Die Sache mit dem öffentlichen WLAN

Nico —  10.04.2014

WLAN ist toll. Eine großartige Erfindung, die ich seit vielen Jahren nicht mehr missen möchte. Und ich weiss noch, wie es war, als man nie ohne LAN-Kabel aus dem Haus ging und zur Sicherheit noch einen kleinen Hub oder eine Switch dabei hatte. Ich weiss, Opa erzählt von der Zeit nach dem Krieg und so. Aber es kommt ja noch besser, mittlerweile gibt es öffentliche WLAN an vielen Ecken. Noch vor 10 Jahren war das total unüblich und als ich damals in Wien war zur BlogTalk, die erste Blogkonferenz damals 2003, da durfte ich ganz verzückt feststellen, dass im Museumsviertel öffentliches WLAN verfügbar war. In der Zeit gab es in Hamburg in einigen Cafés zwar bereits WLAN, aber insgesamt war es wenig verbreitet.

Mittlerweile wird mit WLAN geworben, es ist ein USP geworden für viele Cafés, Hotels und andere Plätze. Egal ob Starbucks oder Bahn, es wird mir ein WLAN zur Nutzung angeboten. Ich zahle fröhlich ein paar Euro mehr für meinen T-Mobile Vertrag, damit ich bundesweit die WLAN-Hotspots der Telekom nutzen kann.

So weit so gut. Aber was mich wirklich nervt, ist die extrem wechselhafte Qualität des WLAN-Angebots. Andersherum ausgedrückt: man kann sich nicht darauf verlassen, dass das WLAN nutzbar ist. Am ICE prangt ein dickes WLAN-Logo, aber das WLAN funktioniert nicht, niemand kann helfen. Im Starbucks sitzen so viele Leute mit Laptops, Smartphones und Tablets, dass man das WLAN zwar nutzen kann, aber alles so langsam ist, dass man kaum arbeiten kann. Anderswo kann man sich zwar einloggen, aber ansonsten funktioniert nichts. Ich denke, das geht nicht nur mir so, oder?

Ich verstehe das nicht. Warum schafft man ein Angebot und kümmert sich dann nicht darum? Für mich ist die WLAN-Nutzung zu einem reinen Glücksspiel geworden. Ich merke das immer daran wie schnell mein Datenpaket aufgebraucht ist, denn wenn das WLAN nicht funktioniert, arbeite ich eben über den Personal Hotspot meines iPhones. Ich arbeite viel von unterwegs und nutze die WLAN-Hotspots nicht nur aus Jux und Dollerei, sondern weil ich Dinge erledigen will oder muss. Zwar sind viele WLAN-Angebote mittlerweile kostenlos und liegen nicht mehr bei 24€ pro Tag wie noch vor einigen Jahren, aber es wäre doch sehr schön, wenn etwas mehr Wert auf die Qualitätssicherung gelegt werden könnte. Ich verstehe ja auch, dass im ICE die Nutzung des WLAN unter erschwerten Bedingungen passiert als im Café, aber für beide gilt: wenn man es anbietet, dann sollte es auch immer nutzbar sein und nicht nur manchmal. Sonst wird das nämlich alles nix mit dieser Breitband-Offensive in Deutschland, wenn wir noch nicht mal stabiles WLAN hinbekommen!

12 responses to Die Sache mit dem öffentlichen WLAN

  1. Nutze auch mein iphone als Hotspot. Ich bin schon froh, wenn ich über Felder und Wiesen reise, dass ich ein G – Netz habe. Das Datenvolumen ist dann auch schnell aufgebraucht und mit der Drosselung gehts dann kaum noch weiter. Wlan ist eine gute Sache wird von uns überwiegend zuhause genutzt.
    schöne Grüße aus dem Emsland

  2. Es geht doch nur darum, die Leute mit dem WLAN anzulocken. Wenn sie schon bestellt haben und feststellen, dass es nicht funktioniert, ist das nicht allzu schlimm, da der Kunde schon Geld ausgegeben hat ^^

  3. Ich hab einen Datentarif mit 3 GB, und für 9 Euro kann ich die 3 GB beliebig oft nachbuchen. Wüsste nicht, wofür ich unterwegs heute noch WLAN bräuchte.

  4. In Hamburg oder Lübeck hat man fast immer LTE, wozu WLAN? (ausser man hat einen kleinen Volumentarif).

  5. Bist Du bei Freifunk?

  6. Hallo, ich kann Dir nur zustimmen. Bin beruflich auch ziemlich viel unterwegs und regelmäßig genervt vom Thema „Kostenloses W-LAN“ and Flughäfen, Bahnhöfen, in Cafe’s etc. Kostenlos bedeute leider oftmals wirklich miese Geschwindigkeit und Telekom Hotspot Flat ist leider auch mehr Werbegag als Leistungsbombe. So kommt es eben auch bei mir, das ich nen Stick mit 7,5 GB Datenflat habe – als Aalternative! Schlimm genug, das man als „mobile Worker“ beim Thema mobiles Internet gleich immer mehrere Optionen nutzen muss >> W-LAN öffentlich oder mit HotSpot FLat, Datentarif via LTE. Ich kann deinen Ärger verstehen…..Gruß Markus

    PS: @Fritz & Hennes: Die Freifunk Initiative (Free Public W-LAN) ist ein interessantes Projekt – gerade auch in Lübeck (mein Wohnort). Leider finden sich in Lübeck nicht allzuviele Menschen, die bereit sind, einen freifunk Knoten bereitzustellen :-( Uuuhh -böses Gespenst namens Innovation und Allgemeinwohl!

  7. an „meine“ Kommentarleser: Sorry für die vielen Rechtschreibfehler! Passiert, wenn man in einer schaukeligen Bimmel-Bahn sitzt! :-) @Fritz: Hierzu gab es vor kurzem ein interessantes Urteil >> http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2014&Sort=3&nr=66407&pos=0&anz=5 Hiermit wurde die Störerhaftung eingeschränkt!
    Ist aber generell ne gute Frage, die man Freifunk mal stellen sollte! Gruß Markus

Trackbacks and Pingbacks:

  1. Lesetipp: @Nico, “Öffenliches WLAN als Glücksspiel” – Zum Best Effort-Prinzip bei WLANs | Offene Netze und Recht - 14.04.2014

    […] von lumma.de schreibt in einem aktuellen Blogeintrag unter dem Titel “Die Sache mit dem öffentlichen WLAN” von seinen Erfahrungen mit öffentlichen WLANs. Der Artikel ist insbesondere interessant, weil er […]