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Splashcast hatte letztes Jahr einen Widget-Deal mit Hulu eingefädelt und jetzt getTVapps.com gestartet. Das ist aus mehreren Gründen beachtenswert:
1. Bislang konnte Content von Hulu nur bei MySpace über Primetime integriert werden. Splashcast-Widgets werden über die Distributionstools von Gigya quasi überall embeddable gemacht. Das bedeutet, dass ich meine Lieblingsserien meinen Freunden dort zur Verfügungstellen kann, wo ich es für angebracht halte, also im Blog, bei Facebook, bei MySpace, und so weiter.

2. Splashcast selber hat noch einige Social-Features hinzugefügt, die über das reine Konsumieren von TV hinausgehen. So kann man mit einem Click auf ein kleines ‚t‘ auch gleich twittern, was man guckt und man kann für einen Fan-Channel selber Content zur Verfügung stellen. Außerdem wird angezeigt, wer derzeit noch alles die Serie guckt. Da wird sicherlich noch so einiges passieren, wenn erst einmal die entsprechende Fan-Basis geschaffen ist.

3. Die Rechte-Problematik wird noch einmal verschärft, denn die sog. Georetardation, also das Aussperren von Usern aus Regionen, für die die Online-Rechte nicht bei Hulu liegen, wird immer mehr Nutzern auf die Nerven gehen, schließlich wird man mehr und mehr über interessante TV-Serien stolpern, die man sich nicht angucken darf. Einerseits werden User mit Diensten wie Hotspot Shield versuchen, die Sperren zu umgehen, andererseits werden TV-Sender bspw. aus Deutschland irritiert sein, wenn sie Inhalte aus den USA einkaufen, die dann große Teile der Zielgruppe bereits online gesehen haben. Das wird unweigerlich zu einem Diskussionsprozeß führen, denn die TV-Sender werden den Rückgang der Werbe-Einnahmen zu befürchten haben.

Das Jahr 2009 startet sehr widgetig, mal sehen, wie es weiter geht.

$1200 auf Sitepoint hat der User „worldbuyer“ ausgegeben und sich damit eine recht junge Plattform gesichert, die seit gestern auf Twitter von vielen Leuten ausprobiert wird und zum Stand der Auktion ca. 800 User hatte: Twply. Wäre ich Nutzer von Twply, dann würde ich jetzt als allererstes mal mein Twitter-Password verändern.

Oh, warte, damit können ja alle anderen Dienste, die ich mit meinem Twitter-Account verknüpft habe, nicht mehr funktionieren. Das ist doof. Siegt jetzt die Bequemlichkeit, oder das Interesse an dem Schutz meiner Daten und dem Zugriff auf meine Online-Identität?

Twply zeigt zwei Sachen ganz deutlich:
1. Auch 2009 sind Leute im Internet immer noch viel zu gutgläubig und vertrauen anderen Leuten Daten an, die man wirklich lieber für sich behalten sollte. Man mag das gestern mit den Auswirkungen einer gelungenen Silvesternacht rechtfertigen können, aber das Grundproblem bleibt, es sollte viel mehr Skepsis angebracht sein, wenn jemand sagt „hey, gib mir mal Deine Zugangsdaten!“ – auch wenn es „nur“ um Twitter und nicht den Homebanking-Account geht.

2. Twitter muss sich endlich, und das ist auch nicht gerade eine neue Forderung, einen Mechanismus überlegen, oder besser noch, endlich implementieren, mit dem eine Authentifizierung für Dienste möglich ist, ohne Herausgabe von Username und Passwort. So wie man es von FlickR kennt, oder von Friendfeed, der Amazon Webservices API, oder oder oder. Idealerweise würde Twitter da OpenAuth nutzen, ein Protokoll, an dessen Entstehung der ehemalige Chef-Entwickler von Twitter selbst beteiligt war. Vor zwei Jahren. Da fragt man sich echt, warum das bei Twitter so lange dauert.

Es ist toll, wenn Dienste miteinander verknüpft und Funktionalitäten angeboten werden können, die ansonsten nicht vorhanden wären, aber dies sollte niemals auf Basis der Login-Daten passieren. Twitter muß dringend handeln, bevor die ersten massiven ungewollten Fremdnutzungen von Twitter-Accounts passieren.

The Sanctuary

Nico —  1.01.2009

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Leute, die mich kennen, wissen ja, dass ich insgeheim ein ziemlich ordnungsliebender Mensch bin. Daher bin ich echt ziemlich von dem Konzept von The Sanctuary aus dem Hause BlueLounge angetan. Ein Ort für alle Gadgets, mit allen nötigen Anschlüssen, damit man a) alles wiederfindet und b) auch noch alles aufgeladen ist. Super Idee, vor allem wüsste ich dann auch, wo gerade die Hälfte meiner Gadgets rumliegen könnte.

Teil 1 meiner guten Vorsätze für 2009 beinhaltet das Nachdenken über mehr Ordnung. Das habe ich damit abgehakt.

Irokäse mit Fliegenpilz

Nico —  31.12.2008



Guten Rutsch und ein erfolgreiches 2009!

Ein paar Ahnungen für 2009

Nico —  30.12.2008

Irgendwie hat es sich eingebürgert, daß zum Ende eines Jahres viele Leute einen Ausblick auf das kommende Jahr versuchen. Da kann ich mich natürlich nicht bremsen und muss auch mal fünf Ahnungen für 2009 zum Besten geben, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber dennoch mit dem mir eigenen überbordenen Realitätssinn.

1. Die Finanzkrise wird als Thema noch eine Weile vorhanden sein, aber überwiegend als Ausrede gelten, wenn man notwendige Neuerungen nicht anpacken will. Ab März wird die Wirtschaft wieder in Schwung kommen, weil spätestens dann klar ist, dass die Medien sich auch mal wieder anderen Themen zuwenden müssen. Die Amtseinführung Obamas wird als eine Art weltweiter Ruck zu spüren sein.

2. Print ist tot und TV stinkt schon ganz gewaltig – die Medien werden sich rasanter als noch in 2008 verändern und die Nutzerzahlen sich gen Internet verschieben, was vor allem zur Folge haben wird, dass die Marketing-Spendings ebenfalls in Richtung Internet wandern und daraufhin die Angebote von Print und Broadcast-TV noch unatraktiver werden, was wiederum zur Folge haben wird, dass User abwandern in Richtung Internet, und so weiter. Settop-Boxen werden immer nützlicher und Applikationen wie Boxee werden dafür sorgen, dass unser TV-Konsum ebenfalls in unseren SocialGraph eingeklinkt wird.

3. Customer Support ist das neue Marketing 2.0 – Firmen werden immer mehr merken, daß online über sie und ihre Produkte geredet wird, da kann sich niemand mehr schlechten Support leisten. Getsatisfaction wird die Speerspitze einer ganzen Reihe von Applikationen rund um das Thema Support sein, denn es bietet einen wunderbar einfachen Nutzen für Anwender und Firmen gleichermaßen. Twitter wird das Tool für den simplen Dialog im Internet und gleichzeitig zur Infrastruktur für dialog-orientierte Anwendungen im Internet.

4. Wir haben einen Überfluß an Informationen, daher wird die Inspiration immer wichtiger. Was konsumieren wir morgen? Welche Themen sind für uns wichtig? Wir können zwar viel sharen, aber ohne den entscheidenen Impuls bleiben alle vermittelten Informationen ohne jegliche Auswirkungen. Die Inspiration wird zur treibenden Kraft online. Je mehr Menschen online sind, desto mehr wird Inspiration an Bedeutung gewinnen.

5. Das Wahljahr 2009 wird mühselig. Von Obama wollen alle lernen, aber sie verstehen es nicht im Ansatz, bzw. wollen nicht umsetzen, was sie verstanden haben, weil sich dadurch der politische Entscheidungsfindungsprozeß zu ändern droht. Also werden im Wahlkampf weiterhin Themen gepusht, die wenig mit der Zukunft des Landes zu tun haben, aber die verbliebene Stammwählerschaft mobiliseren soll. Nach der Bundestagswahl wird es weiterhin eine sog. Große Koalition geben, Zukunftsthemen werden mit Hinblick auf die Finanzkrise weitesgehend ausgeblendet, Mehltau 2.0 ist die Folge.

Es dürfte klar sein, dass mir Punkt 5 nicht so behagt und ich nichts dagegen hätte, wenn es anders käme. 2009 wird nicht langweilig werden, so viel ist sicher.