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Eine neue Version ist verfügbarDer von mir sehr geschätzte Journalist Dirk von Gehlen startet ein Finanzierungsprojekt für sein neues Buch “Eine neue Version ist verfügbar” auf Startnext. Bis zum 20.12.2012 können Unterstützer schon jetzt einen Geldbetrag zur Verfügung stellen, der nur abgerufen wird, wenn die Grenze von 5000€ überschritten wird.

Eine neue Version ist verfügbar ist das Nachfolge-Projekt zu Mashup – Lob der Kopie, das ich letztes Jahr hier kurz vorgestellt hatte. Ich gehe also davon aus, dass das Geld gut angelegt ist, bzw. dass man sich das Buch sowieso kaufen sollte, wenn es dann erhältlich ist. Also kann man jetzt schon Dirk von Gehlen unterstützen.

Was ich allerdings erstaunlich finde: die Notizen entstehen handschriftlich, wenn man dem Filmchen glauben mag. Ich bin quasi erschüttert.


Mein Kind ist bei FacebookUnaufgeregt. Gänzlich unaufgeregt, so würde ich das Buch Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern von Thomas Pfeiffer und Jöran Muuß-Merholz beschreiben, wenn mich jemand mal fragen würde, wie ich das Buch so finde. Die beiden haben mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt, das ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem, weil ich gerne zu dem Thema gefragt werde und nur selten die Geduld aufbringe, Eltern zu erklären, warum alles nicht so schlimm ist, wie es irgendwo steht.

Das Buch könnte ich eigentlich auch als idiotensicher bezeichnen, es erklärt Facebook durchaus so, dass man es auch versteht, ohne es jemals genutzt zu haben, was bei über 1 Milliarde Nutzern mittlerweile gar nicht mehr so leicht ist. Das Kapitel “Das fehlende Handbuch” erläutert wirklich sehr detailliert, welche Einstellung wozu dient und was passiert, wenn man welchen Button drückt. Ich finde ja, dass Facebook sich ziemlich gut selbst erklärt, kann aber nachvollziehen, dass man vielleicht bei einigen Einstellungen lieber auf der ganz sicheren Seite sein will. Für Eltern besonders gut geeignet sind die Abschnitte im Kapitel “Probleme und Herausforderungen meistern”, denn dort werden die Themen “Privatsphäre und Datenschutz: Was gehört auf Facebook und was nicht?”, “Urheberrechte respektieren”, “Nüchternheit und Unnüchternheit” und noch einige Aspekte mehr diskutiert.

Eigentlich ist das alles Common Sense, dürfte man meinen, aber die Autoren dröseln noch einmal alles ordentlich auf und liefern gute Hinweise, wie die Nutzung von Facebook für Eltern und Kinder kein Problem darstellen sollte. Die Autoren haben ein Buch geschrieben, dass detailliert ist, aber nicht belehrend oder anmassend, sondern die Eltern darin bestärkt, mit ihrem neu gewonnenen Wissen den Kindern die Nutzung von Facebook guten Gewissens erlauben zu können. Für viele Eltern stellt Facebook eine Herausforderung dar, weil sie nicht wissen, was ihre Kinder da so treiben und was alles passieren könnte, schließlich wird auch immer wieder ordentlich Unsinn über Facebook verbreitet.

Keines unserer Kinder ist bislang im Facebook-fähigen Alter, aber ich weiss, dass dieses Thema auch auf uns zukommt. Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern bietet eine gute Grundlage für Eltern, die wissen wollen, was es bedeuten kann, wenn das Kind bei Facebook ist. Allerdings glaube ich, dass Eltern und Lehrer nicht mehr nur ein Buch lesen sollten, sondern Facebook selber nutzen müssen, wenn sie informiert sein wollen. Dieses Buch bietet eine sehr gute Grundlage für eine Beschäftigung mit Facebook.

Die Unterzeile “So funktionieren Aktenordner, Telefon, Facebook & Co.” lässt bei der Dienstanweisung Internet schon darauf schliessen, dass es sich nicht unbedingt um ein komplett ernst gemeintes Buch handeln könnte. Da ich aktuell mit dem Lesen und Rezensieren mir zugesandter Bücher kaum hinterher komme und sowieso eine Hemmschwelle habe, Bücher überhaupt anzufangen, die über 200 Seiten hinaus gehen, bin ich dem Autor sehr dankbar, dass er sein Buch mit unter 100 Seiten denkbar knapp gehalten hat. Dienstanweisung Internet ist nicht zu vergleichen mit Büchern wie Über den Umgang mit E-Mails. Der Scholz & Friends E-Mail-Knigge oder Internet für Dummies, sondern versucht dem Leser die Materie mit einem lexikalischen Ansatz näherzubringen. Allerdings ist oftmals auch seltsamer Humor involviert und auch Ironie, Sarkasmus und Zynismus kommen vor, so dass dieses Buch für den normalen Internet-Nutzer an sich eher ungeeignet ist, denn derartige Ausdrucksformen werden traditionell im Internet nicht verstanden, weswegen der Autor sicherlich die Buchform für die Darbietung seiner Inhalte gewählt hat.

Einige wahllose Beispiele aus dem Buch:

FREE LUNCH. Soll’s ja angeblich nicht mehr geben, weder bei Facebook noch im Weltkapitalismus. Sie sehen uns bestürzt.

GRATIS-E-Book. Wenn die “Gratis-e-Book”-Verschenker einen akademischen Titel tragen, dann weiß ich wenigstens, dass die Sache seriös ist, puh!

LOGO. hat bei uns der Schwager vom Kollegen gemacht, für “15 Euros”, da kannste nich meckern!

MEDIENKOMPETENZ. Mein bewahpädagogischer Ansatz: Bitte schützt unsere Kinder vor Cordjackenträgern, die “Medienkompetenz” sagen!

POSTKARTE: Bitte beachten Sie hier ganz genau die “Privateinstellungen”!

So ungefähr sieht das ganze Buch aus, aber einige Einträge sind auch mal länger, nur die wollte ich hier nicht mühevoll abtippen. Ob Dienstanweisung Internet ein sinnvoller Beitrag zum Thema Digital Naturals: Warum diese Unterscheidung richtig ist sein kann, weiss ich auch nicht so genau, aber das Buch unternimmt immerhin den Versuch, auch einige Verhaltensweisen der oft eher selbsternannten Netz-Elite ironisch zuspitzend zu hinterfragen.

Mashup - Lob der KopieEs gibt Bücher, wenn die erscheinen, dann denken ich “endlich!” und wenn ich sie lese, dann denke ich permanent darüber nach, wem ich dieses Buch in die Hand drücken würde, entweder damit er sich bestätigt fühlt, oder das Buch mir die Überzeugungsarbeit bei einem mir wichtigen Thema abnimmt. Mashup – Lob der Kopie ist so ein Buch, genauso wie das kürzlich erschienene Nerd Attack! übrigens auch.

Dirk von Gehlen hat ein ziemlich lesenswertes Buch geschrieben, gespickt mit massiv vielen Fußnoten und einem Glossar, der auf über 50 Seiten so ziemlich alle Fachbegriffe aufdröselt, die in diesem Buch vorkommen. Dirk von Gehlen schreibt darüber, daß die Digitalisierung den tradierten Umgang mit Original und Kopie herausfordert und wir neue Lösungen brauchen, damit das Geldverdienen mit digitalen Inhalten auch in Zukunft noch möglich sein wird. Das Buch ist gefüllt mit Beispielen und ehrlich gesagt, wäre eine interaktive Website viel passender gewesen, als ein übertriebener Fußnotenapparat, jedenfalls hätte sich dadurch der Lesespaß deutlich erhöht. Was mir fehlt an diesem Buch ist ein wirkliches letztes Kapitel, das noch viel mehr eine Handlungsempfehlung für die Zukunft liefert als das “Plädoyer für einen neuen Begriff des Originals” es tut. Aber, und das finde ich wirklich prima, Dirk von Gehlen schafft es, den aktuellen Stand der Diskussion in einem Buch zusammenzuführen und gibt auch immer wieder Anregungen, was anders gemacht werden könnte und müßte. Wir leben in einer Remix-Kultur, das wird bei der Lektüre immer deutlicher.

Dirk von Gehlen hat einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um Original und Kopie geliefert: Mashup – Lob der Kopie.

Die Kunst, aufzuräumen

Nico —  2.09.2011 — 6 Comments

Die Kunst, aufzuräumenDie Kunst, aufzuräumen, um es gleich vorweg zu nehmen, ich beherrsche sie definitiv nicht, ist ein Kunst-Projekt von Ursus Wehrli, der schon öfter gezeigt, wie aufgeräumt Kunst aussehen könnte. In seinem neuen Buch werden jetzt Dinge des Alltags geordnet und die Buchstabensuppe ist nur der Anfang. Wie Ursus Wehrli vorgeht, kann man wunderbar im Making-Of Video zum aufgeräumten Parkplatz sehen. Ich werde künftig die Suppe sicherlich nicht neu sortieren.