Klo-Smiley

Nico —  23.12.2008

ratzfatzduftpuckiVorhin habe ich in meiner vorweihnachtlich besinnlichen Stimmung ein merkwürdiges neues Produkt im Supermarkt entdeckt. Aus dem Klappentext der WC-Duft-Puckies:

ratz fatz hygienische Sauberkeit und langanhaltende Frische im WC!

Die lustigen WC-Duft-Puckis von ratz fatz sorgen für gründliche Reinigung und langanhaltende Frische im ganzen WC.

ratz fatz WC-Duft-Puckis gibt es als Lemon und Fresh Pink im praktischen Körbchen.

Und man kann auch WC-Duft-Puckies eCards versenden, also eigentlich das ideale Produkt für unseren Haushalt, gibt es doch auch Wallpaper zum Download.

Aber die Finanzministerin was not amused: “unser neuer klostein sieht aus wie ein ecstasy trip” – das mag sein, aber bei Sauberkeit im Klo gehe ich keine Kompromisse ein. Außerdem gehe ich wirklich gerne alleine einkaufen, ich finde da immer so herrlich skurrile Sachen, die ich sonst nicht kaufen könnte.

Die FAZ titel zwar FDP irritiert: „Die Union weiß nicht, was sie will“, aber ich glaube, dass die eigentliche Irritation der FDP daher resultiert, dass sie nicht versteht, daß sich das Parteiensystem gerade fundamental ändert. Das muß man nicht gut finden, aber man sollte es zur Kenntnis nehmen.

Zwar sieht sich die FDP eigentlich schon immer als den natürlichen Bündnispartner der Union an, was ja auch Sinn machen könnte, vernachlässigt doch die Union schon länger ihren Wirtschaftsflügel komplett und kann dort keinerlei Kompetenz vorweisen, wenn man jetzt mal von dem Über-Minister Michal Glos absieht, der als Wirtschaftsminister Akzente setzt wie kaum ein anderer vor ihm. Das Problem der FDP ist allerdings, dass ihre Dauerparole nach mehr Markt und mehr Liberalisierung derzeit nicht so gut ankommt, hat doch das von der FDP propagierte Mindset dazu geführt, dass derzeit die Wirtschaft in eine globale Krise zu schlittern droht. Nun mag diese vermeintliche Kompetenz derzeit nicht so gut für einen Wahlkampf geeignet sein, wen wundert das? Hinzu kommt, dass die sog. Linke derzeit aus dem Parteiensystem nicht wegzukriegen ist, egal welche Rhetorik gewählt wird. Das führt natürlich dazu, daß die Koalitionsoptionen anders werden und daß Dreier-Koalitionen nicht mehr so komplett unwahrscheinlich werden (bzw. 4er, wenn man die Union als zwei Parteien sieht).

Mit ihrer eindeutigen Positionierung zur Union zeigt die FDP allerdings, dass ihre programmatische Schwäche dazu führt, daß sie nicht in der Lage ist, sich mit anderen Partnern auseinanderzusetzen. Programmatisch ausgebrannt hofft die FDP auf eine starke Union, damit die Beteiligung an der Koalition gewährleistet ist. Das dürfte für den Wahlkampf 2009 die falsche Strategie sein und Frau Merkel hat bereits jetzt durchblicken lassen, daß sie keinerlei Interesse daran hat, einen schwachen Partner mitzuschleppen. Herr Westerweille und seine FDP geben sich heute irritiert, aber eigentlich verstehen sie nicht, daß ihre Rolle im Parteiensystem eine gewisse Flexibilität, aber auch programmatische Schärfe vorraussetzen muß. Beides fehlt total.

Keep it Sticky, Screen

Nico —  22.12.2008

stickyscreen

Wow, StickyScreen ist echt eine super-simple Idee, trotz fehlender Anbindung an den SocialGraph, ohne Facebook Connect, Google FriendConnect, einer Micropayment-Schnittstelle und was es sonst noch tolles gibt. Gut, die Monetarisierung dürfte eher kompliziert sein, aber 3M hat das ja auch irgendwie mal hinbekommen.

[ via: StickyScreen. Absurdly Simple Reminders. « TheNextWeb.com ]

16625v3-max-150x150Das sind ja mal wieder interessante Nachrichten, denn Ping.fm Secures Angel Funding From Joi Ito And Reid Hoffman und damit sind zwei der üblichen Verdächtigen des Silicon Valley jetzt bei Ping.fm investiert. Natürlich freue ich mich für die Gründer, aber Zweifel bleiben, ob Ping.fm wirklich so nützlich ist.

Was macht Ping.fm? Genau:

Ping.fm is a simple service that makes updating your social networks a snap.

Mit einem Click kann man seine Updates in über 30 verschiedene Plattformen pusten.

Ich schreibe alle meine Status-Updates mit Twitter und diese fließen dann in Facebook, Friendfeed und Plaxo ein. Damit sind meine Status-Updates bei mindestens drei Diensten nahezu ohne Kontext. Ist das gut? Sollte man dies auf über 30 Plattformen ausdehnen? Geht das nicht völlig konträr zu der Idee des Personal Micro-Publishing? Irgendwie erinnert das eher an Fire-and-Forget als an das gezielte Aussenden von Informationen für einen ausgewählten Nutzerkreis. Kann man so überhaupt noch einen Überblick haben, mit wem man wie welche Informationen teilt? Wird dadurch nicht alles total belanglos werden?

That’s Life!

Nico —  21.12.2008

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Weihnachten vor 19 Jahren habe ich in Iowa verbracht und Teil der Weihnachtsvorbereitungen war die Anschaffung einer Flasche Whiskey für Granddad. Diese Flasche war nicht so die typische 750 ml Flasche, sondern ein Jug Whiskey mit Griff und sicherlich 3 l Fassungsvermögen. Das überraschte mich, kannte ich bis dahin Whiskey eher so als Getränk aus Filmen, nicht aber als etwas, was man zuhause trank.

Über die Weihnachtstage gab es dann eine oft wiederkehrende Szene. Granddad, damals Mitte 70, aufgewachsen auf einer Ranch in Montana, Fan von Western-Filmen mit John Wayne und ehemaliger Marketing-Verantwortlicher bei EastmanKodak, nahm sich eine Handvoll Eiswürfel, packte sie in sein Glas, goß Whiskey darüber, nahm das Glas, roch daran, nahm einen Schluck, strahlte und sagte im herrlich breiten amerikanischen Akzent “That’s Life!”, wobei das “a” ziemlich gedehnt war, um noch mehr zu betonen, wie sehr ihm dieser Moment behagte.
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