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Auf der re:publica 13 hat Sascha Lobo mal wieder den Versuch unternommen, den Anwesenden auf die Füße zu treten, um Reaktionen zu provozieren. Das finde ich gut so. Auch wenn ich es natürlich stark manipulativ finde und mir einige Tage lang vorgenommen habe, nicht darauf hereinzufallen. Na gut, jetzt eben doch. Egal. Das hat er jetzt davon.

Ja, wir sind überwiegend eine netzpolitische Hobbylobby. Abgesehen vom BVDW, eco, BITKOM, VPRT, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, oder dem Bundesverband der Musikindustrie und anderen finanziell gut ausgestatteten Verbänden jedenfalls, die auch alle munter Netzpolitik betreiben, es aber anders nennen. Und oft auch andere Ziele haben als die netzpolitische Hobbylobby.

Mit vielen anderen zusammen bin ich Teil dieser Hobbylobby, unser Verein heisst D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt und wir finanzieren uns ausschliesslich durch Mitgliedsbeiträge.

Ich würde auch gerne Montag Morgen in das 10-stöckige D64-Hauptquartier in Berlin Mitte kommen, bei der Morgenlage kurz die wichtigsten Themen des Tages erläutern und dann per Telefon kurz ein paar Regierungsvertreter einbestellen lassen, um diese durch D64-Hauptabteilungsleiter kurz zurechtweisen zu lassen, damit sie künftig eine bessere Politik machen.

Tue ich aber nicht. Stattdessen versuchen wir in einer Facebook-Gruppe Themen zu diskutieren, die uns wichtig erscheinen, bilden uns eine Meinung und versuchen dann über Gespräche, Blogposts, Tweets und sogar Telefonate das Thema in unserem Sinne voranzutreiben. Sind wir dabei ultra-erfolgreich? Sicherlich nicht. Ist das aufwendig? Allerdings. Haben wir alle viel Zeit dafür? Natürlich nicht, das wäre ja auch zu einfach. Insofern ja, wir sind Hobbylobby par excellence und das ist mühsam. Es hat aber den großen Vorteil, dass wir nicht einen riesigen Apparat finanzieren und dass wir nicht die Interessen von externen Geldgebern vertreten müssen, sondern dass wir unabhängig sind.

Was uns allerdings fehlt in der Netzpolitik, das sind Trecker. Lange Zeit war die Netzpolitik, oder überhaupt das Internet, nur ein Thema für Nerds und Geeks, nicht aber für den Mainstream. So langsam wird immer mehr Menschen in diesem Land klar, dass die Zukunft immer mehr durch die Digitalisierung bestimmt wird, aber das sorgt nicht immer nur für Jubelstürme, sondern auch für ordentliche Reaktanzen. Allerdings ist das, was wir im Bereich Netzpolitik diskutieren, alles andere als plastisch begreifbar. Allein schon der Begriff Netzpolitik verrät sehr wenig über das, was man damit meinen könnte. Bei Umweltpolitik wissen alle, wovon die Rede ist, und das war auch so, bevor Umweltpolitik en vogue war. Allerdings hatte die Umwelt-Bewegung einen großen Vorteil: die Atomkraftwerke, Wiederaufbereitunsanlagen, Castorbehälter, aber auch das Waldsterben oder die verunreinigten Flüsse waren alles sichtbare Faktoren, die zu einer anderen Politik führen sollten. Hinzu kam, dass im Wendland immer wieder mit Treckern gegen die Castor-Transporte demonstriert wurde, was zu einer Auseinandersetzung mit der Staatsmacht und einer damit verbundenen Infragestellung dieser einherging. Dadurch entsteht eine mediale Aufmerksamkeit, die dazu beiträgt, dass das Thema über die letzten Jahrzehnte immer präsenter wurde im Mainstream.

Open Data, Open Access, Open Education, Netzneutralität, Leistungsschutzrecht, Vorratsdatenspeicherung, Bandbreite, Infrastruktur, Informatik an den Schulen, Medienkompetenz – das sind alles keine Themen, die man am Infostand vorm Aldi mit Menschen diskutieren kann und sie sorgen alle nicht dafür, dass die engagierten Netznutzer einen sinnbildlichen Trecker haben, um ihrem Unmut mehr Ausdruck zu verleihen. Die aktuell einzige Ausnahme kann die Netzneutralität werden, da die Telekom durch ihre angekündigten Tarif-Änderungen für breiten Missmut in der Bevölkerung sorgt, allerdings wird auch in diesem Fall es nicht leicht sein, zu erklären, was das eigentlich Problematische an der Drosselung ist. Das Ende der Flatrates ist ein Thema, die Bevorzugung, bzw. eher die daraus resultierende Diskriminierung von Datenpaketen ist das wirklich Entscheidende an der Debatte um die Drosselkom. Aber ein Trecker ist das noch lange nicht.

So lange wir keinen Trecker haben, müssen wir in aller Ruhe und quasi zu Fuß das Thema Netzpolitik und digitale Gesellschaft beackern. Das ist mühselig und es führt zu Rückschlägen und leider sind nicht alle so schlau wie man selbst. Aber wenn ich mir angucke, was aus der Anti-AKW-Bewegung und den bunten "Atomkraft, nein Danke!"-Buttons geworden ist, dann denke ich, dass wir einen langen Atem brauchen, auch wenn sich die digitale Gesellschaft rasant entwickelt. Wir Menschen lernen ja bekanntlich aus Fehlern und so wird die aktuelle Politiker-Generation noch vieles falsch machen, was wir lautstark zu kritisieren haben. Unsere Themen sind noch lange nicht Mainstream und zugegebenermassen finden wir das ja auch ganz toll so, wie es ist. Wir finden es nur nicht so gut, dass wir noch nicht die Mehrheitsmeinung abbilden bei den wichtigen Themen der digitalen Zukunft. Aber das kommt. Es dauert nur.

Wo war ich? Ach ja, Hobbylobby. Bei D64 kann man Mitglied werden und mitmachen! Aber auch so kann man mitmachen, man kann Eltern, Freunden, Kollegen und Bekannten immer wieder erklären, warum diese komischen geekigen Themen alle so relevant sind und dann kann man einen nach dem anderen überzeugen. Ja, das ist wie der lange Marsch durch die Institutionen, nur ohne Studentenproteste, das ist wie die Umweltbewegung, nur ohne Trecker.

D64 logoWir wissen alle, dass das geplante Leistungsschutzrecht purer Blödsinn ist. Die Koalition weiss es, die Opposition weiss es, alle wissen es, aber das Gesetz wird kommen, weil die Verlegerlobby es so will und die Politik Angst vor einem Wahlkampf hat, wenn sie jetzt gegen die Interessen der Verlage vorgeht. So geht Politik, Christoph Keese hat das eindrucksvoll bewiesen und führt nun gemeinsam mit Hubert Burda vor, wie die Verlage Einfluß auf die Politik nehmen können mit einem Gesetz, das niemandem helfen wird, auch den Verlagen nicht.

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http://leistungsschutzrecht-stoppen.d-64.org/

Ich hätte es wissen müssen. Als ich vor zwei Jahren mit Lars Klingbeil (MdB) und seinem Mitarbeiter Steffen Meyer für drei Tage in Washington, D.C. war, hätte ich wissen müssen, dass dies Arbeit nach sich ziehen wird. Zu sehr geflasht waren wir von der Art und Weise, wie dort Think Tanks Ideen entwickeln, politische Positionen formulieren und diese dann im Politikbetrieb verankern. Besonders beeindruckt hat uns das Center for American Progress, das nicht nur eigene Positionen erarbeitet, sondern mit einem Stab von 20 Bloggern auch täglich sehr viele Inhalte publiziert, sich dabei aber auch kritische Positionen gegenüber der Obama Administration erlaubt. Das Modell fanden wir sehr smart, aber uns war klar, dass die finanziellen Mittel für so eine Einrichtung in Deutschland kaum verfügbar sein würden.

D64 logoNach einigen Gesprächen haben wir dann vor knapp einem Jahr den Verein D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt gegründet und sind mit viel Elan gestartet, haben erst Mal munter die Vorratsdatenspeicherungspläne der SPD abgelehnt, das Leistungsschutzrecht als überflüssig erachtet, ein Whitepaper zur digitalen Lehrmittelfreiheit verfasst, viele Hintergrundgespräche im politischen Berlin geführt, eine Aktionsseite gegen das Leistungsschutzrecht inklusive speziellem URL-Shortener bzw. WordPress-Plugin gestartet und uns kritisch mit der geplanten Abschaffung des Schachtelprivilegs auseinandergesetzt. Aber ehrlich gesagt haben wir auch gemerkt, dass wir es völlig überschätzt haben, wie man einen politischen Verein mit 200 Mitgliedern vor allem online stattfinden lassen kann. Das Thema Online Deliberation beschäftigt mich bereits seit Mitte der 90er Jahre, aber ich kann nicht behaupten, dass wir schon die richtigen Tools und Verfahren gefunden haben, um den Ansprüchen der Mitglieder auch nur Ansatzweise gerecht zu werden. Irgendwann Mitte des Jahres wurde das mit dem Elan immer schwieriger und wir haben uns entschlossen, als Gründungsvorstand zurückzutreten, um nach der Wahl durch die Mitgliederversammlung mit einem neuen, von einer Mitgliederversammlung legitimierten Vorstand durchstarten zu können.

2013 wird ein wichtiges Jahr für die Netzpolitik in Deutschland und wir wollen natürlich unsere eigenen Akzente setzen. D64 hat eine Nähe zur SPD, aber wir versuchen stets, eine Äquidistanz zur SPD und zur Politik allgemein, aber auch zur digitalen Wirtschaft genauso wie zu Kunst und Kultur oder zu dem, was man gemeinhin als Netz-Szene bezeichnet, zu wahren. Die Vielzahl der Mitglieder unseres Vereins ermöglicht genau dieses, denn die Mitgliederstruktur ist ordentlich heterogen und die Mitglieder sind über das ganze Land verteilt. Der neue Vorstand von D64 spiegelt dies auch halbwegs wieder, denn Valentina Kerst (Köln) und ich (Hamburg) bilden die Doppelspitze, hinzu kommen Teresa Bücker (Berlin), Ralf Scharnhorst (Hamburg) und Alexander Hauser (Berlin).

Wir wollen jetzt versuchen, uns besser über digitale Kanäle zu organisieren und auch Präsenz zu zeigen. Das wird spannend werden, denn es müssen viele Themen gemeinsam erarbeitet werden, die uns alle umtreiben: Digitale Arbeit, Urheberrecht, Freiwilliges Digitales Jahr, Digitale Lehrmittelfreiheit, um nur einige zu nennen. Ziel wird es immer bleiben, den digitalen Fortschritt zu definieren und voranzutreiben. Dies können wir nur erreichen, wenn wir ein Mitglieder-starker Verein bleiben, bzw. für noch mehr Mitglieder attraktiv werden. Im Mission Statement von D64 steht:

Die Digitalisierung schreitet voran und verändert unsere Gesellschaft fundamental.
Die Veränderungen wirken auf alle Lebensbereiche. Diese Dynamik erfordert auch politische Veränderungen – hinsichtlich inhaltlicher Positionierung, politischer Strukturen und der Nachvollziehbarkeit politischer Prozesse.

D64 hat sich zum Ziel gesetzt, diese Entwicklung aktiv, konstruktiv und kreativ mitzugestalten. D64 versteht sich als progressiver Think Tank, der über das reine Nachdenken hinaus auch politische Veränderungen erreichen will. Als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung fungieren dabei die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die es vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu aktualisieren gilt.

Jetzt mal abgesehen davon, dass Scott Adams natürlich Recht hat, leite ich aus diese Mission Statement auch einen gewissen Anspruch ab und will dazu beitragen, dass über D64 Ideen entwickelt werden, die progressiv unsere Gesellschaft insbesondere im digitalen Bereich voranbringen.

Ich würde mich freuen, wenn noch mehr interessierte Bürgerinnen und Bürger bei D64 Mitglied werden und wenn auch gleich alle munter den D64-Ticker abonnieren, mit dem wir täglich über Netzpolitik und die digitale Gesellschaft informieren.

Ach ja, die SPD, sie macht es mir nicht immer leicht, aber durch Reibung entsteht bekanntlich Wärme. Der Bundesparteitag hatte zwei wichtige Themen aus dem Bereich Netzpolitik auf der Agenda, leider wurde durch ein Reizthema der wichtige Leitantrag Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in der digitalen Gesellschaft völlig überlagert. Denn was die SPD in diesem Leitantrag fordert, finde ich wunderbar:

Mathias Richel zur Lage des Internets und der SPDDie SPD will die sozialdemokratischen Grundwerte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität auch in der „digitalen Gesellschaft“ verankern. Ohne gleiche Zugänge für alle, ohne gleiche Informationsmöglichkeiten, ohne die materiellen und technischen Voraussetzungen, ohne chancengleiche Bildung wird das Internet ein soziales Medium der Wenigen und nicht der Vielen sein. Die SPD will daher einen Hochgeschwindigkeitszugang für alle und Netzneutralität, also die grundsätzliche Gleichbehandlung aller Datenpakete unabhängig von Inhalt, Dienst, Anwendung, Herkunft oder Ziel.

Der Zugang zum Internet ist für uns ein demokratisches Bürgerrecht, deshalb wollen wir kurzfristig für flächendeckende Grundversorgung sorgen. Zur Breitbandversorgung auch in ländlichen Räumen setzen wir auf einen Internet-Universaldienst und regen an, eine Universaldienstverpflichtung mit einer konkreten Bandbreite ins Telekommunikationsgesetz aufzunehmen. Wir wollen prüfen, freie WLAN-Netze in allen städtischen Kommunen gemeinsam mit Stadtwerken oder privaten Partnern vorzuhalten. Die Stellung von Medienpädagogik und die Vermittlung von Medienkompetenz müssen im gesamten Bildungssystem gestärkt werden.

Die SPD will die „digitale Welt“ gestalten und die sozialen Sicherungssysteme auf die bereits bestehenden und wachsenden Arbeitswelten im digitalen Raum ausdehnen. Es muss daher um gerechte Bezahlung und fairen Lohn für kreatives Schaffen gehen, aber auch um die Alterssicherung. Das Konzept „Gute Arbeit“ muss auch im boomenden Wirtschaftszweig rund um die neuen Kommunikationsinstrumente gelten.

Dieser Antrag wurde in wesentlichen Teilen online mittels der Software „Adhocracy“ erstellt. Dabei konnte sich jeder Nutzer mit Vorschlägen und Bewertungen beteiligen.

An diesem Leitantrag haben 600 Bürgerinnen und Bürger mitgearbeitet, auch das ist ein Zeichen für die neue Offenheit der SPD. Ich bin echt stolz darauf, daß dieser Leitantrag verabschiedet wurde, auch wenn ich mir natürlich gewünscht hätte, daß dieses Thema noch breiter auf dem Parteitag diskutiert worden wäre. Aber die Verankerung von Netzneutralität und auch der Universaldienstverpflichtung ist gut, richtig und wichtig.

Das andere Thema ist dann nicht so gut gelungen, um es freundlich auszudrücken. Die Vorratsdatenspeicherung ist zu recht ein massives Reizthema und es hätte meiner Partei besser gestanden, die Vorratsdatenspeicherung auf dem Bundesparteitag kategorisch abzulehnen. Immerhin wurde es in vielen Gesprächen geschafft, den ursprünglichen Antrag der Antragskommission dahingehend zu verändern, daß a) der Speicherzeitraum 0-3 Monate definiert wurde und b) das Thema an die Bundestagsfraktion überwiesen wurde. Das ist nicht prickelnd, aber gibt uns immerhin die Gelegenheit, noch weiter auf die Genossen einzuwirken, in der Hoffnung daß sich die Bundestagsfraktion dann doch darauf besinnt, daß die Freiheit höher zu schätzen ist als eine vermeintliche Sicherheit.

Wir haben sehr bewußt am Vorabend des Bundesparteitags den Verein D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt der staunenden Weltöffentlichkeit präsentiert, weil wir wissen, daß es wichtig ist, die Themen der digitalen Zukunft stärker in die Parteien hereinzutragen. Die SPD hat noch einiges Potential beim Thema Netzpolitik, das wurde heute wieder allen deutlich. D64 hat daher folgende Pressemeldung zur Entscheidung zur Vorratsdatenspeicherung formuliert:

Die SPD hat auf ihrem heutigen Parteitag eine Chance verpasst, sich klar und deutlich gegen eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung auszusprechen. Eine verdachtsunabhängige Speicherung des Kommunikationsverhaltens sämtlicher Bürger ist ein tiefer Eingriff in die Grundrechte aller Menschen und mit den Grundprinzipien eines Rechtsstaats unvereinbar. Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung wäre eine Abkehr von der Idee einer freien und modernen Gesellschaft und nichts geringeres als der Einstieg in einen Überwachungsstaat.

Man kann nach der Diskussion der letzten Tage auch einfach feststellen: ein Verein wie D64 wird dringend benötigt. Wir brauchen noch mehr Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die das digitale Leben aktiv gestalten wollen. Es geht vor allem darum, digitale Themen für die Allgemeinheit verständlich zu vermitteln, damit haben wir uns alle in der Vergangenheit sehr schwer getan, was man bereits bei der Diskussion um die Netzsperren gesehen hat und was man beim Thema Vorratsdatenspeicherung sehr deutlich merkt.

Der Leitantrag Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in der digitalen Gesellschaft ist ein wichtiges Zeichen, nun gilt es, das Thema Vorratsdatenspeicherung vom Tisch zu bekommen. Auch wenn auf dem Bundesparteitag nicht alles erreicht wurde, ist immerhin noch nicht alles verloren, und wie heißt es so schön im Parteilied der SPD zum 125. Geburtstag der Parei? – “Das weiche Wasser bricht den Stein.” Dann lasst uns jetzt mal ganz viel weiches Wasser ranschaffen, und zwar schnell!

Im Mai 2010 war ich in Washington, D.C. zusammen mit Lars Kingbeil, MdB und netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und seinem Mitarbeiter Steffen Meyer. Die Reise wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert und sollte uns einen Eindruck verschaffen, wie in Washington, D.C. Netzpolitik gestaltet wird. Wir haben Think Tanks besucht, mit Kongress-Abgeordneten und deren Mitarbeitern gesprochen und zu meiner großen Freude auch einen Termin mit Stan Greenberg gehabt.

“The Geeks have invaded Washington, D.C.” war ein Ausspruch von Garrett Graff, der bei mir hingenblieb, denn tatsächlich waren sehr viele Themen an der Tagesordnung, die in Deutschland eher zu den Themen gehören, die noch kaum jemand in der Politik für wichtig erachtet. Kurzum, wir hatten drei Tage Druckbetankung und wußten, daß wir irgendwas machen sollten, sobald wir wieder in Deutschland angekommen waren.

Bereits im Flieger zurück nach Deutschland haben wir angefangen, ein paar Ideen festzuhalten und kurz danach wussten wir, daß wir mehr haben wollen als nur eine Gesprächsrunde, sondern daß wir irgendwie Strukturen schaffen müssen, die eine starke inhaltliche Arbeit ermöglichen. Kaum 1 1/2 Jahre später sind wir dann schon so weit und haben auf dem Weg eine Fülle von Mitstreitern angesprochen, die unsere grundsätzliche Idee teilen und mit denen wir gemeinsam den digitalen Fortschritt vorantreiben wollen.

Ich persönlich bin genervt von diesen technokratischen Debatten der Netzpolitik, bei denen es immer nur um Risiken geht und die Potentiale für unsere Gesellschaft nicht genügend diskutiert werden. Ich habe unlängst in einem Debattenbeitrag für die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte einige Themen aufgezeigt, die dringend breiter diskutiert werden sollten.

D64 - Zentrum für digitalen FortschrittMit ziemlich viel Freude darf ich heute präsentieren: D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt

Bevor jemand fragt: na sicher, der Verein D64 ist SPD-nah. Aber D64 ist kein SPD-Verein, sondern eine Gruppe von Leuten, die sich dem Thema digitaler Fortschritt verschrieben haben, einige sind in der SPD, die meisten nicht. Hier ist das Mission Statement von D64, hier sind die Gründungsmitglieder und dies ist der Vorstand, zu dem ich auch gehöre. Alles weitere steht in den FAQ.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Wir freuen uns auf neue Mitglieder!