56 Jahre ist kein Alter. Ich kann keine Nachrufe schreiben. Ich hatte letzte Nacht Tränen in den Augen, als ich auf Twitter vom Tod Steve Jobs erfahren hatte. Seit ich in den 80ern bei meinem einen Onkel am AppleII rumspielen durfte und einige Jahre später am MacIntosh meines anderen Onkels rummalen konnte, war ich fasziniert. In meinem Austauschjahr an einer Highschool in den USA wurden die Texte für die Schülerzeitung am AppleIIe geschrieben und am MacIntosh gesetzt. Mein zweiter Rechner, nach dem C64, war ein Apple Performa 600, den ich mir zum Studium für Unsummen gekauft hatte, später hatte ich auch mal ein Apple Powerbook 165 und saß damit stolz in der Uni-Bibliothek. Nicht immer haben die Produkte das einlösen können, was sie eigentlich versprachen, aber es gab immer die gewisse Magie, die mich faszinierte. In den 90ern war es verdammt anders, einen Mac zu nutzen. Auch das fand ich klasse. Das Allertollste war allerdings später das OS X, weil hier das Beste von zwei Welten miteinander verknüpft wurde: ein tolles User Interface und ein UNIX-Betriebssystem. Ich kann eine Shell und bunte Bilder haben, das finde ich super. Apple hat der Musikindustrie gezeigt, daß man auch im Internet mit Musik Geld verdienen kann, was die nie wahrhaben wollten. Natürlich nutze ich auch ein iPhone und bin wahnsinnig dankbar, daß Steve Jobs und Apple eine weitreichende Disruption im Mobilfunk-Sektor ausgelöst haben. Ich könnte stundenlang weiter schreiben.

Bei allem, was Steve Jobs und Apple gemacht haben, stand die Perspektive des Nutzers im Vordergrund. Wenn man Produkentwicklung macht, sollte man diese Herangehensweise verinnerlichen. Noch dazu ging es nie um Featuritis, sondern um Einfachheit und Eleganz, und damit oftmals um radikal andere Produkte, die nicht viel können, aber dies besonders gut. Apple ist mittlerweile weit mehr als ein PC-Hersteller und hat ein umfangreiches Ökosystem geschaffen.

Steve Jobs war ein Visionär, der seine Ideen umsetzen konnte und er war auch ein brillianter Verkäufer seiner Ideen. Diese Kombination ist sehr selten. Er wird der Zukunft fehlen.

Im November soll die Biographie Steve Jobs: A Biography herauskommen.

herrlich.

Meine monatlichen Kosten für die Nutzung von Amazon S3 belaufen sich auf einige Cent. Aber neben meinen paar Megabyte scheint es auch noch einige weitere Kunden zu geben, die das Angebot von Amazon nutzen.

Our customers continue to make very heavy use of Amazon S3. We now process up to 370,000 S3 requests per second.

Many of these are PUT requests, representing new data that is flowing in to S3. As of the end of the third quarter of 2011, there are 566 billion (566,000,000,000) objects in S3.

Das sind beeindruckende Zahlen, vor allem wenn man sich mal überlegt, was für ein limitierender Faktor Storage einmal war, also bevor die Cloud als Option aufkam. In noch nicht einmal einem Jahr hat sich die Anzahl der Objekte bei Amazon S3 mal eben verdoppelt, das zeigt, wie stark die Nachfrage nach Cloud-basierter Storage wächst.

[ via Amazon Web Services Blog: Amazon S3 - 566 Billion Objects, 370,000 Requests/Second, and Hiring! ]

LEGO Cuusoo ist ein Projekt von LEGO, das bereits seit 2008 besteht und eigentlich für den japanischen Markt gedacht war. Die Grundidee ist sehr einfach: Nutzer stellen ihre eigenen LEGO Kreationen einem großen Publikum vor und wenn 10.000 Votes abgegeben wurden, dann prüft LEGO, ob daraus ein LEGO Produkt werden kann. Wenn dies der Fall ist, profitiert der Nutzer mit 1% Umsatzbeteiligung, aber vor allem mit einem gestiegenen sozialen Status. Wer gerne eigene Ideen mit LEGO umsetzt, der träumt sicherlich auch davon, daß irgendwann die eigene Idee als Produkt von LEGO in einer Box erhältlich ist. Leider ist das Finden von Ideen auf der Plattform etwas umständlich gelöst, aber dennoch ist LEGO Cuusoo ein recht pfiffiges Konzept. Sobald Nutzer eine Produktidee unterstützen, werden sie gleich gefragt, was das Produkt kosten sollte und wieviele Stückzahlen man davon erwerben würde. LEGO bekommt so über Crowdsourcing nicht nur neue Produktideen zugespielt, die von mindestens 10.000 Nutzern für gut befunden werden, sondern es gibt auch noch etwas Marktforschung dazu.

LEGO De Lorean

LEGO Cuusoo ist eigentlich so etwas wie die naheliegendste aller Crowdsourcing-Plattformen, weil die Tools schon so lange vorhanden sind, und zwar in vielen Kinderzimmern auf der Welt. Noch dazu gibt es eine sehr aktive LEGO Community und für viele wäre das “eigene” LEGO Set sicherlich so eine Art Ritterschlag aus Billund.

iPhone 4SDas iPhone 5 wurde heute nicht den wartenden Massen an den Livetickern rund um den Globus präsentiert, stattdessen gab es neben iOS 5, Siri, dem iPod nano das iPhone 4S zu sehen. Das iPhone 4S soll ab dem 14. Oktober erhältlich sein.

Mit dem iPhone 4S erreicht Apple etwas sehr wichtiges: es verbreitert die Nutzerbasis massiv. Das iPhone 3 GS wird nun zum günstigsten Einsteiger-iPhone, das jedenfalls in den USA kostenlos beim Abschluß einen Mobilfunkvertrags erhältlich sein wird. Das iPhone 4 ist das iPhone für die normale Nutzung und das iPhone 4S ist für alle diejenigen, die die allerneuesten Features benötigen (ich! hier!).

Man sollte nicht vergessen, daß Android massiv Marktanteile im schnell-wachsenden Smartphone-Markt gewinnt, gerade weil es unterschiedliche Modelle mit eine entsprechenden Spannbreite beim Preis gibt. Das iPhone war bislang einfach für viele Käuferschichten schlicht zu teuer, es war quasi der unerreichbare Goldstandard. Anstatt eines iPhones wurde dann eben zum Android-Gerät gegriffen, denn es kann ähnliches und ist unter Umständen deutlich günstiger. Mit der Einführung des iPhone 4S gibt es jetzt drei Modelle, die entweder über den Preis oder über die Specs punkten können. Für das Ökosystem Apple ist es wichtig, daß auch in andere Preisbereiche vorgedrungen werden kann, damit noch mehr Nutzer aus Sicht von Apple vom Lock-in des Ökosystems profitieren.

Das war eine ganz große Produktvorstellung heute, auch weil jetzt alle munter weiterspekulieren können, was das iPhone 5 denn alles bieten wird und wann dies der Fall sein kann. Anstelle eines vermeintlich grandioseren neuen iPhone 5 gibt es ein nüchternes, sinnvolles Update auf das iPhone 4S – das macht sehr viel Sinn und wird für eine Stabilisierung der Marktanteile sorgen. Erst einmal gibt die Apple-Aktie nach, aber das passiert eben, wenn alle ein iPhone 5 erwarten und sofort ihrer Enttäuschung freien Lauf lassen müssen, ohne vorher über die Implikationen eines iPhone 4S nachzudenken.