User-Generated Content wird sich eh nicht durchsetzen.
[ via: MC Winkels weBlog » Blog Archive » Retter der Nation ]
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Als ich vor ein paar Wochen das erste Mal über Rebtel gestolpert bin, war ich zwar recht angetan, konnte aber nicht wirklich etwas mit dem Dienst anfangen, dachte ich. Heute nun habe ich mich registriert, mein Konto mit ein paar Dollars aufgeladen und ein paar meiner US-Kontakte hinzugefügt. Dann einen Anruf getätigt und anstatt einer US-Nummer einfach eine Berliner Nummer angerufen, was sich im Fachjargon RebOUT nennt. Dann, und das ist das Lässigste an Rebtel, hat die Angerufene wieder aufgelegt und meine lokale Nummer in Minnesota angerufen. Schon waren wir verbunden, was sich dann RebIN nennt, und wir haben für den Preis eines nationalen Gesprächs telefoniert, jeweils vom Handy aus, wohlgemerkt. Sehr cool.
Man muß nichts runterladen, nur eben einmal seine Kontakte bei Rebtel einrichten, damit man dann entsprechende Nummern hier und dort konfiguriert bekommt. Das Auflegen der Gegenseite klingt etwas ungewohnt, aber danach ist man sofort verbunden und kann drauflos sabbeln. Die Sprachqualität ist okay, manchmal war etwas zu viel Latenz da, aber das kann man verschmerzen.
Auch so kann man das mit diesen Weblogdingern machen. Einrichten, einen Artikel schreiben lassen, dann allen erzählen, dass man nun auch ein Weblog habe und drei Wochen später gibt es immer noch keinen zweiten Artikel, dafür wurde aber der eine Artikel 4737 mal gelesen und hat 274 Kommentare bekommt, was auf der nach oben offenden Tokio-Hotel-Skala derzeit knapp ein Fünftel der Kommentare darstellt.
Aus gewöhnlich uninformierten Kreisen ist zu hören, dass für den November ein zweiter Artikel im Blog geplant sei, man wolle aber nichts überstürzen, die Leser seien nicht die schnellsten.
Mit LinkLift kann man seine outgoing Links monetarisieren. Die Idee ist nicht verkehrt, schliesslich verfügen Blogs oft über einen guten PageRan und den kann man sich auch durch den Verkauf von Links versilbern lassen. Die Links nehmen kaum Platz weg und sollten auch wenig nerven.
Allerdings funktioniert Linklift, indem ein PHP-Script auf dem eigenen Server installiert wird. Das finde ich eher uncool, denn irgendwelchen ausführbaren Code möchte ich nur ungern installieren.
Ich bin gespannt, welche Werbekunden Linklift an sich binden kann, denn sicherlich wird diese Art von Werbung noch nicht in den Mediaplänen der Agenturen zu finden sein, sondern eher etwas für die Nische sein. Bei Blogg.de haben wir schon seit längerer Zeit den Link Testberichte und Ratgeber zu eay, was jetzt nicht wirklich Nische ist, aber eben zeigt, dass derartige Werbeformen durchaus Sinn machen können und gebucht werden.
In der aktuellen Wirtschaftswoche nimmt man sich des plötzlichen Trendthemas Internet wieder an, der Aufhänger war natürlich der Youtube-Deal. Peter Turi hat sich passend zum Themenkomplex mal mit dem Comeback der Kellerkinder auseinandergesetzt und kommt zu dem Fazit, wie ich es mir gerade in der Wirtschaftswoche nicht anders hätte vorstellen können:
Investitionen in Internet-Startups lohnen wieder – auch und gerade in Deutschland.
Turis Beitrag ist recht lesenswert und schreibt ein klein wenig eine Aufbruchsstimmung herbei, indem, kurioserweise, gerade Vertreter der sog. Old Media, also der Verlage befragt wurden. Kann man machen, muß man aber nicht. Ich sehe derzeit nicht wirklich Projekte aus oder im Verlagsumfeld, die erwähnenswert sind, und von Prolo7Sat1 und Myvideo/Lokalisten will ich gar nicht erst anfangen, da wächst zusammen, was zusammen gehört.
So, wir sind wieder wer, hier kann man investieren. Ich freue mich auf die kommenden Projekte der WiWo-Leserschaft, die sicherlich die User-Generated-Content-Revolution total in sich aufgesogen haben.
Aber, wie immer versöhnlich zum Schluß, ich finde, dass Peter Turi recht gut zusammengefasst hat, was derzeit passiert. Ob nun wirklich die Investitionswelle kommt, bezweifle ich erst mal, da vor allem die Copycats mit den Hufen scharen und dafür würde ich kein Geld investieren. Aber ich habe auch nix zum investieren. Ideen hätte ich ohne Ende, wo ich gerade reingehen würde, aber derartige Firmen tauchen in dem Artikel nicht auf. Weil es sie noch nicht gibt.