Fail #wk107?

Und dann war da noch die gestrige Scroll-Edition der Welt kompakt. Nein, ich habe mir die Zeitung nicht gekauft, aber mal kurz einen Blick darauf geworfen und einige Riemen der Blogger online gelesen. Schnell hat man gestern lesen können, daß das Experiment nicht funktioniert habe, aus den verschiedensten Gründen, da kann ja jeder kommen, und so weiter und so fort. Man kennt das ja.

Ich finde es super, daß die Welt kompakt dieses Experiment versucht hat. Ich fand das Format auch unhandlich und die Inhalte eher für eine Wochenzeitung passend, aber allein die Idee, mal aus dem täglichen Trott auszubrechen und etwas Neues zu unternehmen, finde ich großartig. Für alle Beteiligten gab es garantiert Lern-Effekte, nicht nur für die Blogger und die Journalisten, sondern auch für die Leser. Ich hätte die Blogger allerdings nicht zum freien Riemenschreiben animiert, sondern unter Zeitdruck zu einem Thema recherchieren lassen, das wäre bestimmt interessant geworden. Gleichzeitig ist jetzt natürlich die Frage, welche Blogs künftig an einem Adopt-a-Journalist-Day von eine echten Journalisten mit Premium-Inhalten versorgt werden, inklusive Distribution über Twitter und Co. Ich glaube, Journalisten, Blogger und Leser können ordentlich von einander lernen und daher sind derartige Experimente klasse, auch wenn sie nicht immer 100% gelingen oder gleich die Auflage dauerhaft vergrößern. Es spricht für die Welt kompakt, dieses Experiment gestartet zu haben und es passt natürlich auch sehr zum Selbstverständnis des Blattes, die Tageszeitung für diejenigen zu sein, “die sich vom Zeitunglesen eigentlich schon verabschiedet hatten.”

Ich habe gewonnen

Die Welt ist eine Google

Denn meine Bildüberschrift ist vom 29. September 2004, wenn auch nicht wirklich originell. Legt Euch wieder hin, Ihr Journalisten, und schreibt irgendwas anderes, von mir aus auch von mir ab.

Eine wundervolle Darstellung der Relevanz von Debatten in Blogs, noch dazu im Sommerloch.

[ via: Marco Dettweiler, “seriöser Journalist” bei Glaserei ]