Dear Mr. Watterson – der Calvin & Hobbes Dokumentarfilm

Dear Mr. WattersonEs gibt für mich eigentlich nur einen Comic Strip, den ich immer wieder lese und den ich einfach toll finde: Calvin & Hobbes. Es gibt keinen großartigeren Comic Strip und in meinen Auslandsjahren in den USA war das Lesen von Calvin & Hobbes das Highlight der morgendlichen Zeitungslektüre. Calvin & Hobbes wurde nach 10 Jahren eingestellt und es gibt kein Merchandising – ein Umstand, der dafür gesorgt hat, dass man Calvin & Hobbes nicht überdrüssig werden konnte. Ich habe ein T-Shirt, auf dem Calvin in einem T-Shirt in den Farben meiner Uni Berkeley, also blau-gelb gestreift, abgebildet ist. Das T-Shirt war 100% nicht authorisiert, aber da es kein Merchandising gibt, war ich um so begeisterter, es zu finden. Das T-Shirt habe ich immer noch im Schrank, der Kragen ist völlig hinüber und es ist auch ein Stück geschrumpft über die Jahre, so dass es mir nicht mehr passt, aber ich weigere mich beharrlich, es wegzuwerfen. Ich weiss auch noch ziemlich genau, wie es war, als Calvin & Hobbes eingestellt wurde, als man wusste, dass in den nächsten Wochen die letzten Zeichnungen kommen werden und dass es dann vorbei sein wird. Das hat mich schon traurig gemacht, obwohl die letzte Ausgabe natürlich einen würdigen Schlusspunkt gesetzt hat. Ich habe natürlich auch die große Gesamtausgabe von Calvin & Hobbes, lese Calvin & Hobbes aber natürlich im Web als RSS-Feed jeden Morgen.

Auf die Doku zu Calvin & Hobbes freue ich mich ziemlich: Dr. Mr. Watterson.

10 Fragen, 10 Antworten, 10 Blogs – endlich darf ich auch mal was sagen

Anna Luz de Léon hat mir ein neumodisches Stöckchen rübergeworfen und mir 10 Fragen zukommen lassen, die ich natürlich gerne beantworte.

1. Endlich Wochenende! Selber kochen oder kochen lassen?

Wir starten das Wochenende in der Regel mit einem Gang über den Wochenmarkt am Samstag und dann wird am Wochenende natürlich selber gekocht.

2. Ein innerdeutscher Städtetrip deiner Wahl mit deinem Lieblingsmenschen, kinderfrei: wohin soll’s gehen?

München. Da waren wir länger nicht mehr und auf meiner Liste, der Dinge, die ich essen, trinken oder sehen möchte, sammelt sich einiges aus München an.

3. Du hast einen Wunsch frei bei Frau Merkel: was soll sie deiner Meinung nach unbedingt tun?

Einfach nur gehen und ihre Gurkentruppe von der CDU gleich mitnehmen. Ich bin angewidert von der Entpolitisierung der Gesellschaft, die sie betreibt.

4. Dein all-time-favorite-Lieblingsbuch?

On the Road. Das ist definitiv das einzige Buch, dass ich alle paar Jahre wieder lese und neu entdecke. Die Rastlosigkeit, das Ausprobieren von Grenzen, das Tempo der Erzählung, das gefällt mir sehr gut. Außerdem gibt es da einen Passus, dass er die schönsten Mädchen der Welt gesehen hätte, und das war an meiner Schule in Des Moines, das sorgt natürlich für eine Verbundenheit zum Buch.

5. Und das liebste Kinderbuch?

Die kleine Raupe Nimmersatt. Immer und immer wieder. Bei drei Kindern, vorwärts und rückwärts.

6. Was bedeutet für dich Zuhause-Sein?

Zuhause-Sein ist meistens schön und ganz schön anstrengend, bis die Kinder im Bett sind. Dann ist es sehr entspannend.

7. Schwarz-rot oder Schwarz-grün? Oder welche Farben soll die neue Regierung nach der Koalitionsbildung für dich haben?

Ich bin für rot-grün. Und wenn das nicht klappt, dann muss man sich überlegen, ob nicht eine linke Mehrheit mit rot-rot-grün auch eine Möglichkeit darstellen könnte, das Land voranzubringen.

8. Der perfekte Familienurlaub für dich: im Hotel, in der Ferienwohnung/Ferienhaus oder auf dem Campingplatz? All inclusive oder selber machen?

Ferienhaus mit Halbpension, das ist eine gute Mischung aus selber machen und alles dabei.

9. Vegetarisch, vegan oder Omnivore?

Omnivore. Ich versuche eine halbwegs ausgewogene Ernährung hinzubekommen, obwohl ich total auf Junkfood stehe. Wir kochen viel selber, gehen auf den Wochenmarkt, gehen auf den Bio-Wochenmarkt, essen mindestens einmal Fisch in der Woche und mindestens einmal verzichten wir auf Fleisch.

10. Deine erste Kindheitserinnerung?

Es ist bestimmt nicht meine erste Kindheitserinnerung, aber sicherlich die einprägsamste. Ich kann mich noch sehr deutlich daran erinnern, wie es war, als meine Eltern mit meinem kleinen Bruder zusammen aus dem Krankenhaus kamen, er lag auf einem Kopfkissen im Arm meiner Mutter und war ganz klein und zart. Das hat sich mittlerweile ein klein wenig verändert, aber er ist immer noch mein absoluter Lieblingsbruder.

Meine 10 Fragen sind:
1. Dein erstes Mal im Internet sah wie aus?
2. Was war Dein Aha-Moment im Internet?
3. Von welchem Gesetzesverstoß im Internet konntest Du am längsten nicht lassen?
4. Was ist der Vorteil von Politikern, die Social Media nutzen?
5. Gehst Du lieber zu Barcamps oder zu exklusiven Veranstaltungen mit Profis?
6. Welche Person sollte dringend mit dem Bloggen anfangen und warum?
7. Was sind für Dich die Grenzen der Transparenz?
8. Liest Du berufliche Emails im Urlaub?
9. Hast Du schon einmal Tweets vorgeschrieben?
10. Welches ist Dein absolutes Megasuperlieblingsblog ausser lumma.de?

Und Antworten hätte ich gerne von meiner nicht quotierten Liste von merkwürdigen Blogs:
1. Felix Schwenzel
2. Steffen Voß
3. Nico Brünjes
4. Claus Junghanns
5. Mathias Richel
6. Patrick Meier
7. Christine Dingler
8. Johannes Lenz
9. Sachar Kriwoj
10. Don Dahlmann

Die Sache mit dem Hund

JulieWir haben jetzt einen Hund. Die zweite Katze war gestorben und nach einer Schamfrist von 5 Minuten fragte ein Kind, wann wir denn eine neue Katze haben würden. Nach 13 Jahren mit Katzen legte ich spontan so etwas wie ein Veto ein und wies auf die Vorzüge eines Hundes hin.

Zu meinem Erstaunen wurde mir tatsächlich erlaubt, meinen Willen durchzusetzten. Wir haben jetzt einen Hund. Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf und gehe mit dem Hund zum Grünstreifen vorm Haus. Dabei geniesse ich die morgendliche Ruhe und schaue dem Hund dabei zu, wie sie nix macht. Dann gehen wir wieder hoch, der Hund bekommt Frühstück und ich Kaffee, und dann gehen wir wieder runter, der Hund macht doch etwas und ich fummele fünf Minuten lang im schummrigen Morgenlicht am Schietbüdel rum, bis ich den endlich aufbekomme und eine riechende Hinterlassenschaft aufsammeln darf. Danach gehen wir wieder in die Wohnung, der Hund dreht eine Runde, freut sich und pinkelt irgendwo hin. Das Verhältnis von Runtergehen und nichts machen zu einfach so in die Wohnung pinkeln ist gerade eher ausgeglichen, was ich mal als altersadäquat einstufen würde. Insgeheim bilde ich mir ein, dass durch das viele punktuelle Wischen unsere Dielen insgesamt viel sauberer als sonst sein werden.

Überhaupt, das Gassi gehen. Wir haben drei Kinder, ich bin also einiges gewohnt, was die Anteilnahme der Bevölkerung angeht, aber mit einem 10 Wochen alten Hund vorm Haus zu stehen, das ist noch eine ziemliche Steigerung. Ich habe mich mittlerweile schon fast daran gewöhnt, dass das gehauchte “oh, ist der süüüß” nicht mir gilt, aber es kann kaum eine Frau an mir und dem Hund vorbei gehen, ohne ein Gespräch anzufangen. Mir ist dieses Verhalten durchaus bekannt. Wir hatten früher mal einen Australian Shepherd, den hatte ich oft in Göttingen bei mir im Wohnheim, als ich noch studierte, und der Hund war voll der Chick Magnet, meine Frau kann das bestätigen… Allerdings bleibt es nicht beim Hauchen von “oh, ist der süüüß”, der Hund muss auch sofort gelockt, gestreichelt und am liebsten noch auf den Arm genommen werden. Das ist quasi das Pendant zum ungefragt in den Kinderwagen reinkriechen und “butschibutschibutschi” machen. Warum verlieren Menschen jegliche Distanz, wenn sie Babys oder Welpen sehen? Schlimmer sind allerdings die anderen Hundebesitzer, die mir dann immer noch gleich Fachgespräche aufnötigen wollen, von den Vorzügen der einen Hunderasse im Vergleich zu einer anderen, über die Gassigehfrequenz bishin zu Erziehungstipps. Ich bin da immer eher nicht so in Plauderlaune, weil mich die Töle des Gegenüber eher null interessiert, nur weiss ich immer nicht, wie ich das ausdrücken soll. Auf “der ist aber süß!” mit “Ihr Köter ist aber hässlich, passt zu Ihnen!” würde sicherlich kein längeres Smalltalkgeplänkel nach sich ziehen, wirkt aber vielleicht doch einen Tick zu direkt für die meisten Mitbürger.

Wir haben jetzt einen Hund. Ich habe Schlafentzug wie in der Grundausbildung und bei neugeborenen Babys. Dafür habe ich jetzt allerdings auch einen Grund, in Trainingshose vorm Haus rumzustehen, das hat man auch nicht alle Tage. Einen Hund zu erziehen, bietet noch einmal die Gelegenheit, viel falsch zu machen, und es ist anstrengend, total konsequent zu bleiben, das hat schon bei den Kindern nicht oft genug funktioniert. Eine Passantin erläuterte mir kürzlich, wie wichtig die Erziehung eines Hundes ist, und das sie über viele Jahre viele Hunde hatte, und das das anstrengend sei. Sie liess mich nach ihrem emotionalen Impulsvortrag in der Abenddämmerung mit den Worten “Ihnen alles erdenklich Gute” mit dem Hund am Baum stehen und ich dachte kurz daran, ihr mit “Morituri te salutant!” zu antworten, wie wir alten Lateiner so schön sagen, aber dann machte der Hund endlich hin und ich sprach stattdessen viel überschwengliches Lob aus.

Wir haben jetzt einen Hund. Und wenn Leute mir erzählen, dass das anstrengend sei, dann verweise ich darauf, dass wir bereits drei Kinder haben und dann werde ich angeguckt, als ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe. Das mag sein, aber man bekommt so viel zurück, auch wenn man einiges an Zeit, Geld und Schlaf opfert. Ein Hund ist wahrscheinlich für mich auch das ideale Entschleunigungsprogramm und ich freue mich wahnsinnig auf Spaziergänge am Elbstrand und Ballspiele im Stadtpark. Unser Hund heisst Julie, ist ein Mini-Aussie und ja, sie ist sehr süß.