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Ich hatte ja schon ein paar Mal über die Consumerization of IT geschrieben, ein Phänomen, daß vor allem durch unsere Nutzung von Apps auf iPhones und Android-Handys entstanden ist und mittlerweile ordentliche Auswirkungen auf die Bedürfnisse von Enterprise Software hat:

An infographic from xcube puts the changing enterprise mobile landscape into perspective. For instance, 63% of enterprises look to mobility for cost savings and near 50% are responding to employee demand. Since the end of the third quarter in 2011, the iPhone is the most preferred smartphone in the enterprise at 45%. BlackBerry comes in second at 34.5%.

[ via Infographic: The Growth of Enterprise Mobility ]

Yeah, eine tolle Idee! Es gibt einen bundesweiten OpenData-Wettbewerb mit dem hippen Namen Apps für Deutschland – da sollte man unbedingt mitmachen! Warum? Weil OpenData immer relevanter werden sollte in Deutschland und derartige App-Wettbewerbe dafür sorgen, daß Verwaltungen und Bürger mitbekommen, was man alles tolles machen kann, wenn es nutzbare Daten für alle gibt.

Leider, leider, ist die Website von Apps für Deutschland so etwas von trist und uninspirierend, daß sich nur die bereits Bekehrten etwas unter diesem Wettbewerb vorstellen können. Ein Blick auf NYC Big Apps zeigt, wie es auch gehen könnte, aber das geht wahrscheinlich nicht mit einer deutschen Verwaltungsinstanz. Ob die Jury wirklich von Apps eine Ahnung hat, wage ich auch mal zu bezweifeln, da wimmelt es von Professoren und Honorationen, aber ob es auch App-Sachverstand gibt, steht da leider nicht.

Worum geht es bei diesem Wettbewerb?

Mit einem innovativen Ansatz, der Akteure aus unterschiedlichen Bereichen in die Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs einbezieht, soll eine möglichst große Zielgruppe angesprochen werden. Der Wettbewerb richtet sich u.a. an freiberufliche Programmierer, Unternehmen und die Community, denen Daten der öffentlichen Verwaltung zur Entwicklung von Apps bereitgestellt werden.

Naja, auf alle Fälle sollte man seine Ideen bis zum 15. Dezember einreichen und fertige Anwendungen bis zum 1. Februar 2012, falls man eine Behörde ist, kann man bis zum 15. Dezember auch Daten einreichen. Leider steht nirgends, was man bei diesem Wettbewerb gewinnen kann, aber im Rahmen der CeBIT wird es eine Preisverleihung geben. [Update: mittlerweile wurde eine Übersicht der Preise nachgereicht, die allesamt eher in den Bereich “milde Gabe” fallen]

Das Thema ist eigentlich viel zu wichtig, als daß man so eine lieblose Wettbewerbs-Ausschreibung platziert. Aber, immerhin, es ist ein Anfang. Ich bin gespannt, wer alles mitmacht.

Einer der häufig zu hörenden Kritikpunkte zum Start von Google+ war die Beschränkung auf persönliche Google-Profile. Nutzer von Google Apps konnten mit ihrem Account nicht Google+ nutzen und mußten sich ein neues Profil anlegen, obwohl sie unter Umständen schon viele Google Dienste nutzten.

Nun aber ist Google+ für Google Apps Kunden verfügbar. Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein. Denn dies bedeutet nicht nur, daß man sich mit einem Google Apps basierten Google-Profil bei Google+ anmelden kann, sondern es kommt auch noch eine signifikante neue Nutzungsmöglichkeit hinzu: das Sharen innerhalb einer Domain. Genau, ab sofort kann man Google+ auch im Business-Kontext nutzen. Neben Mail, Kalender, Sites, Docs und anderen Diensten ist nun für die Nutzer von Google Apps ein komplettes soziales Netzwerk für das eigene Unternehmen verfügbar.

Interessanterweise lässt diese Variante von Google+ eine sehr interessante Verknüpfung von Arbeit und Freizeit zu. Ich kann Circles nutzen oder eben die ganze Firma ansprechen, je nachdem, was ich gerade vorhabe. Praktisch ist dies auch, wenn man viel mit Freelancern arbeitet, die möglichweise zum Intranet keinen Zugang haben – jetzt kann man mit Google Hangouts auf eine völlig neue Art und Weise zusammenarbeiten. Sicherlich ist es jetzt auch leichter möglich, aus Versehen zu viele Inhalte zu verteilen, aber da wird sich es sicherlich noch Einstellungsmöglichkeiten geben, die dies einschränken.

Google+ muß im Administrationsbereich für alle Nutzer eingerichtet werden – allerdings sollten die Nutzer direkt danach informiert werden, was Google+ für sie und die berufliche Nutzung bedeutet und wie man davon profitieren kann.

Google Apps ist von einem Tag auf den anderen noch attraktiver geworden. Jetzt muß nur noch das angekündigte Migrationstool dafür sorgen, daß man Google+ so nutzen kann, wie man es möchte. Nun dürfte auch dem bislang nur halb interessierten Beobachter klar werden, daß Facebook und Google+ zwei komplett unterschiedliche Ansätze verfolgen, die aber beide das gleiche Ziel haben: möglichst viele Nutzer sollen möglichst viele Inhalte miteinander austauschen.

Facebook Open Graph

Auf der f8 Developer Conference wurde Facebook Timeline vorgestellt. Ermöglicht wird das Zusammenlaufen von Fotos, Status Updates und App-Inhalten durch den Facebook Open Graph – quasi der Klebstoff, der Digital Life Caching bei Facebook ermöglicht. Nutzer können nicht einfach nur mit einem “Like” oder “Gefällt mir” ausdrücken, was sie gut finden, sondern sie können spezielle Aktionen verknüpfen:

The Open Graph allows apps to model user activities based on actions and objects. A running app may define the ability to “run” (action) a “route” (object). A reading app may define the ability to “read” (action) a “book” (object). A recipe app may define the ability to “cook” (action) to a “recipe” (object). Actions are verbs that users perform in your app. Objects define nouns that the actions apply to. We created sets of actions and objects for common use cases and a tool for you to create your own custom actions and objects. As users engage with your app, social activities are published to Facebook which connects the user with your objects, via the action.

Facebook Open Graph Flow

Appsfire hat beispielsweise vorgestellt, wie das Auffinden interessanter Apps durch Facebook Open Graph verbessert werden könnte. Richtig cool wird der Open Graph allerdings beim Thema Musik, Video und Text – also das Auffinden und Verbreiten von medialen Inhalten. Netflix hat bereits angekündigt, daß künftig Video-Inhalte über Facebook und den Open Graph verfügbar gemacht werden und das lang ersehnte Facebook Music wird ebenfalls massiv den Facebook Open Graph nutzen. Noch dazu soll Yahoo News eng mit Facebook verknüpft werden, damit Nutzer untereinander News empfehlen.

Facebook lässt also stärker als bisher die Nutzer in die Rolle eines P2P-Curators schlüpfen, damit Facebook noch wertvoller für den einzelnen Nutzer wird, aber Facebook auch noch besser die entsprechende Inhalte über den Newsfeed pushen kann. Interessant wird jetzt allerdings, wie die Fan Pages über den Facebook Open Graph verknüpft werden – schließlich wollen die Werbetreibenden auch weiterhin die Aufmerksamkeit der Nutzer erlangen können, und zwar nicht nur über den Einsatz von Display Ads, sondern auch durch Inhalte.

Der Facebook Open Graph wird App Entwicklern neue Möglichkeiten geben, Interaktionen mit Nutzern zu ermöglichen. Es bleibt abzuwarten, wie groß das Nervpotential ist für den Newsfeed, wenn nun noch mehr mitgeteilt wird, was man so treibt. Für Nutzer wird es immer mehr Möglichkeiten geben, Freunden mitzuteilen, was man gerade so treibt. Das hat man früher auch schon gemacht, künftig wird es noch häufiger auf Facebook passieren.

[ via Open Graph Beta – Facebook Developers ]

Podio Apps werden mobiler

Nico —  21.09.2011 — 2 Comments

Als ich das erste mal von Thomas Madsen-Mygdal Podio präsentiert bekam, war ich ziemlich geflasht von der Idee und den Funktionalitäten von Podio. Bei Podio kann man sich recht einfach Apps zusammenclicken, die die Arbeitsweise des Unternehmens abbilden sollen. Dabei wird sehr viel Wert auf Einfachheit und Flexibilität gelegt. Egal ob es um Projekt Management, CRM, interne Social Tools, oder ähnliches geht, mit Podio kann man sich sehr leicht die Apps zusammenbasteln, die man benötigt.

Laut Podio wurden mittlerweile über 200.000 Apps erstellt. Jetzt gibt es zusätzlich eine iPhone App für Podio, die es ermöglicht, die ursprünglich Web-basierten Apps auch mobil zu nutzen.

Das gewählte Beispiel ist zwar etwas lang und -weilig, aber es illustriert einen wichtigen Punkt: Unternehmenssoftware sollte nicht mehr bedeuten, daß ein Arbeitnehmer in einem Büro an einem Arbeitsplatz die Software nutzt, sondern daß immer mehr Arbeitnehmer auch mobil mit der Unternehmenssoftware interagieren können und sollen. Enterprise-Software wird zunehmend mobiler und die Idee, mit Apps für eine zusätzliche Flexibilität zu sorgen, zeichnet Podio aus.

Also eigentlich wäre Podio ideal für den Außendienst, aber das wird wohl in Deutschland auf absehbare Zeit an der Skepsis gegenüber Software-as-a-Service (SaaS) scheitern. Podio ist übrigens kostenlos für Unternehmen bis zu 10 Mitarbeitern.