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Vor einer ganzen Weile hat mich eine PR-Agentur gefragt, ob ich gerne ein Testexemplar des Dell Latitude 10 bekommen möchte, um dies zu testen und darüber zu schreiben. Na klar wollte ich das, weil ich ja immer neugierig bin auf irgendwelche Gadgets und auch ab und zu vor Produkten mit Windows nicht zurückschrecke. Ausserdem dachte ich, dass ein weiteres Tablet in unserem Haushalt vielleicht dazu führen könnte, dass ich auch ab und zu mal ein Tablet nutzen kann und nicht immer nur die Kinder.

Latitude 10 TabletDas Dell Latitude 10 Tablet wird von Dell als “Leistungsstarker Tablet-PC für Business-Anwender” und auch als “Das perfekte Tablet für Freizeit und Beruf” angepriesen – aber mir kam es eher vor, als ob das Tablet eine Identitätskrise hat und nicht genau weiss, was es eigentlich sein will.

Das Tablet ist groß, 10 Zoll und damit ist es breit und ideal für Filme. Das Tablet hat, ähnlich wie ein Windows-PC, unglaublich viele seltsame Buchsen für irgendwelche Stecker und Erweiterungen, was die Rückseite des Geräts wenig harmonisch wirken lässt. Hinzu kommt eine klobige Batterie, die man herausnehmen kann – ein Feature, das ich seit Jahren nicht mehr vermisse. Die gewisse Schlichtheit, die ich vom iPad oder Google Nexus 7 kenne, fehlt beim Latitude 10 eher. Dafür ist es groß, ideal für Spiele. Auf dem Latitude 10 ist Windows 8, was ungefähr so aussieht, wie die Oberfläche von der XBOX, an die ich mich mittlerweile gut gewöhnt habe. Die Größe des Tablets und die Navigation über Kacheln harmonisieren ganz gut, man könnte also schon fast sagen, dass Windows 8 eine gute Wahl als Betriebssystem sei. Nur dann kommen auf einmal Update-Hinweise mit ellenlangen Versionsnummern bei den einzuspielenden Patches, eine nichtssagender als die nächste und man muss sich sofort die Frage stellen, was Meldungen für Sysadmins im Interface für normale Nutzer zu suchen haben? Das wirkt nicht zu Ende gedacht, aber es geht noch weiter. Dieses Windows hat auch ein Desktop mitsamt Startbutton und allem, was dazu gehört. Was bitte, soll das denn? Bedeutet Business bei Dell und Microsoft, dass man Tastatur und Maus anschliessen muss, um mit einem Tablet arbeiten zu können? Als Tablet-Nutzer will ich meine Finger nutzen, da irritieren derartige Möglichkeiten nur. Aber das Tablet ist groß, man könnte also mitsamt Tastatur und Maus im normalen Windows Modus dieses Tablet auch nutzen. Oder man könnte sich einfach Apps installieren über den App Store. Oder Filme gucken.

Als typischer Privat-Anwender würde ich jedenfalls so ein Tablet benutzen, um ein wenig im Web zu stöbern, Mails zu lesen, Musik zu hören, zu daddeln und vor allem, um Filme zu gucken, denn es ist schön groß. Tja. Aber im App Store gibt es so wenig Apps, dass man auf eine Suchfunktion verzichtete, oder sie so gut versteckt hat, dass ich sie nicht finden kann, stattdessen werden immer wieder dieselben Apps und Games präsentiert. Ähnlich mau ist das Film-Angebot. Cool war allerdings, dass unser Sohn einen Film auf dem Latitude 10 anfangen und ihn dann auf der Xbox zu ende gucken konnte.

Zusammenfassend würde ich sagen: das Dell Latitude 10 ist ein grundsolides, großes Tablet, das mit Android wohl ziemlich nützlich wäre. Mit Windows 8 ist es aber weder Fisch noch Fleisch, denn es fehlt schlichtweg an Apps, Games, Musik und Filmen. Wer Windows mag und die Limitierungen akzeptiert, der wird nicht enttäuscht. Für mich ist allerdings die fehlende Vielfalt der Apps ein wichtiges Kriterium, denn ich will nicht auf Tools verzichten, die ich auf iOS oder Android nutze. Den Einsatz als Ersatz für einen Business PC sehe ich allerdings nicht, sondern empfinde diese Zwitterlösung eher als Hemmnis, denn als Bereicherung.

nokia lumia 920Im Hause Nokia betreibt man offensichtlich sehr gutes Social Media Monitoring, denn nachdem ich neulich das Video vom Nokia Designchef Marko Ahtisaari gepostet hatte und meinte, dass das Nokia Lumia 920 interessant sei, wurde ich umgehend kontaktiert, ob ich das Nokia Lumia 920 Smartphone auch mal testen wollen würde. Klar wollte ich.

Auf mobiFlip gibt es einen laaangen Testbericht zum Nokia Lumia 920, ich beschränke mich auf einige, für mich jedoch wesentliche Eindrücke.

Das Nokia Lumia 920 ist wirklich schön grellgelb, liegt sehr schön in der Hand, hat nette runde Kanten, die wirklich der Hand schmeicheln, wirkt robust und solide verarbeitet. Die Kamera ist toll, macht gute Bilder, auch da gibt es keinen Anlass zur Kritik. Das Nokia Lumia 920 ist wirklich ein tolles Stück Hardware, das wirkt alles perfekt durchdacht und aufeinander abgestimmt.

Das Problem des Nokia Lumia 920 ist die Software. Ich wollte mich wirklich unvoreingenommen Windows Phone nähern, aber ganz ehrlich, das habe ich nicht lange durchgehalten. Ich war begeistert, als ich sah, dass ich einfach so meinen Gmail-Account hinzufügen kann und dachte “wow, don’t be evil, es geht doch!”, zumal die Integration von Mail, Kontakten und Kalender absolut reibungslos verlief. Ich war angenehm überrascht und wollte dies gleich twittern. Haha. Gleich twittern, das geht natürlich nicht, denn dafür benötigt man ein Microsoft-Account, verknüpft dies mit dem Smartphone und kann dann darüber eine Verknüpfung mit Twitter oder Facebook machen, wobei man dann eben Microsoft bei der Authentifizierung am jeweiligen Dienst auch gleich umfangreiche Rechte einräumt. Das finde ich murkisg und überflüssig, ein direkter Client für Twitter oder Facebook hätte es auch getan. Die Kachel-Ansicht ist nicht so meine Sache, aber das ist Geschmackssache. Generell finde ich allerdings Windows Phone im Vergleich zu Android oder iOS zu umständlich und zu gewollt innovativ. Die Integration der Facebook und Twitter Updates bei den Kontakten, dann aber ohne Avatarbildchen ist für mich so ein Beispiel. Tolle Idee, aber lieblos umgesetzt. Ein eigenes Status-Update kann man dann allerdings aus der Ansicht heraus nicht posten, sondern muss eine andere Kachel mit der Bezeichnung “Ich” anclicken. Das ist umständlich, um es freundlich auszudrücken. Und so geht es munter weiter, man fragt sich zu oft, was das soll und ob da nicht einfach irgendwas passend gemacht wurde aus der Microsoft-Welt, was auf einem mobilen Endgerät wenig Sinn macht.

Das Nokia Lumia 920 wäre eine absolute Kaufempfehlung, wenn Android auf dem Gerät laufen würde. So ist es leider tolle Hardware mit einem suboptimalen Betriebssystem.

Lumia – die Nokia Nutte

Nico —  27.10.2011 — 8 Comments

Das neue Handy von Nokia könnte in einigen Teilen der Welt durchaus Akzeptanzprobleme bekommen, und zwar nicht wegen Windows, sondern einfach wegen des Namen Lumia. Cnet berichtet, daß Lumia im Spanischen das Wort für Prostituierte ist. Ich kann das zwar nicht verifizieren, aber als Quelle wird die Real Academia Espanola angegeben, und wenn die das sagt, dann muß es wohl stimmen.

Dazu passend ist auch dieser Tweet von @zacharye:

Nokia und Microsoft, das ist wirklich eine interessante Allianz.

Nein, ich habe nichts damit zu tun.

aktuelles Android-Handy (Symbolfoto)Unter dem Stichwort “Supercharging Android” hat Google heute die Übernahme von Motorola Mobility bekanntgegeben. Es wurden lumpige 12,5 Milliarden US-Dollar als Kaufpreis angegeben.

Die Gründe für die Übernahme sind vielfältig. Larry Page führt zum einen die Patentthemen an, da Microsoft und Apple vermehrt auf dem Rechtsweg versuchen würden, gegen Android vorzugehen, zum anderen ist aber auch der Zugriff auf die Hardware für Google spannend, als Gegenpol zu Apple und mit Ausblick auf den gesamten Markt der connected devices für zuhause.

Was bislang nicht thematisiert wurde, was ich aber spannend fände: Android plus Motorola Mobility und Google Apps vs. Blackberry – da wäre sicherlich ordentlch Potential vorhanden, um RIM das Leben schwerer zu machen und das Thema Enterprise weiter aufzurollen.

Ich habe letzten April über “Das mobile Endgame” geschrieben und bin zu folgendem Schluß gekommen:

Das mobile Endgame bedeutet für Google also die globale Penetration von Android als mobile OS auf möglochst vielen Endgeräten um darüber Werbung anzubieten. […] Massenmarkt vs. Premium ist hier das Thema und Google wird damit eine starke Dominanz auf dem mobile Markt erreichen, während Apple zwar die schöneren Produkte liefert, aber immer nur eine Nische besetzen wird.

Die Akquisition von Motola Mobility bringt Google ein Stück näher an das Ziel, Android auf möglichst vielen Endgeräten zu etablieren, um personalisierte, zielgerichtete Werbung auszuliefern. Aber mittlerweile ist Google ja schon ein Stück weiter und bietet mit Google+ eine ganz neue Experience für die Nutzer an.

Die Kombination von Google, Android, Google+ und Motorola Mobility geht deutlich in Richtung Perfektionierung des User Lock-Ins, um möglichst an vielen digitalen Touchpoints den Nutzer tracken zu können, um ihm dann wiederum interessanten Content oder Werbung anbieten zu können.