harmonisierenden Gespräch” geladen.

    Aber so falsch lag ich gar nicht. Himmel. Arsch und Zwirn.

    • alina,

      wie wär’s mit diesem “gedankenexperiment”: snowden ist ein fisch, der in den teich gesetzt worden ist, um uns vom “hai da draussen” zu erzählen ;-)

      nicht ernst gemeint, ich sehe es nicht so … halt ein gedanke, den man auch mal denken sollte. auch wenn man das, was snowden getan hat, sehr schätzt – was ich tue.

      aber du hast recht: es ist ausschließlich unsere angst, die uns regierbar macht. dieser umstand ist schon sehr, sehr, sehr lange bekannt.

      und? hat sich was geändert?

      die usa gehen gerade auf “level orange” … funktioniert immer noch.

      was verschwörungen betrifft: schon mal ra wilson “cosmic trigger” gelesen?

      zu jeder verschwörung gibt es drei andere und zu jeder dieser drei wieder drei anderen usw. usf. auf jeden fall eine anregende lektüre. “illuminatus!” von wilson/shea galt schon in frühen tagen als “common sense” derer, die sich als erste im netz herumtrieben. hippieculture als hochkomplexer roman.

      “hagbard celine” zb. dr name des ersten deutschen hackers koch zb. stammt aus den büchern wilsons und wenn du “23″ gesehen hast, siehst du in einer szene wilson aus einem auto aussteigen.

      was uns wilson “lehrt” (naja, natürlich auch umberto eco im namen der rose), falls er uns überhaupt etwas lehren will, ist die kraft des lachens.

      in diesem sinne

  17. lieber nico,

    so sehr ich deinen argumenten und deiner sicht auf die dinge zustimme ..

    ich denke, das eigentliche problem ist die differenz zwischen dem, wie “wir” das sehen, weil wir uns dieser problematik und den damit verbundenen folgen vielleicht schon lange (ich seit ca 1993) bewusst sind, und dem, wie “die welt da draussen” das sieht.

    “die” brauchen einfach länger, bis der groschen fällt.

    das haus springer zb. ein ganzes jahr und ein verabschiedetes maßgechneidertes gesetz später, fällt bei denen der groschen. haben “wir” es nicht schon IMMER gesagt? hat uns jemand zugehört?

    es dauert also, erster aspekt, ein bißchen länger, manchmal muss das kind in den brunnen fallen und gerade noch so wiederbelebt werden …

    der zweite aspekt: alarmismus.

    mein g*tt, ich lese jeden tag und das seit jahren, daß die welt untergehen wird. was soll ich sagen: ich hab’ die achtziger überlebt, jedes jahr eine zahl jenseits von 200 fehlalarme und jedesmal hätten diese mittelstrecken dinger loshuschen und den kompletten planeten wegradieren können

    sind sie? eben …

    und wenn, naja, keiner hätte dem anderen unter die nase reiben können, daß er “recht” hatte und der andere sich irrt.

    dieser alarmismus hat zu einer – gesamtgesellschaftlichen – abstumpfung geführt, wir können es ja selbst nicht hören. nächster tag, nächste sau, die nächste bitte

    dritter aspekt und jetzt wird es _verheerend_: ben hat in seinen letzten posts etwas äußerst kluges bemerkt:

    das alles wird gemacht, weil es eben geht.

    klingt so was von banal ist aber, wohl überlegt, wohl das eigentliche problem: was geht wird gemacht, wenn die NSA morgen damit aufhört, dann .. tja, dann macht es eben irgendein privates a#####ch.

    weil es geht.

    wir müsen damit leben, was alles so geht und noch gehen wird in zukunft.

    ich meine das nicht resignativ, sondern stelle mich der einsicht.

    im grunde brauchen wir eine rückkehr zu dem “don’t be evil” als “gesellschaftsvertrag”. den hat zuckerberg mit facebook gebrochen und seitdem brechen die dämme. das internet ist nicht mehr, was es für mich lange zeit definitiv war, ein ort, an dem du jedem, den du triffst, erst einmal vertrauen kannst, weil du weisst: da draussen sind die hippies, die das netz erfunden haben.

    nein, da draussen sind leute, die jetzt sagen, SIE haben es erfunden, es gehört ihnen und irgendwann werden sie sagen, “tja, wir müssen leider eintritt verlangen”.

    letzter aspekt: nicht DIE sind schuld.

    nein WIR sind es. wir verwenden handys, wir haben einen facebook acoount (nein, ich habe beides nicht und weiss warum, auch wenn das alle anderen vergessen haben, ich will kein mikro und keine lokalisierungsmaschine in meiner tasche) …

    und jetzt jammern wir rum, weil durch _unsere_ schuld “denen” die arbeit leicht gemacht wurde und sie eben tun, was sie tun.

    wie jämmerlich ist das denn?

    es ist ja nicht so, als ob das alles aufhört, ben hat da definitiv recht: was geht wird gemacht, wir leben in einem besetzten land, wir haben den krieg verloren, wir sind besetzt und unser politiker sind feige arschkriecher – deal with it.

    demnächst wird eine linguistische software über’s netz flitzen und jeder, der dachte, er hätte mal was “anonym” gepostet, wird sich wundern.

    letzter aspekt: ich will verdammtnochmal, daß die das lesen, was wir sagen – die sollen wissen: der pegel steigt und kein g*ttverdammter damm wird das alte vor dem neuen bewahren.

    wer jetzt feige die klappe hält, angst bekommt, sich einschüchtern läßt, in hysterie verfällt und im allgemeinen jammertrauerzug mitmarschiert, der ist ein “kameradenschwein”.

    weil es nämlich in wirklichkeit die ANGST ist, die uns regiert, statt daß wir fröhlich und unbekümmert UNSER ding machen, träumen und darüber kichern, daß die “anderen” über unsere “spinnerten ideen” kichern.

    die haben sich – die summe der erfahrungen meines langen lebens als alter programmierender hippie – schon immer geirrt und WIR LAGEN SCHON IMMER RICHTIG!

    uns gehört dieses land, nicht denen.

    ihre versuche, “neuland” zu “zivilisieren” (sarkozy) werden scheitern, weil wir die neuen ideen haben und sie nur die angst, daß wir eines tages vor ihrer hütte stehen und sie wegpusten mit unseren “spinnerten” ideen.

    bißchen lang, aber … naja, musste ich (noch) mal sagen …

    • Geheimdienste spionieren?? Wie schockierend. Und ich dachte immer die kriegen Ihre Informationen aus Kristallkugeln und Teeblätter… Empörung und Geschrei ist groß.
      Wie stellt Ihr euch das vor? Die gängigen Kommunikationsmittel sind nun mal Telefon und Internet, wenn man diese nicht überwachen würde, wäre man den Launen xbeliebiger Terroristen ausgeliefert. Was ist mit radikal-islamistischer Propaganda im Netz? Wie die Seiten und User ausfindig machen wenn nicht durch Schlagwörtersuche? Das ist doch alles idealistisches Gequatsche. Seid doch mal realistisch. Terrorismus, genau wie Kinderpornoringe, Menschenhandel, Drogen und Waffenschieberei sind globale Netzwerke und können nur durch globale Netzwerke bekämpft werden. Was ist wichtiger, Schutz der persönlichen Privatsphäre oder Vereitelung von Anschlägen?? Die Geheimdienste der Welt sitzen doch nicht da und lauschen banalen Gesprächen von Normalbürgern oder Kleinkriminellen! Was ist mit der zunehmenden Salafisten “Community“ hier in Bonn und NRW? Soll man die nicht Überwachen? Aber um Radikale überhaupt zu identifizieren, muss man erst mal alle abhören. Ist halt so.
      Deutschland hatte bisher Glück das hier noch kein Anschlag durchgezogen wurde, sonst wäre das Verständnis für die Maßnahmen sicherlich größer. Anders sieht es in zb in London, Madrid, New York, Nairobi etc aus…..

      • Hannah, Du träumst. Geheimdienste verhindern keine Terroranschläge. 9/11, Oslo, London, Madrid, Oklahoma City, NSU: nichts davon ist durch Spionage der Geheimdienste. Deine idealistischen Träumereien über Geheimdienste sind weit weg von der Realität.
        Geheimdienste sollen politische Gegner-Staaten auspionieren. Ob jemand Truppen gegen einen zusammenzieht, ob jemand Massenvernichtungswaffen disloziert (wie z.B. die USA ihre Atombomben überall auf der Welt, z.b. In Deutschland). Ob eine Regierung instabil ist.
        Man hat versucht, den Auftrag der Geheimdienste auszuweiten auf Terrorabwehr: aber sie haben versagt. Statt Terror abzuwehren (siehe oben) haben sie Bürger, Wirtschaft und Staten ausspioniert ohne Nutzen. Ohne gesetzliche Grundlage. jetzt sind sie mit ihrem Versagen aufgefallen und werden korrigiert. Gnadenlos. Gemessen an ihrer Leistung nicht an Deinen idealistischen Träumen aus der Geheimdienstpropaganda. Erich Mielke hat auch immer das Blaue vom Himmel versprochen. Aber die Opfer von 9/11 und Boston haben gesehen, dass ein großschnäuziges Abzocken der Bürger keine Leistung gegenüber steht.
        200.000 $ Lohn hat Snowden auf Hawai für seine Spionage bei der NSA järhlich bekommen. Und? Kein Einziges Opfer der NSU wurde dadurch gerettet. Im Gegenteil: Leute, von denen du träumst, sie würden Terror abwehren, ahben die NSU zur Gewalt gegen Bürger angestachelt.
        Der Kasier ist nackt. Deine wirren Träume sind Hollywood-Spinnereien.

      • hannah,

        tut mir leid, dich hier so lange “im stich” gelassen zu haben, aber ich habe halte einen langen tag und kann immer erst nachher kommentieren: ich verstehe, was du sagen willst und teile die recht aggressiv vorgetragenen, mir ein bißchen zu rechthaberischen anwürfe von wolfgang nicht im ton und nicht in der sache:

        hier hat keiner “recht”. jeder hat eine meinung und etwas aus seiner sicht beizutragen. ich glaube, du – ich wahrscheinlich sowieso – wärst bei ben besser aufgehoben. virles von dem, was du sagst, wurde dort in den letzten tagen ähnlich gesagt, ohne daß der eine dem anderen “wirre Träume” vorwirft ;-)

        daß kann man eh nur tun, wenn man kein vertrauen in solche wirren träume hat. natürlich ist das deren job und natürlich machen die den “für uns” – auch wenn wolfgang natürlich mit seiner analogie zu mielke und seinem “aber, ich liebe euch doch alle” auf eine art recht hat, die er selbst in der dimension nicht ganz verstanden hat:

        sie meinen es vielleicht gut, sie denken, sie sind die “guten”, aber, naja, es ist jetzt einfach zu viel des guten. sie haben es übertrieben und es muss ihnen jetzt einfach mal klargemacht werden, daß _wir_, die bürger, nicht das ziel ihres mißtrauens sein dürfen. wir sind, naja, so isses, ihr arbeitgeber …

        und wir haben jetzt halt einfach die schnauze davon voll, daß sie machen, was eben geht.

        soviel dazu. wie gesagt: hier ist ein kampfplatz, jeder will dem anderen klarmachen, daß er selbst recht hat und der andere so was von unrecht und sich mal was für seine naivität schämen sollte.

        ich finde nicht, daß du naiv bist. du siehst halt deinen teil, du bist nicht hysterisch … nur ist das _hier_ nicht die richtige haltung :-)

        ich hoffe, du liest das noch und hast dich nicht mit grausen abgewandt.

        @wolfgang

        ach ja, das ist ja wohl alles jedem irgendwo klar. und, natürlich hast du gewonnen, mach dir noch eine kerbe ins bett.

        in sachen gesprächsführung solltest du allerdings noch ein bißchen feilen. ich weiss, so macht man das heute auf dem virtuellen schulhof, schon okay, nicht weiter schlimm.

        als ich meine erste email schrieb, so um die 1993 rum, da dachte ich, “oh g*tt, jetzt guckt mir einer über die schulter”. das war damals paranoid, heute geht es halt und sie machen es halt. jetzt überrascht zu tun und gleichzeitig einen facebookaccount oder ein handy mit sich rum zu tragen ist für micha allerdings nicht nicht ganz zu klärender wiederspruch.

        hast du ihn für dich geklärt, oder wolltest du nur einfach mal auf der seite der “guten” sein? kein guter ort, da treiben sich nämlich irgendwie alle rum.

  18. Ich nochmal….
    Neu im Blog: Protest => http://michael-mayer.org/archive/6332
    Als Einzelner kann man nur so Miniaktionen machen, ich fände mich selbst aber unerträglich, wenn ich gar nichts machen würde. Ihr dürft es ruhig belächeln :-)

  19. Und das falsch gewichtete Mindset erreicht schon die Jüngsten. Überwachungskameras sind längst Thema in Kindebüchern. Auf eine seltsame, verharmlosende Weise. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10200910019405505&set=a.10200505488652489.1073741829.1015887081&type=1&relevant_count=1&og_perm_src=OPEN_GRAPH_SINGLE_STORY

  20. Norbert Staudt 5.08.2013 at 10:09

    Im Großen und Ganzen möchte ich Dir zustimmen. Was mich allerdings derzeit noch viel mehr aufregt, das ist die Tatsache, dass derzeit das Subsidiaritätsprinzip dermaßen mit Füßen getreten wird, dass es nicht mehr auszuhalten ist! Der Staat und seine Institutionen müssen da eingreifen, wo es dem Einzelnen nicht mehr möglich wird, für sich selbst zu sorgen. Das gilt natürlich auch für die innere und äußere Sicherheit. Hier erwarte ich vom Staat, dass er das Nötige tut, um meine Familie und mich zu schützen. Was das Nötige ist, das ist freilich nicht immer leicht zu erkennen und auszuloten. Aber da sind auch wir – die Bürger – in einer besonderen Form gefragt: Wenn wir ständig nach dem Staat rufen, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass der Staat genau das tut: Alles an sich ziehen! Das beobachte ich derzeit auch in anderen Bereichen: Ob das die Familienpolitik ist (Staat: Bitte übernimm die Erziehung meiner Kinder so bald und umfassend wie möglich! Siehe Kinderkrippe und Ganztagsschule!) oder ob das andere Bereiche sind.
    Ist das nicht paradox? Z.B. im familiären Bereich übergeben wir unsere Kinder mehr und mehr dem Staat zur Erziehung und im Sicherheitsbereich gibt es immer mehr private Sicherheitsdienste? Sollte es nicht umgekehrt sein? Für private Belange sollte der private Bereich zuständig sein. Subsidiarität meint: Demjenigen unter die Arme greifen, der/die es braucht und dort tätig zu werden, wo der Einzelne überfordert ist. Aber da muss man wohl im Einzelfall näher hinsehen. Und das überfordert wohl viele!

  21. Interessant, nicht ganz falsch aber etwas politisch einseitig oder ?

    Woher wissen, dass das ganze nach dem 9/11 los ging? Aus der Bild?

    Warum regen Sie sich jetzt so kurz vor der Bundestagswahl auf?
    Haben Sie sich nicht eher und besser informiert?

    Ein kleines Beispiel:

    Ein Artikel vom 15.10.2007

    „Internet-Überwachung: Schnüffelei ohne Rechtsgrundlage?“

    http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/internet-ueberwachung-schnueffelei-ohne-rechtsgrundlage-a-511483.html

    Die Linken sind gegen alles wenn es gerade passt, kann mich aber nicht daran erinnern, dass es jemals ein Thema in einem Landtag war, bei dem die Linken mit in der Regierung saßen. Die eigentliche Heldin ist wirklich Sabine Leutheuser-Schnarrenberger und vom echten Parteiprogram die FDP auch wenn ich Ihnen recht gebe und die derzeitige Parteiführung das gar nicht mehr weiß.

  22. natürlich, alles ist ganz schlimm und die Regierung gehört abgewählt. Die Apathie der Leute ist vermutlich darin begründet, dass sie sich nicht vorstellen kann, mit welcher theoretisch wählbaren Regierung die Zustände besser würden. Als ob die NSA mit dem Lauschen aufhören würde, wenn PDS und AfD die Regierung stellen würden. Dazu kommt, so ist mein Einschätzung, dass es einen fundamentalen Unterschied in der Bewertung von Szenarien gibt, die davon abhängt, ob man ein “Netizen” ist oder nicht. Und dann noch ein Wort zu deiner Tochter: (Selbst unsere knapp 10-jährige Tochter war da schon weiter, als sie feststellte: “Die Terroristen verabreden sich doch nicht per Email!”)

    Na, ja, vermutlich nicht alle, aber doch einige. Wenn es stimmt, was ich gelesen habe, dann haben die Mitglieder der so genannten “Sauerland-Gruppe” miteinander kommuniziert, indem sie gemeinsam Zugriff auf ein Webmail-Konto hatten. In diesem Konto haben sie Nachrichten geschrieben, diese Nachrichten jedoch nicht abgeschickt, sondern als Entwürfe gespeichert. Die anderen haben dann einfach die Entwürfe angesehen. Das ist der NSA aufgefallen und sie hat den deutschen Behörden einen Wink gegeben.

    Es ist natürlich durchaus möglich, dass wir in der Sache nach Strich und Faden belogen werden, dass die Jungs von der “Sauerland-Gruppe” alles ganz harmlose Typen waren und dass “die Dienste” den ganzen Zinnober nur abfahren, um das Volk in Angst zu halten. Um das zu glauben, benötige ich jedoch harte Fakten, keine Verschwörungstheorien.

    Und noch ein Denkanstoß in meiner Rolle als Advocatus Diaboli (schließlich sind wir uns alle ja einig, dass es furchtbar ist): Natürlich kann Al Quaida die härteste elektronische Aufklärung unterlaufen, indem sich das Führungspersonal in afghanischen Bergregionen versteckt, Botschaften auf Audio-Cassetten spricht und sie per Esel-Boten verbreitet. Aber damit sind die Kommunikationsmöglichkeiten ja schon sehr eingeschränkt. Ein Privatflugzeug bekommt man vermutlich nicht gemietet, ohne irgendeinen digitalen Fußabdruck zu erzeugen.

  23. Muss ich leider auch sagen. Der Halbsatz war unnötiges Bashing. Letzlich kann eine Partei, der niemals eine Chance gegeben wird, sich auch nicht beweisen. Gerade im Hinblick auf die diversen „kleinen Anfragen“ aus der Linken, die deutlich Transparenz in politische Themen der letzten Jahre gebracht haben, muss ich sagen, dass die Linke immer wieder positiv für mich auffällt. Wir können auf dem gleichen Zettel ja mal aufmachen, was die Piraten inden letzten Jahren so realpolitisch geleistet haben.

  24. Von Hausbau hast Du offenkundig nicht viel Ahnung, hinterwald. Ein Haus ist halt mehr als eine Hülle aus Spritzbeton. Bis sich ein Druckverfahren so ggü. herkömmlicher Produktion (insbesondere Fertigbauweise) rentieren wird, dürften noch zig Jahrzehnte vergehen, wenn es denn überhaupt mal so weit kommt. Nicht zu vergessen würde in einer Gesellschaft, in der mehr automatisiert wird, die menschliche Arbeitskraft ja billiger, und damit auch die menschliche Fertigung wiederum konkurrenzfähig. Für alles was nicht handtellergroßes Plastikgelumpe ist, sehe ich vom 3D-Druck mittelfristig keine allzu große Gefahr ausgehen. Den Rest regelt dann das Patentrecht. (die brühmte patentierte „runde Ecke“).

    • nikosch

      du hast recht, vom hausbau verstehe ich tatsächlich nicht sooo viel, ich schreibe halt computerprogramme seit ca 1985 … da muss man sich etwas vorstellen können, um am ende “kathedralen” zu bauen. meine arbeiten laufen zum teil seit 20 jahren, tagein, tagaus, niemand muss mehr als die wirklich notwendigen tasten an der kasse drücken …

      ich scheine also nach vorne denken zu können.

      ich denke also mal, die widersprüche und die kurzsichtigkeit dessen, was du mit “plastikgelumpe” zum beispiel meinst, wirst du auch noch rechtzeitig erkennen, wenn du dich mal von der betrachtung des IST löst und mal ein bißchen nachdenkst oder dir was “vorstellst”.

      du klingst wie die leute, die sich vor dreissig jahren halb freggd gelacht haben, als ich ihnen erzählte, daß ich mit meinem ti 99/4A (64kb speicher, kasettenrecorder) ein adressverwaltungsprogramm schreibe und mir dann fröhlich ihre kalender zeigten, die ja – kicher, kicher, kicher – sogar “ganz ohne strom” laufen.

      heute haben die alle ein handy (ich nicht) und da läuft, wer hätte es gedacht, eine adressverwaltung.

      so ist das halt, es gibt menschen, die sind in der lage, dinge sich etwas aus zu denken, und andere, die es später als ihre erfindung ausgeben, daß andere etwas gedacht haben und … es sowieso schon immer gewusst haben …

      • und, kleiner nachtritt, lieber nikosch, mein ca 20jähriger lieblingsschwiegersohn, der in dem bereich arbeitet, hauselektronik, er wird ingenieur, der konnte sich jedenfalls vorstellen, daß am ende die gesamte elektronik gleich mit ins haus “gedruckt” wird. alles eine frage systematischen denkens und der vorstellungskraft.

        die hat ja nicht jeder und dafür, sie zu haben, werde ich bezahlt …

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